Ausbau A94: Alle Klagen abgewiesen

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Mühldorf – Am Mittwoch hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) grünes Licht für den Bau der heftig umkämpften Autobahn von München ins niederbayerische Pocking gegeben.

Seit sage und schreibe 34 Jahren geht der Streit nun schon zwischen Isentalern und der Staatsregierung. Die Isental-Autobahn ist wohl das umstrittenste Bauprojekt in Bayern. Nun ist eine Entscheidung gefallen. Die Richter wiesen am Mittwoch in München sämtliche Klagen gegen die behördliche Planung des 17 Kilometer langen Abschnitts zwischen Pastetten und Dorfen ab. Einzige Ausnahme war diejenige der Jagdgenossenschaft Lengdorf. Bezüglich der Frage des Wildwechsels wurden am Mittwoch noch Erhebungen angestellt. Der Freistaat Bayern hat die Erstellung eines erweiterten und modifizierten Wilddurchlasses in Form einer Unterführung bei Gmaind zugesagt und trägt die Kosten. Die Parteien haben übereinstimmend die Klage in der Hauptsache für erledigt erklärt, was bedeutet, dass in dieser Sache kein Urteil ergehen wird.

Neben der Jagdgenossenschaft haben sieben betroffene Grundeigentümer und der Bund Naturschutz in Bayern (BN) gegen den Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern vom 3. Dezember 2009 geklagt.

Der Bund Naturschutz verlor seinen Prozess. Weder die Bachmuschel, noch die Gelbbauchunke oder der Grauspecht seien durch die Trasse erheblich beeinträchtigt, die durchs Isental mit einer der letzten weitgehend unverbauten Flusslandschaften führt. 

Die Gegner der Planung wollten stattdessen den Ausbau der vielbefahrenen B12 zur Autobahn. Sie hatten aber bereits mit einer Niederlage vor Gericht gerechnet. "Wir sind nach wie vor der Meinung, dass im Isental ein Stück Heimat zerstört wird. Es ist die schlechtere Trasse, die gewählt wurde und es wird jede Menge Geld verschwendet", meinte Jakob Baumgartner von der Aktionsgemeinschaft gegen die A94 nach der Urteilsverkündung.

Eine Revision gegen seine Entscheidung hat der BayVGH nicht zugelassen. Dagegen können die Kläger eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig erheben. "Wir werden prüfen, ob es Sinn macht weiter dagegen vorzugehen", so Baumgartner.

Freude herrschte im Gericht dagegen beim Präsidenten der Autobahndirektion, Paul Lichtenwald. "Wir sind erfreut und erleichtert, dass das Gericht sein Urteil wie im ersten, jetzt auch für den zweiten Abschnitt bestätigt hat."

Der erste Gerichtstag am VGH:

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © am

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