Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Erfinder des „Leberkaskrapfens“

Miesbacher Bäckermeister lässt Trickbetrüger in Falle tappen und unterstützt Polizei bei Festnahme

Die Dienststellenleiterin der Polizeiinspektion (PI) Miesbach, Erste Polizeihauptkommissarin Katharina Schreiber (l.), ehrte am 7. Dezember Florian Perkmann (r.) für seine Unterstützung bei der Festnahme eines 31-jährigen Trickbetrügers.
+
Die Dienststellenleiterin der Polizeiinspektion (PI) Miesbach, Erste Polizeihauptkommissarin Katharina Schreiber (l.), ehrte am 7. Dezember Florian Perkmann (r.) für seine Unterstützung bei der Festnahme eines 31-jährigen Trickbetrügers.

Bereits im Sommer 2020 konnte die Miesbacher Polizei einen Trickbetrüger aus dem Kreis Erding festnehmen – dank der tatkräftigen Unterstützung eines Bäckermeisters. Nun wurde Florian Perkamann für seinen Einsatz geehrt.

Miesbach – Im Juli 2020 klingelte bei Bäckermeister Florian Perkmann das Telefon. Am anderen Ende der Leitung war ein angeblicher Polizeibeamter, der dem Miesbacher Stadtrat zu verklickern versuchte, dass es in den letzten Tagen zu diversen Einbrüchen in der Nachbarschaft gekommen sei. Die Stimme am Telefon bot Perkmann vermeintlich selbstlos an, einem „Kollegen“ Bargeld und Schmuck zu übergeben, um die Wertsachen vor den Dieben in Sicherheit zu bringen.

Den Spieß umgedreht

Wie die Polizeiinspektion Miesbach berichtet, „roch Perkmann jedoch den Braten und ging zum Schein auf das Angebot ein“. Immer wieder warnt die Polizei vor derartigen Betrugsversuchen, der Miesbacher enttarnte die Masche sofort und drehte daraufhin den Spieß einfach um. Er vereinbarte mit den Betrügern einen vermeintlichen Übergabetermin und verständigte gleichzeitig die „richtige“ Polizei. Was die Gauner jedoch nicht wussten: Es sollte weniger eine Geldübergabe werden als vielmehr die Übergabe der Betrüger an die „echten“ Beamten.

Kurz drauf kam es schließlich zur fingierten Geldübergabe, bei der Perkmann dem Abholer – einem 31 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Ebersberg – einen fünfstelligen Geldbetrag übergeben wollte. Dieser witterte allerdings, dass irgendetwas nicht stimmt und ergriff die Flucht. Die bereits informierten Polizeibeamten verfolgten den 31-Jährigen und konnten ihn schließlich festnehmen, nachdem er in der nahegelegenen Schlierach landete. Das Landgericht München verurteilte den Betrüger schließlich zu einer mehrjährigen Haftstrafe.

Ehrung Corona-bedingt in kleinem Kreis

Für sein Handelns und seinen Einsatz, wodurch der 31-jährige Trickbetrüger festgenommen werden konnte, wurde Perkmann nun am Dienstag (7. Dezember) geehrt. Der Bäckermeister erhielt durch die Dienststellenleiterin der Polizeiinspektion (PI) Miesbach, Erste Polizeihauptkommissarin Katharina Schreiber, ein Anerkennungsschreiben und eine Belobigung in Höhe von 200 Euro des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage konnte die Ehrung lediglich in kleinem Kreise stattfinden. Den Geldbetrag möchte Perkmann nicht behalten, sondern ihn einer Hilfsorganisation spenden, die sich für Opfer von Kriminalität einsetzt.

69-jähriger vor wenigen Tagen auf ähnliche Masche reingefallen

Immer wieder kommt es auch im Landkreis Miesbach zu Anrufen falscher Polizeibeamter, die den Betroffenen teils abenteuerliche Geschichten erzählen, um ihnen dann Geld und sonstige Wertgegenstände abzunehmen und vorgeben diese überprüfen oder in Sicherheit bringen zu wollen. Und tatsächlich gelingt es hin und wieder den der organisierten Kriminalität zuzuordnenden Tätern, vorwiegend ältere Bürger um deren Erspartes zu bringen. Erst am 29. November wurde ein 69-Jähriger aus dem Landkreis Miesbach so um einen fünfstelligen Geldbetrag gebracht.

„Die Aufklärung der Taten erweist sich oft als sehr schwierig und langwierig und führt nicht selten zu aus dem Ausland agierenden Banden, deren Festnahme dann oft aussichtslos erscheint. Umso erfreulicher war es, dass in diesem Fall ein Täter festgenommen und verurteilt werden konnte“, erklärt die Polizeiinspektion Miesbach.

aic

Kommentare