Unsere Helden von nebenan

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Manuela Ditz, Daniel Huber, Benjamin Scherer und Marcel Sitz

München - Es ist der Bruchteil einer Sekunde, der aus Menschen Helden macht. Die Sekunde, in der Leben gerettet werden. Jetzt wurden in München Helden aus unserer Region geehrt.

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Wer eine Rettungstat unter besonders schwierigen Umständen vollbringt, erhält nach dem Gesetz über staatliche Auszeichnungen für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr eine öffentliche Belobigung und die Christophorus-Medaille. Mit der Bayerischen Rettungsmedaille wird ausgezeichnet, wer bei der Rettung eines Menschen aus Lebensgefahr sogar sein eigenes Leben eingesetzt hat. 2012 sind unter den Geehrten auch zahlreiche Menschen aus unserer Region. Sie  haben jetzt aus der Hand von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer im Antiquarium der Münchner Residenz ihre Auszeichnung erhalten:

Mann aus brennendem Auto gezogen

Der brennende BMW am 11. November 2010 bei Schätzl

Es ist Montagmorgen, 11. November 2010. Auf der Kreisstraße MÜ 46 setzt ein getunter BMW in einem kurvenreichen Waldstück zum Überholen an. Mehrere Lkw und einen Pkw will der 28-jährige Fahrer passieren. Plötzlich verliert er die Gewalt über seinen BMW. Der Wagen kommt nicht nur ins Trudeln, mit der Böschung als einer Art Rampe hebt er ab. 15 Meter segelt das Fahrzeug durch die Luft. Beim Aufsetzen auf den Boden wird der Tank aufgerissen, der Wagen fängt nahezu sofort Feuer!

Manuela Ditz, Daniel Huber, Benjamin Scherer und Marcel Sitz

Der Fahrer wäre wohl an Ort und Stelle verbrannt, hätten nicht fünf andere Verkehrsteilnehmer beherzt eingegriffen: Mit vereinten Kräften zogen Robert Bruckmaier aus Albaching, Manuela Ditz aus Edling, Daniel Huber aus Haag i. OB., Benjamin Scherer aus Moosinning und Marcel Sitz aus Albaching den 28-Jährigen aus dem brennenden Wrack. Selbst als es zu einer Explosion im BMW kam, wichen die Retter nicht. Traurig: Trotz des heldenhaften Einsatzes der Fünf forderte der tragische Unfall auf der MÜ 46 bei Schätzl sein Opfer. Der BMW-Fahrer verstarb später im Krankenhaus an den schweren Brandverletzungen.

Senorin vor dem Ertrinken bewahrt

Elisabeth Fischer, Maria Huber und Maria Weindl

Es ist ein warmer Dienstagnachmittag. Am 20. Juli 2010 schwimmt eine Seniorin im Eschenauer See bei Pittenhart. Plötzlich wird ihr schwarz vor Augen. Die Seniorin erleidet einen Schwächeanfall und verliert das Bewusstsein. Ihr Kopf sinkt unter Wasser. Zum Glück bemerken Elisabeth Fischer, Maria Huber und Maria Weindl aus Pittenhart die lebensbedrohliche Lage der Frau. Mit vereinten Kräften ziehen sie die Bewusstlose ans Ufer. Kein Pappenstil. Der Eschenauer See ist rund drei Meter tief, etwa 600 Meter lang und 300 Meter breit. Rettung in letzter Sekunde sagt später der Notarzt. Die Lungen der Seniorin hatten sich schon mit Wasser gefüllt. Elisabeth Fischer ist mit 70 Jahren übrigens die älteste Lebensretterin die 2012 ausgezeichnet wird.

Mutter und Kinder aus verrauchter Wohnung geholt

Claudia Noppenberger und Stefan Strietzel

Den 1. Mai 2011 werden eine junge Mutter und ihre drei Kinder nie mehr vergessen. Die Familie aus Töging am Inn hatte beschlossen zu grillen - allerdings nicht im Freien, sondern innerhalb ihrer Wohnung. Schon nach kurzer Zeit war das Zuhause nicht nur mit pechschwarzem Rauch gefüllt, sondern auch mit dem lebensgefährlichen Gas Kohlenmonoxid. Alle hätten sterben können, wenn nicht die Nachbarn Claudia Noppenberger und Stefan Strietzel mutig und ohne eigenen Atemschutz in die Wohung gegangen wären. Sie schafften es, die Familie ins Freie zu bringen, bevor jemand zu Tode kam. Zum Glück wurden alle Beteiligten nur leichter verletzt.

Rauchvergiftung: Mutter grillt in der Wohung

Mann aus eiskalten Bach gerettet

Alexander Schenk

Der 17-jährige Priener hatte Riesenglück, dass sich sein Lebensweg am 15. November 2011 mit dem von Alexander Schenk aus Rosenheim kreuzte. Nach einem Discobesuch war der Jugendliche gegen 22.30 Uhr in den Hammerbach in Rosenheim gestürzt. Die reißende Strömung, das eiskalte Wasser - der junge Mann hätte sterben können, wäre ihm Alexander Schenk nicht nachgesprungen. Mit Hilfe seiner Kollegen aus einem Sicherheitsdienst holte Schenk den 17-Jährigen rechtzeitig ans Ufer. Beide Männer kamen mit Unterkühlungen davon.

Schwerkranke rettet Ertrinkende

Michaela Schmid aus Grabenstätt ist selbst gesundheitlich nicht auf der Höhe. Doch das hielt die Frau aus Grabenstätt nicht von ihrer Heldentat ab: Am 31. März 2011 stürzte sie sich mutig in den eiskalten Tüttensee. In diesem kämpfte gerade eine andere Frau um ihr Leben. Bevor diese ertrinken konnte, wurde sie von Michaela Schmid ans Ufer gezogen.

Enkelin bewahrt Oma vor dem Tod

Johann Zipfhauser, Stephanie Schmidt und Angelika Egerter.

Normalerweise passen die Älteren auf die Jüngeren auf. Im Fall von Stephanie Schmidt aus Burghausen war es umgekehrt. Sie hat ihrer Oma das Leben gerettet. Die Seniorin war am 8. August 2009 beim Schwimmen im Leitgeringer See bei Tittmoning in Gefahr geraten. Mit Hilfe von Angelika Egerter und Johann Zipfhauser aus Mehring gelang es Stephanie Schmidt, das Schlimmste zu verhindern.

Schülerin zieht zwei Kajak-Fahrer aus Chiemsee

Bilder von Lebensretterin Nicole (17)

Nicole Schellenberger

Der Einsatz von Nicole Schellenberger aus Poing am 23. April 2012 sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Die 17-jährige Schülerin am Internat Gut Ising zog zwei Männer aus dem Chiemsee. Diese waren am Abend mit ihrem Kajak gekentert und drohten im eiskalten Wasser unterzugehen.

Lesen Sie auch: Nicoles Ehrung durch Horst Seehofer

Quelle: rosenheim24.de

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