Freundin ins Koma geprügelt - Lebenslange Haft

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München - Ein 39-Jähriger ist vom Münchner Schwurgericht wegen versuchten Mordes an seiner Freundin zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Ein 39-Jähriger ist wegen versuchten Mordes an seiner Freundin zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Münchner Schwurgericht sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der Mann in der Nacht zum 1. Dezember 2010 an der zwei Jahre älteren Frau seine Wut auf eine frühere Partnerin abreagierte und sein Opfer stundenlang misshandelte. Neben versuchten Mordes verurteilte das Gericht den Angeklagten auch wegen schwerer Körperverletzung. Nach der Tat ließ der Mann die hilflose Frau einfach liegen. Das Opfer konnte noch Hilfe herbeirufen und die Tat schildern, bevor es ins Koma fiel.

Die noch nicht rechtskräftige Entscheidung entsprach dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung hatte auf vier Jahre Freiheitsstrafe nur wegen schwerer Körperverletzung plädiert. Sie wird vermutlich Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

Rechtsmediziner stellten bei der Frau 60 Verletzungen fest. Motiv des Angeklagten war laut Urteil einerseits der Frust über eine frühere Partnerin, die ihm den Kontakt zum gemeinsamen Kind verweigerte, und andererseits Ärger über die vermeintliche Illoyalität der neuen Lebensgefährtin. Der arbeitslose IT-Berater hatte demnach den Eindruck, sie schäme sich seiner. Daher beschloss er laut Gericht, “seine Wut an ihr abzureagieren und sie zu maßregeln“.

Der Vorsitzende schilderte eine halbe Stunde lang das Martyrium der Frau, die durch immer neue wuchtige Fausthiebe gegen den Kopf mehrmals das Bewusstsein verlor. Die 41-Jährige trug unter anderem Brüche im Gesicht, Serienrippenbrüche und insbesondere eine Hirnblutung davon, ehe der Täter sie hilflos zurückließ. Die Schwerverletzte konnte erst am folgenden Mittag die Notrufnummer wählen und gegenüber den Helfern sowie mehreren Polizeibeamten noch die Tat schildern. Nach einer Operation erlitt sie nach einer von den Ärzten nicht verschuldeten Komplikation einen Schlaganfall, der mindestens ein Drittel der linken Hirnhälfte zerstörte. Seither ist sie im Wachkoma.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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