Bei Bauarbeiten in Marktschellenberg

Neue historische Funde bei Stützmauerarbeiten?

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Neue archäologische Funde in Marktschellenberg?
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Marktschellenberg - Seit einigen Wochen wird in Marktschellenberg neben der Bundesstraße fleißig gebaut. Aufgrund historischer Funde mussten die Arbeiten zwischenzeitlich gestoppt werden.

Seit dem Frühjahr wird neben der Bundesstraße auf Höhe der Ortsdurchfahrt Marktschellenberg gebaut. Der Grund: Die Sanierung einer Stützmauer. 

Mitte Juli kamen bei den Abbrucharbeiten historische Segmentbögen zum Vorschein, was für einen sofortigen Baustopp sorgte, da allen klar war, dass es sich um ein Bauwerk mit denkmalpflegerischer Relevanz handelt. 

Deshalb wurde die Untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Berchtesgadener Land beteiligt und die denkmalgerechte Erkundung und Dokumentation als in diesem Fall angebrachtes denkmalpflegerisches Vorgehen festgelegt. 

Erfassung für den Denkmalschutz 

Es zeigte sich, dass durch die Abmessungen des neuen Bauwerks und der geneigten Baugrubenböschung zum sicheren Arbeiten in der Baugrube ein Erhalt der Bauwerke leider nicht möglich sein wird. Innerhalb einer Woche wurde der Mitte Juli freigelegte Bestand dokumentiert und in einer weiteren Woche die statischen Nachweise für die geänderte Bauweise erbracht und geprüft

Die verbleibende Zeit bis zum Baubeginn letzte Woche verstrichen mit dem organisieren einer Spezialtiefbaufirma durch die beauftragte Baufirma. Bei den Arbeiten wurden die Segmentbögen, Widerlager und die historische Tiefgründungskonstruktion freigelegt, dokumentiert und vermessen, aber auch zerstört. 

Ein 200 Jahre altes Bauwerk

Das ist wirklich sehr schade, steht man doch beeindruckt vor einem 200 Jahre alten Bauwerk, das mit einfachster Technik und viel Muskelkraft errichtet wurde, und trotzdem nicht erhalten werden kann“, so der verantwortliche Bauingenieur Martin Wagner im Gespräch mit BGLand24.de. 

Bilder: Neue historische Funde in Marktschellenberg?

Mitte dieser Woche wurden die Widerlager und die Fundamentsteine mit historischen Holzrammpfähle freigelegt. Von einem erneuten Baustopp ist derzeit nicht auszugehen. 

Bei den Widerlagern ist davon auszugehen, dass sie aus der Bauzeit der hölzernen Hangbrücken Schellenbergs stammen, von denen in historischer Literatur zu lesen ist", so Wagner. 

Was es mit diesen Hangbrücken auf sich hat und wie diese Konstruktion ausgesehen haben könnte, lesen Sie in einem weiteren Artikel auf BGLand24.de, wenn die ersten Funde ausgewertet sind.

Quelle: BGland24.de

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