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Hintergründe zur Rettungsaktion in der Riesending-Höhle am Untersberg

Schmidberger: "Bauschaum statt Vakuum-Matratze!"

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Ein Hubschrauber der Bundespolizei bringt Material auf den Untersberg.
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Marktschellenberg - Für die Rettungsaktion in der Riesending-Höhle wird unzähliges Material benötigt. Wir haben mit Matthias Schmidberger gesprochen, er koordiniert den Materialnachschub:

Hubschrauber der Bundeswehr und der Bundespolizei starten und landen auf dem Exerzierplatz der Jägerkaserne in Strub. Immer wieder wird von hier aus neues Material und Personal zum Eingang der "Riesending"-Schachthöhle auf den Untersberg geflogen. Neben den vielen ehrenamtlichen Rettern, die sich jeden Tag in die Höhle begeben, um den verunglückten Höhlenforscher wieder ans Tageslicht zu bringen, verrichten vor allem hinter den Kulissen viele Mitglieder der Bayerischen Bergwacht einen unverzichtbaren Teil, der zum Gelingen der Rettungsaktion beiträgt. Einer von ihnen ist Matthias Schmidberger.

Der Lehrer aus München koordiniert die Materialausgabe im "Basislager" der Rettungsaktion. Direkt neben dem Hubschrauber-Landeplatz in der Gebirgsjäger-Kaserne hat er sich mit seinem Team eingerichtet. Zwei Materialzelte, sechs Anhänger und mehrere Fahrzeuge stehen hier bereit, um auf die Bedürfnisse der Retter im Berg reagieren zu können.

Service:

"Wir haben das Material aus allen Teilen Bayerns zusammengezogen, zusätzlich haben die Schweizer und Österreicher noch ihre eigene Ausrüstung dabei", erklärt Schmidberger. Schleifsäcke, Bohrhaken, Bohrmaschinen, Schlafsäcke, Isomatten, rollenweise Kletterseile bis hin zu Schraubenschlüsseln, Karabinerhaken, Rettungstragen und medizinischen Material. Wenn die Anfrage von den Rettungskräften kommt, muss das Bodenteam schnell reagieren und notfalls schon mal kreativ werden. Während des Gesprächs mit Matthias Schmidberger kam zum Beispiel die Anfrage nach Klebezetteln, die der Besatzung eines Hubschraubers, der gerade dabei war zu starten, mitgegeben werden sollten. Ohne in Hektik auszubrechen konnte die "Bodenbesatzung" auch diese Anfrage schnell und effektiv bewältigen.

"Manchmal müssen wir schon improvisieren und auf Situationen reagieren, die so bei der Bergrettung nicht auftreten", weiß Schmidberger. So erzählt der Logistiker, dass die Schweizer Rettungskräfte anstatt der handelsüblichen Vakuum-Matratze lieber zwei Dosen Bauschaum mit in den Berg nehmen. "Der Patient wird eingeschäumt und ist genauso fixiert," lacht Matthias Schmidberger. Die Lösung der Eidgenossen könne zwar nur einmal verwendet werden, spare jedoch viel Gewicht beim Transport in den Berg.

Eine Frage, die jeder Retter individuell für sich klären müsse. "Wie viel Material jeder Retter in seinen oder einen zusätzlichen Schleifsack verpackt, entscheidet am Ende die Kondition", so Schmidberger. Zu ungefähr 10 Kilogramm Gepäck zur Eigensicherung und Versorgung komme dann bis zu 20 Kilo an Material zur Versicherung der Höhle, medizinischer Ausrüstung, Essen oder Getränken.

"Sprichwörtlich ein Unterschied zwischen Tag und Nacht. Es ist dunkel, feucht und alleine die Vorstellung, dass da 400 Meter Fels über einem sind, kann die Psyche schon belasten," erklärt Schmidberger den Unterschied der Höhlenrettung zur regulären Bergrettung. Vergleichbar mit dem aktuellen Fall seien nur Rettungsaktionen die schon einige Zeit zurückliegen, erklärt der Lehrer. "Das ist schon lange her, dass Personen zum Beispiel in der Eiger Nordwand ähnlich lange am Berg festsaßen."    

Quelle: BGland24.de

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