Schönau kämpft weiter

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Schönau am Königssee - Seit gut zwei Wochen gibt es in Schönau am Königssee eine Bürgerbewegung, die sich für den ehemaligen katholischen Ortspfarrer einsetzt, und diese wächst offenbar.

Die Bürgerinnen und Bürger aus Schönau am Königssee wollen ihre Sympathie für 'ihren' Pfarrer zeigen, sie möchten, dass ihr Seelsorger wieder in der Pfarrei Unterstein eingesetzt wird und sie setzen sich für die Wiederherstellung seines beschädigten Rufes ein, solange er sich auf Grund einer Weisung des Ordinariats München nicht selbst verteidigen darf.

Lesen Sie auch:

Pfarrer spaltet Pfarrgemeinde

Die Bürgerbewegung stößt damit offenbar auf viel Anerkennung und Zustimmung. Täglich würden sich mehr Menschen mit ihrem ehemaligen Pfarrer solidarisch zeigen und sich der Aktion anschließen, weil sie mit seiner seelsorgerischen Tätigkeit jahrelang zufrieden waren, heißt es. Es wurden bereits viele Unterschriften gesammelt und an das Ordinariat München eingereicht. Eine Vielzahl von Briefen müsste inzwischen Erzbischof Reinhard Marx erreicht haben.

Natürlich erwarte die Bürgerbewegung auch nicht, dass 100 Prozent der Bewohner der Gemeinde hinter dem ehemaligen Pfarrer stehen. "Das wäre ja nicht normal", heißt es in einer Presseaussendung. Jeder Mensch habe auch Kritiker. Aber von einer Spaltung des Ortes könne keine Rede sein. Zu der Aktion hätten sich Meinungen und Gegenmeinun­gen gebildet, so wie das in einer gesunden Demokratie üblich sei.

Das bestätigte auch Bürgermeister Stefan Kurz gegenüber BGLand24: "Es gibt die Bürgerinitiative und diejenigen, die sich ihr nicht angeschlossen haben, warten ab. Von einer Spaltung kann keine Rede sein. Es gibt keinen, der sagt 'nein, wir wollen ihn nicht zurück'."

Vorwürfe, es hätte während der Amtszeit G.s bereits Probleme gegeben, wurden von vielen Bürgern mit Befremden als unberechtigt zur Kenntnis genommen. Die Bürgerbewegung sieht darin eine ungute Stimmungsmache, die mehr aus anderen Gemeinden als aus der Schönau komme. Sie sagt: "Der Pfarradministrator hat keine Probleme geschaffen. Er hat vielmehr Schwierigkeiten vorgefunden, als er seine Arbeit vor Jahren aufnahm. Es ist ihm aber gelungen, im Laufe der Zeit eine homogene Gemeinde zu schaffen, viele bisher abseits stehende Katholiken zu einem aktiven christlichen Leben zu ermutigen und auch jungen Familien die Kirche nahe zu bringen."

Die Bürgerbewegung möchte erreichen, dass der Pfarrgemeinderat, den sie als ihren Ansprechpartner für die Kirche ansieht, mithilft, im Rahmen einer Pfarrversammlung etwa noch ungeklärte Vorwürfe zu bereinigen. Besonders freut es die Bürgerbewegung, dass eine Mehrheit der Mitglieder des Pfarrgemeinderates hinter ihrer Zielsetzung steht.

Man wünscht sich durch das Ordinariat in absehbarer Zeit Aufklärung darüber, welche Anschuldigungen gegen den Pfarrer erhoben werden und welche Beweismittel vorliegen. Man könne sich nicht vorstellen, dass es Vorwürfe gibt, die die als überzogen angesehenen Maßnahmen gegen den ehemaligen Pfarrer rechtfertigen würden.

"Noch vor der Sommerpause sollen die Ermittlungen abgeschlossen sein", hat Generalvikar Peter Beer Stefan Kurz versprochen.

Pressemitteilung Bürgerbewegung/red

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser