"Ich habe mir eine Last von der Seele geredet"

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Ampfing - Jahrelang wurde Gottlieb Hochwart von seinem Onkel vergewaltigt. Vergangene Woche hat der 61-Jährige seine Geschichte öffentlich gemacht und sich so eine große Last von der Seele geredet.

"Ich hätte mir mehr Resonanz gewünscht", meint Gottlieb Hochwart, der nach vielen Jahren endlich sein Schweigen gebrochen hat.

Jahrelang hatte ihn sein Onkel, der ehemalige Leiter der Regensburger Domsingknaben, vergewaltigt, auch sonst war die Kindheit und Jugend des Ampfingers alles andere als schön. "Mir hat niemand geholfen, obwohl ich nach Hilfe geschrien habe." Mit seiner Geschichte will er andere Opfer dazu aufrufen, sich Hilfe zu holen. "Kinder, geht zur Polizei oder schreit es auf der Straße heraus!"

Bis auf einen Mann habe niemand Hochwart nach Bekanntwerden seiner schweren Kindheit auf sein Schicksal angesprochen. "Die Leute reden hinter vorgehaltener Hand. Andrerseits kann ich es auch verstehen, sie finden nicht die richtigen Worte."

Trotzdem bereut es der 61-Jährige nicht, sein Leid publik gemacht zu haben. "Ich habe mir eine große Last von der Seele geredet und fühle mich jetzt besser." Vergessen wird Hochwart sein schweres Schicksal aber niemals.

Demnächst will der Ampfinger die "Orte des Grauens", wie er sie nennt, also die Orte seiner Kindheit besuchen. "Ich will sie nochmal sehen, auch wenn mir dann wahrscheinlich die Galle hochsteigt."

Anette Mrugala

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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