Nach Pannen-Start: Politiker sind sauer auf BOB

Deftige Politiker-Schelte für den BOB-Chef

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Gleich zwei offene Briefe "flatterten" am Donnerstag auf den Tisch von BOB-Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein
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Rosenheim/Landkreis - "So kann es nicht mehr weitergehen!" Nach dem Chaosstart des Meridian, melden sich jetzt Landrat Neiderhell und OB Bauer mit offenen Briefen zu Wort.

In dem am Donnerstagnachmittag veröffentlichten Brief, der an BOB-Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein gerichtet ist, spricht Rosenheims Landrat Josef Neiderhell von Startschwierigkeiten zum Fahrplanwechsel, die "unerwartet heftig und absolut nicht akzeptabel" seien. Er schreibt über erhebliche Verspätungen, überfüllte Zügen, nicht gehaltene Anschlüsse und auch von "dem totalen Ausfall einzelner Kurse".

Lesen Sie hier den ganzen Brief von Landrat Neiderhell:

Der offene Brief an Müller-Eberstein

Noch deutlicher wird er, als er Müller-Eberstein im Verlauf des Briefes erneut direkt anspricht: "Die Ihnen anvertrauten Strecken sind kein Experimentierfeld." Daher solle der BOB-Geschäftsführer kurzfristig für eine geordnete Abwicklung auf den Bahnstrecken Sorge tragen. So könne es jedenfalls nicht mehr weitergehen.

Neiderhell befürchtet, dass aufgrund der Missstände wieder mehr Berufspendler das eigene Auto benutzen werden und nicht mehr. das ökologische Verkehrsmittel Bahn.

"Inakzeptabler Nachtteil für Rosenheimer Bahnkunden"

Die Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer findet ähnlich klare Worte. Auch sie schrieb am Donnerstag einen offenen Brief an Müller-Eberstein. So erhalte sie seit Tagen E-Mails und Protestschreiben "wütender und enttäuschter Rosenheimer Bahnkunden". Weiter heißt es in dem Brief: "Damit nicht genug, erfahre ich von verärgerten Pendlern, dass die DB Jobtickets für die Nutzung der Regionalbahnen sowie der EC/IC-Züge ab 01.01.2015 nicht mehr von Veolia anerkannt werden, was einen weiteren inakzeptablen Nachteil für unsere Rosenheimer Bahnkunden bedeuten würde."

Der offene Brief von OB-Bauer:

PDF-Datei

Dann versucht sie gegenüber dem BOB-Chef als Wortführerin für die "tausenden Pendlerinnen und Pendlern" zu sprechen und fordert ihn "nachdrücklich auf, eine verlässliche Bedienung dieser für Rosenheim eminent wichtigen Strecke zu gewährleisten und mir Ihre Schritte und den Zeitplan für die Verwirklichung der von Ihrem Unternehmen zugesagten Leistungen mitzuteilen."

"Kein Fehlstart, sondern eine Bruchlandung"

Auch der Traunsteiner Landtagsabgeordnete Klaus Steiner (CSU) zeigt kein Verständis mehr für die Pannen: „Der Start des Pendlerverkehrs auf der Bahnstrecke Freilassing-München durch die Bayerische Oberlandbahn war kein Fehlstart, wie in einigen Zeitungen zu lesen war, sondern eine Bruchlandung!“

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Es gehe nicht darum etwas schlecht zu reden oder kleinere Startschwierigkeiten zu kritisieren, "sondern um Probleme, die sich schon länger abgezeichnet hätten und die bei sorgfältiger Planung nicht aufgetreten wären." So seien die fehlenden Betriebsgenehmigungen oder unzureichende Betriebsstrukturen bereits vor Monaten angesprochen worden. Auch die Pannen bei den Fahrkartenautomaten würden zeigen, dass die BOB einfach nicht vorbereitet sei.

User schildern ihren Ärger:

Überfüllte Züge auch am Donnerstag auf dem Weg nach München

Unser User Markus Mößthaler beschrieb uns per E-Mail seine Erfahrung mit dem Meridian am Donnerstagmorgen: "Der Zug in Raubling kam eine Minute zu spät - also gefühlt pünktlich. Allerdings mussten wir in Rosenheim dann umsteigen, da dieser Zug, der normalerweise bis München fährt, hier außerplanmäßig endete. Der Ersatzzug kam wenige Minuten später am gegenüberliegenden Gleis, fuhr aber erst gut sieben Minuten später ab. Warum weiß keiner, weil keine Durchsage kam. Im Zug dann die Anzeige 'Krems/Dürnstein'. Ab Aßling gab's wieder nur Stehplätze für alle Zusteigenden. Aufgrund der zehnminütigen Verspätung erreichte ich die S-Bahn in Grafing nicht und durfte weiter elf Minuten frierend am Bahnsteig warten."

So sah es am Montag am Bahnhof Rosenheim aus:

MERIDIAN: Die ersten Pendler

Unsere Userin Gabriele Bensberg will sogar nie wieder mit dem Meridian fahren: "Am 17. Dezember bin ich um 9:44 in München in den Meridian gestiegen, der um 11:41 in Salzburg hätte ankommen sollen. Leider blieb der Meridian etwa 10 Minuten, nachdem er München verlassen hatte, auf offener Strecke stehen wegen eines Loks- bzw. Bremsschadens, der nicht behoben werden konnte. Insgesamt blieb der Zug aufgrund mangelnder Funktionsfähigkeit und des Überholens von Fernzügen, da der gesamte Fahrplan aus den Fugen geraten war, ständig stehen, so dass wir schließlich eine Verspätung von mindestens zwei Stunden hatten. Der Zug kam im Übrigen nie in Salzburg an, die Reisenden nach Salzburg wurden von einem österreichischen Railjet aufgenommen."

Hinzu kamen im Zug von Frau Bensberg noch Probleme mit der Heizung: "Entweder fiel sie ganz aus oder war viel zu schwach eingestellt. Wir saßen alle in unseren Wintermänteln und -jacken im Abteil."

mg/ro24

Quelle: rosenheim24.de

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