Frauen retten Mann vor einfahrender S-Bahn

Gesuchte Heldinnen vom Isartor melden sich bei der Polizei

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Der Vorfall wurde auf Video festgehalten.

München - Zwei Frau retteten einem jungen Schweizer am Isartor das Leben. Jetzt meldeten sich die Frauen - nach zahllosen Medienberichten über ihre Heldentat - bei der Bundespolizei München.

Update, 30.9: Lebensretterinnen melden sich bei der Polizei

Die Pressemitteilung im Wortlaut


Am Montagabend (30. September) meldeten sich zwei Frauen bei der Polizei, die im Zusammenhang mit dem Sturz eines Schweizers am Samstagmorgen den Triebfahrzeugführer einer S-Bahn vor einem im Gleis liegenden Mann gewarnt hatten, so dass die S-Bahn rechtzeitig zum Stehen gekommen war.

Dank zahlreicher Medienberichte, in denen dazu aufgerufen worden war, dass sich zwei couragierte Helferinnen melden sollen, sind die beiden zunächst unbekannten Frauen des Vorfalles nun bekannt. Beide meldeten sich Montagnachmittag bei der Polizeiinspektion 11.


Bei der Frau, die dem Mann als erstes zu Hilfe eilte, handelt es sich um eine 33-jährige Münchnerin. Die Verkäuferin nannte ihren Einsatz gegenüber der Bundespolizei als „selbstverständlich“. Sie schilderte, dass sie den „Sturz beobachtet und dass der ins Gleis gestürzte Mann auf ihre Ansprache nicht reagiert hatte“.

Nachdem die S-Bahn gestanden war, wählte die 33-Jährige den Notruf und setzte die Rettungskette in Gang. Ein weiterer unbekannter Passant zog den Mann den Bahnsteig hoch und legte ihn auf eine Sitzbank, wo er wenig später vom Rettungsdienst versorgt wurde.

Bei der zweiten Gesuchten handelt es sich um eine 46-Jährige Münchnerin aus Allach. Sie kam der 33-Jährigen zu Hilfe und gemeinsam versuchten sie den Triebfahrzeugführer durch Handzeichen auf den Verunglückten im Gleis aufmerksam zu machen, was auch gelang.

Verunglückte ist wohlauf

Bezüglich des Verunglückten ist bekannt geworden, dass er im Schweizer Kanton Wallis wohnt und nur eine leichte Schürfwunde am Knie erlitt. Er konnte das Krankenhaus noch am Unfalltag verlassen.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion München

Erstmeldung, 28.9: Unbekannte Frauen retten Mann vor S-Bahn

Was für eine Riesenglück für einen jungen Schweizer: Der Mann war am Samstag, gegen 7 Uhr, ins Gleisbett gefallen als er die Rolltreppe am SA-Bahnhof Isartor verließ. Er stürzte bäuchlings auf die Gleise und war nicht mehr ansprechbar.

Eine bisher unbekannte Frau erkannte den Ernst der Lage sofort und reagierte geistesgegenwärtig, während andere Reisenden sich einfach entfernten. Als die S-Bahn einfährt, signalisiert die Frau dem Triebfahrzeugführer mit ausgebreiteten Armen, dass Gefahr besteht. Eine Zweite Frau gibt auch Notsignale und der Triebfahrzeugführer reagiert glücklicherweise mit einer Vollbremsung. 

Nur 30 Meter vor dem im Gleis liegenden Schweizer kommt die S-Bahn zu stehen. Der Schweizer  wurde anschließend von Rettungskräften geborgen und - mittlerweile wieder ansprechbar -, verletzt ins Krankenhaus transportiert.

Am Freitag stürzte bereits ein 21-Jähriger nach einem Streit ins Gleisbett an der Donnersberger Brücke.

Hinweis der Bundespolizei:

Um Züge oder S-Bahnen zu warnen, kann ein Arm in Richtung eines herannahenden Zuges „im Kreis geschwungen“ werden. Aber Vorsicht! Das „Kreissignal“, dass gegeben wird, wenn ein Zug oder eine Rangierfahrt sofort zum Halten gebracht werden muss, gilt nur im Notfall. Wer wissentlich ein falsches Notzeichen vortäuscht, macht sich strafbar.

bcs

Quelle: rosenheim24.de

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