Mörder von Mespelbrunn schlug Frauen

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Alexander R.

Aschaffenburg - Der mutmaßlicher Frauenmörder von Mespelbrunn ist bereits früher aggressiv gewesen. Seine Ex-Freundin berichtete im Zeugenstand von grusligen Details aus ihrer Beziehung.

Bereits bei seiner ersten Freundin soll der mutmaßliche Frauenmörder von Mespelbrunn extrem besitzergreifend und eifersüchtig gewesen sein. “Er wusste nicht, wie er mit seinen Gefühlen umgehen sollte“, sagte die heute 40-jährige Frau vor dem Landgericht Aschaffenburg. Liebe, Hass, Eifersucht - Alexander R. sei im Umgang mit Frauen ungeübt gewesen, habe sie stets kontrolliert. “Ich durfte nichts machen.“  Wenige Monate nach der Trennung hatte der Angeklagte seine Ex-Freundin 1993 nach Spanien entführt. Der damals 20-Jährige saß für diese Tat einige Monate im Gefängnis.

Alexander R. steht in Aschaffenburg wegen Mordes vor Gericht. Im Juli 2008 soll er auf dem Parkplatz des Schlosshotels Mespelbrunn (Landkreis Aschaffenburg) seine große Liebe Carmen (32) erstochen haben. Die dreifache Mutter erwiderte die Liebe des heute 38-Jährigen nicht und musste nach Ansicht der Anklage deshalb sterben.

Fast ein Jahr lang versteckte sich der mutmaßliche Mörder, bis er in Frankreich geschnappt werden konnte. Während der Flucht tauchte er hin und wieder in seiner Heimat im Spessart auf. So soll er in das Haus von Verwandten eingestiegen sein und von diesen Geld und EC-Karten erpresst haben. Seine Verteidiger erklärten dazu, der Angeklagte räume diese Taten ein, nicht aber den Mord.

Die Anklage lautet neben Mord unter anderem auch auf schweren Raub, schwere räuberische Erpressung, erpresserischen Menschenraub und Geiselnahme. Die frühere Freundin des Angeklagten beschrieb Alexander R. als unnahbar, aber auch charismatisch und nett. Im Laufe ihrer Beziehung sei er immer eifersüchtiger geworden, sie durfte ihre Freunde nicht mehr treffen. “Ich wurde verfolgt. Es wurde mir aufgelauert“, sagte die gelernte Erzieherin. Nach der Trennung habe Alexander R. sie mit einem Messer bedroht, später dann verschleppt.

Das Urteil in dem Prozess wird aller Voraussicht nach Ende Juni gesprochen. Für die Bluttat gibt es keine Zeugen. Bisher hat sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen geäußert. Er schreibt während der Verhandlung nur akribisch mit, zeigt aber ansonsten kaum eine Regung.

lby

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