Bürgerversammlung zum Chalet-Dorf in Marktschellenberg

"Der ist doch gar kein Einheimischer"

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Bürgerversammlung Marktschellenberg zum Chalet-Dorf-Projekt (Architekt Roland Richter (l), Hotelier Andreas Walker (r))
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Marktschellenberg - Ein Stuttgarter Hotelier möchte gerne seinen Lebensmittelpunkt nach Marktschellenberg verlegen und ein Chalet-Dorf bauen. Eine Bürgerversammlung sollte die Pläne den Bürgern nahe bringen. 

Bürgerversammlung Marktschellenberg zum Chalet-Dorf-Projekt

Schon die vergangene Gemeinderatssitzung der Marktgemeinde Marktschellenberg sorgte bei den Bürgern für großes Interesse und einer Handvoll Protestschilder. Auf einer Bürgerversammlung eine knappe Woche nach der Sitzung, wollte nun der Hotelier sich selber und sein Projekt den Marktschellenberger Bürgern vorstellen. "Wir haben alles bestuhlt was möglich war", so Bürgermeister Franz Halmich zu Beginn der Veranstaltung, denn - nicht alle Interessenten fanden einen Sitzplatz, so groß war das Interesse. 

Gekommen waren auch der Stuttgarter Hotelier Andreas Walker und sein Freilassinger Architekt Roland Richter. 

"Ich wünsche mir ein Miteinander"

Bürgerversammlung Marktschellenberg zum Chalet-Dorf-Projekt

Los ging es zunächst mit dem persönlichen Lebenslauf des gelernten Kochs und einer kleinen Historie über seinen persönlichen Werdegang. Dann folgte ein kurzer Abriss über sein geplantes Chalet-Dorf von Andreas Walker persönlich, der für dieses Lebensprojekt gemeinsam mit seiner Frau und seiner Mutter von Stuttgart nach Marktschellenberg ziehen möchte, um im Berchtesgadener Land heimisch zu werden. 

"Ich wünsche mir ein Miteinander mit den Bürgern von Marktschellenberg. Wo jeder seine Wünsche mit einbringen kann und wir für Marktschellenberg und den Landkreis ein Projekt mit Alleinstellungsmerkmal auf die Beine stellen", so Walker, bevor Bürgermeister Franz Halmich dann die Bürger aufforderte ihre Fragen zu dem Projekt zu stellen.

"Der ist doch gar kein Einheimischer"

Bürgerversammlung Marktschellenberg zum Chalet-Dorf-Projekt

Fragen zum Projekt kamen allerdings nicht wirklich viele. Zunächst ergriffen zwei Nachbarn das Wort und wetterten ausführlich dagegen. Es folgten zahlreiche weitere Kommentare von anderen Bürgern. Aber statt Fragen zu dem Projekt an sich zu stellen, war der Schwerpunkt der Diskussion eher von Schwarzmalerei geprägt, in der es hauptsächlich um die Frage ging, was mit dem Objekt passieren würde, wenn der "Fremde" scheitert. Selbst der Hinweis, dass die lokalen Handwerker und Landwirte dauerhaft von dieser Anlage profitieren würden oder auchein Lebensmittelgeschäft wieder eine Grundlage bekommen würde, da das Ressort eine monatliche Abnahmemenge garantieren würde, sorgte nicht wirklich für eine bessere Stimmung.

  • "Und was passiert, wenn er scheitert?"
  • "Steigen dann die Grundstückspreise wenn der das schafft?"
  • "Ich suche seit Jahren ein Baugrundstück und finde keines, warum bekommt der eines?
  • "Der ist doch gar kein Einheimischer"

"Wo soll in Marktschellenberg denn gutes Personal herkommen?"

Rund zwei Stunden dauerten die fast schon beleidigend wirkenden Kommentare. Noch nicht mal der Hinweis des Hoteliers, dass er rund zehn hochwertige Mitarbeiter samt Auszubildende aus dem Umland einstellen möchte, sorgte für bessere Stimmung. "Wo sollen die denn herkommen?" wurde dieses Argument versucht zu widerlegen. Das widerum sorgte bei denjenigen Marktschellenbergern für großen Unmut, die dem Projekt positiv, bzw. neutral gegenüberstanden und für sich berufliche Optionen sahen.

Bildergalerie: "Der ist doch gar kein Einheimischer"

Ich schäme mich für Marktschellenberg

Zum Ende meldeten sich dann aber doch ein paar Befürworter zu Wort: "Ich schäme mich für Marktschellenberg", so eines der Gemeinderatsmitglieder. Noch deutlicher wurde eine junge Marktschellenbergerin: "Seid doch froh, dass der Mann den Arsch in der Hose hat und hier, wo um 5 die Bürgersteige hoch geklappt werden, nicht nur leben möchte, sondern solch ein Projekt aufziehen möchte. Dass wäre doch wirklich ein wahrer Segen für uns alle.

Weitergehen sollte die Diskussion um das Chalet-Dorf auf der kommenden Gemeinderatssitzung am 23. Oktober. 

Was allerdings in der Nacht nach der Bürgerversammlung in Marktschellenberg passiert ist, lässt Schlimmstes befürchten für den bis dato noch friedlichen Ort. Lesen Sie alles über diesen unschönen Vorfall in einem weiteren Artikel auf BGLand24.de.

Quelle: BGland24.de

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