Millionenbetrug: Ex-OB-Kandidat soll hinter Gitter

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Regensburg - Er hat einen Oberpfälzer Geschäftsmann um drei Millionen betrogen - nun erwartet den früheren Schwandorfer CSU-Oberbürgermeisterkandidat Uwe Kass eine mehrjährige Gefängnisstrafe.

Im Prozess vor dem Landgericht Regensburg forderte die Staatsanwaltschaft am Dienstag fünf Jahre Haft für den 46-jährigen Steuerberater. Die Verteidigung sprach sich für vier Jahre aus. Ein Urteil wird am Freitag erwartet.

Der ehemalige Politiker hatte die Vorwürfe zu Beginn des Prozesses eingeräumt. Einen zweiten Anklagepunkt stellte die Wirtschaftskammer auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein. Kass wurde ebenfalls angelastet, die Regensburger Niederlassung einer Bank aus Österreich um rund eine Million Euro geprellt zu haben. Die Verteidigung hatte die bisherigen Ermittlungen hierzu als ungenügend kritisiert.

Die Verteidigung erklärte den Betrug mit der Steuerberatungskanzlei, die Kass 2003 in München gekauft hatte. „Mein Mandant hat sich finanziell übernommen“, sagte einer der Verteidiger. „Er musste neue finanzielle Löcher aufmachen, um alte zu stopfen.“ Um an die drei Millionen Euro privates Darlehen zu kommen, versprach Kass dem Oberpfälzer Geschäftsmann eine Rendite von 100 Prozent.

Der Betrag werde in ein griechisches Energieunternehmen investiert, versicherte der Steuerberater. Mit gefälschten Vereinbarungen überzeugte er den Geschäftsmann vom angeblich sicheren Gewinn. Dabei war das vermeintlich lukrative Angebot nur eine Täuschung: Allein eine der drei Millionen habe Kass dafür verwendet, einen privaten Kredit zu tilgen, berichtete der Sachverständige. Inzwischen hat Kass rund fünf Millionen Euro Schulden angehäuft.

Seine Geldsorgen und Manipulationen der vergangenen Jahre hielt er stets streng geheim. Als Spitzenkandidat der CSU trat Kass im März 2008 zur Oberbürgermeisterwahl in Schwandorf an. In der Kreisstadt war er ein bekannter Mann. Doch mit der Wahl-Niederlage wuchsen auch die Schulden. Kass tauchte kurz darauf unter.

Drei Jahre lang suchten Zielfahnder des LKA den früheren Politiker mit internationalem Haftbefehl. Verschiedene Hinweise führten die Ermittler bis in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Israel und Ägypten. Im vergangenen Sommer wurde Kass schließlich in Düsseldorf festgenommen. Bei seiner Verhaftung zeigte er sich erleichtert, dass sein jahrelanges Versteckspiel vorbei sei.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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