Betrug mit Blockheizkraftwerken: Ein Angeklagter flüchtet

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Er soll seinen Kunden nicht existierende Blockheizkraftwerke angedreht und dafür Millionen kassiert haben.

Nürnberg - Sie sollen ihren Kunden nicht existierende Blockheizkraftwerke angedreht und dafür Millionen kassiert haben. In Nürnberg hat der Prozess um einen großen Betrugsfall begonnen. Ein Angeklagter ist flüchtig.

Wegen Betrug mit Kleinkraftwerken müssen sich dreizehn Männer und eine Frau seit Montag vor dem Nürnberger Landgericht verantworten. Sie sollen zwischen November 2009 bis November 2010 gutgläubige Anleger im Schneeballsystem um mehr als 62 Millionen Euro betrogen haben.

Wie zu Prozesseginn bekannt wurde, ist ein 45-Jähriger bereits seit 11. September auf der Flucht. Da aber die Hauptbeschuldigten anwesend waren, wurde die Verhandlung fortgesetzt. Ein 56-jähriger Angeklagter hat in Untersuchungshaft einen Schlaganfall erlitten. Er sitzt im Rollstuhl. Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes muss die Verhandlung alle 40 Minuten unterbrochen werden.

Die Anklage lautet auf gewerbs- und bandenmäßigen Betrug. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten im Alter von 28 bis 59 Jahren vor, den Anlegern Renditen von jährlich rund 30 Prozent über eine Laufzeit von 20 Jahren versprochen zu haben. Bis zum Beginn der Ermittlungen im November 2010 soll es für die angebotenen Blockheizkraftwerke aber weder einen Prototypen noch ein serienreifes Einsparsystem gegeben haben. Es geht um 1417 Fälle.

Insgesamt wurden 1557 Zeugen benannt. Um sicherzugehen, dass kein Zeuge unerlaubt auf der Zuschauerbank Platz genommen hatte, ließ der Kammervorsitzende Bernhard Germaschewski den Schwurgerichtssaal zu Beginn räumen. Erst nach einem Gang durch die Sicherheitsschleuse und der Überprüfung der Personalien durften die Besucher wieder eintreten. Für das Verfahren sind 28 Prozesstage angesetzt. Der Prozess wird an diesem Mittwoch fortgesetzt.

dpa

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