Mord-Verdächtiger nennt Schmuggler als Alibi

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Dem 49-jährigen Angeklagten (l.) wirft die Staatsanwaltschaft vor, seine ehemalige Lebensgefährtin im Februar 2009 mit einem Messerstich in den Nacken getötet zu haben. Zuvor soll er versucht haben, sein Opfer zu vergewaltigen.

Nürnberg - Ein für den Mord an seiner Ex-Freundin angeklagte Mann streitet den Vorwurf ab. Er will zur Tatzeit mit einem Schmuggler illegale Geschäft gemacht haben.

Eifersucht habe er nie nötig gehabt, und am Tattag sei er gar nicht bei seiner Ex-Freundin gewesen: Ein wegen Mordes an seiner früheren Partnerin angeklagter 49-Jähriger hat vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth am Mittwoch alle Vorwürfe abgestritten. Es droht nun ein langwieriger Indizienprozess.

Am Tatort waren zwar DNA-Spuren des Angeklagten gefunden worden, doch ob sie im Zusammenhang mit dem Mordfall stehen, wird sich erst durch die Aussagen von mehreren Rechtsmedizinern klären lassen. Die Tatwaffe ist verschwunden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 49-Jährigen vor, die Frau im Februar 2009 in Schwabach erstochen zu haben. Zuvor soll er versucht haben, sie zu vergewaltigen. Bereits im November 2008 soll der Angeklagte seiner damaligen Partnerin Gewalt angetan und sie geschlagen und getreten haben.

Als ihm am Mittwoch vor Gericht damals aufgenommene Fotos der verletzten Frau gezeigt wurden, behauptete er, sie habe ihn provoziert, deshalb habe er sie verprügelt. Die Frau hatte sich nach der Auseinandersetzung von dem Mann getrennt und eine einstweilige Verfügung erwirkt. Demnach hätte sich der Angeklagte der Frau und ihrer Wohnung nicht mehr nähern dürfen.

In teils unflätigen Worten schilderte der Angeklagte zu Prozessbeginn, dass er nie eifersüchtig gewesen sei und es nicht nötig gehabt habe, seine ehemalige Lebensgefährtin zu vergewaltigen. Umgekehrt sei aber seine Ex-Freundin immer wieder fremdgegangen. Außerdem sei er zum Tatzeitpunkt nicht in der Wohnung seiner Ex- Partnerin gewesen, sondern habe einen Rumänen getroffen, um ihm eingeschmuggelte Zigaretten abzukaufen. Am 14. Juni wird der Prozess fortgesetzt, dann wird unter anderem die Mutter des Opfers aussagen, die als Nebenklägerin auftritt. 

lby

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