+++ Eilmeldung +++

DNA-Spuren liefern Mann aus

Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

"Unbezahlbare Momente des Glücks"

+
Magdalena Neuner auf dem Irmengardhof: Wenn die Doppel-Olympiasiegerin den Audi-Generation-Award gewinnt, bekommt die Björn-Schulz-Stiftung ein Auto geschenkt. Dabei können ihr die OVB-Leser helfen. Foto simeth

Gstadt - Mit 25 Jahren ist sie schon eine Biathlon-Legende. Aber - und daran müssen sich ihre Fans erst noch gewöhnen - in der Loipe und am Schießstand wird man Magdalena Neuner nicht mehr sehen.

Stattdessen nimmt die Doppel-Olympiasiegerin am Chiemsee auf einer Kinderschaukel Platz - direkt vor dem Irmengardhof in Mitterndorf. Als Botschafterin der Einrichtung ist sie für den Audi-Generation-Award am 20. Oktober nominiert - und hofft im Vorfeld auf die Stimmen der Leserinnen und Leser der OVB-Heimatzeitungen.

Rekordsiegerin, beste Biathletin, bekannteste und beliebteste Sportlerin - mit Ehrungen und Auszeichnungen sind Sie geradezu überhäuft worden. Da kommt es auf einen Preis mehr oder weniger nicht an, möchte man meinen. Trotzdem scheint Ihnen der Audi-Award sehr am Herzen zu liegen. Warum?

Lesen Sie auch:

Magdalena macht MutWeil der Sieger des Publikumspreises einen von Audi gesponserten Firmenwagen für die von ihm unterstützte Einrichtung erhält. Das heißt: Wenn ich gewinne, bekommt die Björn-Schulz-Stiftung ein Auto - das wäre ein tolles Einstandsgeschenk für mich als neue Botschafterin der Stiftung, die hier in Mitterndorf eine wunderbare Oase geschaffen hat, in der schwerst kranke Kinder und deren Angehörige Kraft tanken können.

Worum geht es bei dem Award?

Während eine Jury die Preisträger der Kategorien Medien, Sport und Musik kürt, hat beim Publikumspreis eine Kommission drei Kandidaten bestimmt, die jetzt online gewählt werden können. Der Sieger erhält den Wagen, die anderen Nominierten einen Geldbetrag für ihr Projekt. Der Preis wird am 20. Oktober im "Bayerischen Hof" in München verliehen.

Vorgeschlagen sind neben Ihnen das Model Eva Padberg und die Schauspielerin Nora Tschirner. Was können Ihre Fans und die OVB-Leser tun?

Die Publikumswahl erfolgt online. Ich würde mich sehr freuen, wenn meine Fans beim Voting mitmachen würden und ich dadurch der Björn-Schulz-Stiftung mit einem Firmenwagen oder einem Geldbetrag weiterhelfen könnte. Die Arbeit der Stiftung ist für Familien mit sterbenskranken Kindern äußerst wichtig.

Wie lautet die Adresse im Internet?

Der Link zum Online-Voting ist: http://generationen.de/publikumspreis/nominierte.

Sicher ersticken Sie täglich in einer Flut von Anfragen und Wünschen. Warum engagieren Sie sich ausgerechnet für die Björn-Schulz-Stiftung und den Irmengardhof?

Die Sache hat mich sofort emotional gepackt, als ich Jürgen Schulz, den Stiftungsvorstand, bei einer kleinen Gala kennengelernt habe und er mir davon erzählt hat. Es war eine sehr bewegende Begegnung. Auch mein Management, das täglich viele Anfragen erhält, war ebenfalls auf Anhieb begeistert. Nun kann ich auch verstehen, dass die Leserinnen und Leser der OVB-Heimatzeitungen Ende 2010 überwältigende 780 000 Euro für den Umbau des Irmengardhofes gespendet haben.

Man könnte auch sagen, dass sich mit der Patenschaft ein Kreis schließt, der mit dem Namen Ihrer Schule und einer Erkrankung in der Familie begonnen hat...

Sie sind gut vorbereitet. Tatsächlich hieß meine Schule wie der Hof hier - die St.-Irmengard-Realschule in meinem Geburtsort Garmisch-Partenkirchen. Durch persönliche Erfahrungen in der Familie habe ich schon früh gelernt, was es heißt, krank zu sein. Deshalb finde ich es toll, dass die Björn-Schulz-Stiftung nicht nur an die kranken Kinder, sondern auch an deren Geschwister, Eltern und Verwandte denkt.

Und Ihr Verhältnis zum Chiemsee?

Das ist ausbaufähig. Bei mir daheim haben wir den Walchensee ja quasi vor der Haustür - und von dort zum Chiemsee sind es zwei Autostunden Ich war auch noch nie auf der Herreninsel, bin aber schon mit einem Kajak drum herum gepaddelt, das erste Mal mit 16. Das war keine schöne Erfahrung. Weil Kajakfahren die Oberkörpermuskulatur stärkt und die Koordination verbessert, trainierten wir Biathletinnen ab und zu auf dem Chiemsee. Wir gingen bei Rimsting ins Wasser, aber ich kam nicht voran, das Boot wackelte wie wild - ich war verzweifelt, dachte, ich schaffe die Runde um die Insel nie.

Vor einem halben Jahr haben Sie die Langlauf-Ski in die Ecke gestellt, ihr Leben komplett umgekrempelt. Langeweile kommt wohl trotzdem nicht auf...

Im Gegenteil. Ich bin viel auf Terminen unterwegs, und daheim im Wallgau klingelt ständig das Telefon oder es stehen wildfremde Menschen im Garten, die ,ihre Lena nur mal drücken' wollen. Das ist die Kehrseite der Popularität, das kann schon an die Substanz gehen. Aber es gibt nach dem Spitzensportlerleben auch viele Erlebnisse, die einem Kraft geben - zum Beispiel die Atmosphäre hier auf dem Irmengardhof und die kostbaren Glücksmomente zusammen mit Kindern, die sich trotz oder gerade wegen ihres schweren Schicksals über kleine Dinge riesig freuen können. Dieses herzliche Lächeln, die glänzenden Augen - das sind auch für mich unbezahlbare Geschenke, Augenblicke und Erfahrungen. Ich fühle mich sehr wohl hier, komme gern wieder. Und dann klappt es sicher auch mal mit einer Schlossbesichtigung auf Herrenchiemsee.

Interview: Ludwig Simeth/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser