News-Ticker zur Corona-Pandemie

Verschiebung der nächsten Bund-Länder-Runde steht im Raum - Hausärzte beschleunigen Impftempo massiv

Coronavirus - Impfung in Hausarztpraxis
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Nach dem Einstieg der Hausärzte hat sich die Zahl der Corona-Impfungen in Deutschland sprunghaft erhöht.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Donnerstag, 8. April, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 113,3, Landkreis Rosenheim 68,9, Landkreis Traunstein 169,2, Landkreis Berchtesgadener Land 99,1, Landkreis Mühldorf 156,2, Landkreis Altötting 152,4 (Quelle/Stand: RKI, 8. April, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 3343, Landkreis Rosenheim 11.961, Traunstein 8854, Berchtesgadener Land 4998, Mühldorf 5423, Altötting 4734 (Quelle/Stand: RKI, 8. April, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 55, Landkreis Rosenheim 434, Traunstein 197, Berchtesgadener Land 99, Mühldorf 136, Altötting 194 (Quelle/Stand: RKI, 8. April, 0 Uhr)
  • Mindestens 77.707 Todesfälle in Deutschland (13.413 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 21.07 Uhr - Kultusminister: Abiturprüfungen finden statt

Die Abiturientinnen und Abiturienten in Deutschland sollen ihre Prüfungen in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie ablegen.

Die Kultusministerinnen und Kultusminister lassen die Abschlussprüfungen im Schuljahr 2020/2021 durchführen, wie die Kultusministerkonferenz nach einer Mitteilung vom Donnerstag beschlossen hat. Insgesamt legten sich die Kultusminister grundsätzlich auf einen Öffnungskurs fest. Gleichzeitig verzichteten die Länder auf einheitliche Schritte. Mehrere Länder hatten schon angekündigt, dass die meisten Schülerinnen und Schüler nach den Osterferien mit Homeschooling unterrichtet werden.

„Als Kultusministerinnen und Kultusminister sehen wir es als unsere Aufgabe, Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben und uns dafür einzusetzen, ihnen – soweit es geht – ihre Lebenswelt zurückzugeben“, beschlossen die Minister nach stundenlangen Beratungen. Die Länder wollen begleitet durch eine umfassende Test- und Impfstrategie so viel Präsenzunterricht wie möglich anbieten, „im modifizierten Regelbetrieb oder im Wechselmodell“. Vor allem Abschlussklassen hätten Vorrang beim Präsenzunterricht.

Die Testmöglichkeiten sollten so ausgebaut werden, dass allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften und sonstigen an Schule Beschäftigten zweimal wöchentlich die Möglichkeit für einen Selbsttest angeboten werden kann.

Auch künftig müssten die Hygieneregeln strikt eingehalten werden. Allen Beschäftigten an Schulen mit Schülerkontakt solle ein früher Impftermin angeboten werden.

Update, 20.11 Uhr - Verbände fordern Teststrategie für Öffnungen in München

Wirtschafts- und Kulturverbände fordern für die bayerische Landeshauptstadt München eine kommunale Teststrategie, damit Geschäfte, Restaurants und Theater in der Pandemie wieder öffnen können.

„Sobald es dauerhaft wärmer wird, werden die Bürgerinnen und Bürger wieder zu vielen Tausenden den öffentlichen Raum nutzen, ob mit oder ohne Teststrategie“, teilten die Verbände am Donnerstag mit.

Als eine der von der Landesregierung geplanten Modellstädte für vorsichtige Öffnungen kommt München wegen seiner Größe nicht infrage.

Die Stadt sollte jedoch unabhängig davon ein Konzept für einheitliche und flächendeckenden Corona-Schnelltests entwickeln, hieß es von den Verbänden, wie der Tourismus Initiative München, den Innenstadtwirten, dem Handelsverband und der Handwerkskammer. Dafür müsse die Stadt unter anderem Teststationen aufbauen, kostenlose Tests ermöglichen und eine Koordinierungsstelle einrichten.

Update, 18.58 Uhr - Verschiebung der nächsten Bund-Länder-Corona-Runde steht im Raum

Vier Tage vor der nächsten Bund-Länder-Runde zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise steht eine Verschiebung des Treffens im Raum.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Länderkreisen deutet sich an, dass das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten nicht wie vor Ostern vereinbart am kommenden Montag stattfinden könnte. Entschieden sei dies aber noch nicht, hieß es übereinstimmend.

Kanzlerin und Ministerpräsidenten kämen in der Diskussion über die weitere Corona-Politik nicht voran, deshalb werde es immer wahrscheinlicher, dass die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit Merkel um einige Tage verschoben werde, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“.

Den MPK-Vorsitz hat derzeit das Land Berlin. Die dortige Landesregierung wollte die Berichte über eine mögliche Verschiebung am Donnerstag nicht kommentieren.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte schon am Mittwoch erklärt, dass der Termin am kommenden Montag möglicherweise zu früh komme. Entscheidend sei, dass sich vorher klare Mehrheiten abzeichneten, sagte er. „Wir müssen definieren, was auf der nächsten MPK beschlossen wird.“

Update, 18.09 Uhr - Impfungen durch Hausärzte beschleunigen Impftempo massiv

Nach dem Einstieg der Hausärzte hat sich die Zahl der Corona-Impfungen in Deutschland sprunghaft erhöht. So wurden am Mittwoch rund 656.000 Dosen verabreicht - 290.000 mehr als am Vortag. Das geht aus der täglichen Impfstatistik des Robert Koch-Instituts hervor.

Am Mittwoch starteten in den meisten Bundesländern die Impfungen in den insgesamt 35.000 teilnehmenden Hausarztpraxen. Bisher waren an keinem Tag mehr als 367.000 Corona-Impfdosen in Deutschland verabreicht worden. In der Regel waren es deutlich weniger.

Insgesamt verabreicht wurden seit dem Start der Impfkampagne im Dezember 16,26 Millionen Impfdosen. 13,8 Prozent der Menschen in Deutschland wurden mindestens einmal geimpft - nach 13 Prozent am Vortag. Vollständig geimpft wurden 5,7 Prozent.

In Bayern wurden bislang 2.640.106 Menschen gegen Sars-Cov-2 geimpft.

Zwischen den Bundesländern gibt es nach wie vor große Unterschiede beim Impffortschritt. Spitzenreiter ist Bremen, wo 16,5 Prozent der Bevölkerung mindestens die Erstimpfung hat. Es folgen das Saarland (15,9 Prozent), Schleswig-Holstein (15,8 Prozent), Brandenburg (15,5 Prozent), Thüringen (15 Prozent), Sachsen-Anhalt (14,6 Prozent), Rheinland-Pfalz (14,3 Prozent), Berlin (14 Prozent) und Bayern (13,9 Prozent).

Update, 17.13 Uhr - 57 Corona-Neuinfektionen im Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 1056 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 169,2

Seit der letzten Pressemitteilung am 7. April sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 57 Neuinfektionen eingegangen.

Es liegen insgesamt 8909 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 7654 Personen (65 Personen mehr seit der Meldung vom 7. April).

Beim Gesundheitsamt Traunstein sind seit der letzten Pressemitteilung zwei Todesmeldungen eingegangen. Es handelt sich dabei um zwei Frauen im Alter von 82 und 86 Jahren. Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 199 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen vor.

Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 25 COVID-19-Patienten behandelt, davon 18 auf der Normalstation und 7 auf der Intensivstation.

Mittlerweile wurden im Landkreis Traunstein 22.500 Personen mit der Erstimpfung versorgt, davon haben bereits 9.715 Personen die Zweitimpfung erhalten.

Update, 16.42 Uhr - Bayerische Landesärztekammer: „MRNA-Impfstoffe und vektorbasierte Impfstoffe in die Praxen!”

Das flächendeckende Impfen gegen Covid-19 durch die Hausärztinnen und Hausärzte wird entscheidend sein zur Verhinderung von schweren Covid-19-Verläufen, die eine Krankenhausbehandlung erforderlich machen, sowie von Todesfällen. „Gut gelingen kann die Impfkampagne jedoch nur, wenn den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, insbesondere den Hausärztinnen und Hausärzten, auch alle zugelassenen Impfstoffe zur Verfügung stehen“, sagt Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK).

Bayerns Ärztechef fordert, dass sowohl mRNA-Impfstoffe (bspw. von Biontech/Pfizer), als auch vektorbasierte Vakzine (beispielsweise von AstraZeneca) dauerhaft in die Praxen kommen. „Je nach Indikation können wir unsere Patientinnen und Patienten mit dem für sie geeigneten Impfstoff versorgen“. Durch die große Erfahrung und Expertise der Hausärztinnen und Hausärzte, könne der Bevölkerung ein breiteres und adäquates Angebot gemacht werden. Die Entscheidung, welcher Impfstoff verabreicht werde, sei eine medizinische. Alle bisher zugelassenen Impfstoffe gegen COVID-19 hätten eine gute Wirksamkeit.

Quitterer warnt in diesem Zusammenhang davor, die Mitwirkungsbereitschaft der niedergelassenen Ärzte durch ein Hin und Her bei den Impfstoffen zu gefährden, die den Praxen zur Verfügung gestellt werden.

Update, 15.43 Uhr - 24 neue COVID-19-Fälle im Berchtesgadener Land: Inzidenz kratzt an den 100

Berchtesgadener Land. Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern erneut 24 weitere bestätigte COVID-19-Fälle im Landkreis gibt. Davon befanden sich fünf Personen als direkte Kontaktpersonen in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle mit Wohnsitz im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 4998 (Stand RKI: 8. April 0 Uhr). Nach derzeitigem Meldungsstand liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land bei 99,1 (Stand RKI: 8. April 0 Uhr).

Von den insgesamt 4998 COVID-19-Fällen sind mittlerweile 4753 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 146 aktive COVID-19-Fälle im Landkreis, davon 19 in Einrichtungen im Landkreis Berchtesgadener Land (dazu zählen Alten- und Pflegeheime, Gemeinschaftsunterkünfte, Kindergärten und Schulen). In den vergangenen 7 Tagen gab es insgesamt 105 neue COVID-19-Fälle.

Bei allen positiv getesteten COVID-19-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein, wie etwa eine häusliche Quarantäne. Aktuell befinden sich 291 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne.

In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 14 COVID-19-Patienten stationär behandelt. Davon werden zwei Patienten intensivmedizinisch betreut. Hinweis: Einige dieser Patienten haben ihren Wohnsitz nicht im Berchtesgadener Land und gehören somit auch nicht zu der Gesamtgruppe der insgesamt bestätigten BGL-COVID-19-Fälle.

Update, 15.10 Uhr - Aiwanger fordert Erleichterungen für Schulkinder: „Negativ getestet heißt runter mit der Maske“

Der stellvertretende bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) möchte Schulkindern nach einem negativen Corona-Test Unterricht ohne Maske erlauben. In einigen Wochen solle es seiner Ansicht nach heißen: „negativ getestet heißt runter mit der Maske“, sagte er am Donnerstag bei einer Diskussionsveranstaltung mit der Initiative „Lasst uns öffnen“, die sich für Lockerungen der Corona-Maßnahmen einsetzt.

Aiwanger verteidigte die Planung, Tests direkt in den Schulen abzunehmen. Wenn man sie die Eltern und Kinder zuhause machen lasse, müsse man bedenken, dass es auch 20 Prozent Kinder gebe, die ohne Frühstück in die Schule geschickt würden. Daher müsse man dann damit rechnen, dass ein zweistelliger Prozentsatz „ohne Test in der Schule aufschlägt“. Ein Test in der Schule berge zwar das Risiko, dass ein positiv getestetes Kind „mit hochrotem Kopf in der Klasse sitzt“, weil ihm das Ergebnis peinlich sei, dennoch glaube er, dass dies der richtige Weg sei. Ursprünglich seien die Freien Wähler zwar für Elterntests gewesen, hätten sich in der Koalition aber nicht durchsetzen können.

Aiwanger verteidigte dabei auch das sogenannte Tübiger Modell, das Lockerungen für Gastronomie, Kultur und Handel mit aktuellen negativen Tests vorsieht. Er würde nicht unterschreiben, dass es gescheitert sei.

Update, 14.31 Uhr - 44 Neuinfektionen im Landkreis Altötting

Das Landratsamt Altötting meldet 44 neue Corona-Fälle. Bei sechs Fällen handelt es sich um Schnelltests, welche durch einen positiven PCR-Test bestätigt wurden.

Landkreisweit gibt es aktuell 295 aktive Fälle, die meisten davon in Burghausen (35), gefolgt von Altötting (34), Pleiskirchen (27) und Neuötting (23). Die einzig „Corona-freie” Gemeinde im Landkreis ist derzeit nach wie vor Haiming. Die 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Altötting liegt am Donnerstag laut RKI bei 152,4 (Stand: 8. April, 0 Uhr).

Update, 13.49 Uhr - Holländische Ermittler verhindern Anschlag auf Impfzentrum

Niederländische Ermittler haben nach eigenen Angaben einen Anschlag auf ein Corona-Impfzentrum verhindert. Ein 37 Jahre alter Mann sei unter dem Verdacht eines Terroranschlags in Den Helder festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Der Mann wollte den Angaben zufolge einen Sprengkörper in dem Impfzentrum explodieren lassen und dadurch die Impfungen sabotieren.

Die Festnahme des mutmaßlichen Täters erfolgte nach Angaben der Justiz bereits am 18. März. Bei Krawallen gegen den Lockdown hatte es im Januar auch Angriffe auf Testzentren gegeben.

Die Staatsanwaltschaft stuft die Tat als Terrorakt ein: „Der Verdächtige wollte mit seinem Handeln der Bevölkerung große Angst einflößen und wirtschaftliche und soziale Strukturen des Landes destabilisieren.“ Der Haftrichter verlängerte die Untersuchungshaft um drei Monate. Die Ermittlungen nach möglichen Komplizen dauern an.

Update, 12.44 Uhr - Bayern-SPD bekräftigt Forderung nach Testpflicht für Unternehmen

Die bayerische SPD hat im Kampf gegen Corona eine Testpflicht für Firmen und Betriebe angemahnt. Eine freiwillige Selbstverpflichtung funktioniere nicht, sagte SPD-Generalsekretär Uli Grötsch laut Mitteilung am Donnerstag in München. „Es ist deshalb unverständlich, dass die Staatsregierung zwar die Schulen mit einer Testpflicht belegt, es aber bei der Wirtschaft weiter bei einer Androhung belässt.“

Nur jeder vierte Arbeitnehmer bekomme nach einer Erhebung der Hans-Böckler-Stiftung im Betrieb ein reales Testangebot, sagte Grötsch. „Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nicht ins Homeoffice schicken, dürfen bei der Pandemiebekämpfung kein blinder Fleck sein.“ Die SPD kämpfe seit Wochen für eine Testpflicht.

Update, 11.31 Uhr - Lauterbach hat sich mit Astrazeneca impfen lassen

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat sich mit dem Präparat von Astrazeneca gegen Corona impfen lassen. Das gab der 58-Jährige am Mittwochabend via Twitter bekannt. „Astrazeneca Impfstoff ist heute leider erneut in Schlagzeilen. Wahr ist: es ist ein hochwirksamer Impfstoff, schwere Nebenwirkungen sind sehr rar“, schrieb Lauterbach. Der Leiter des Impfzentrums in Leverkusen und er hätten am Dienstag zahlreiche Dosen des Mittels verabreicht. „Selbstverständlich habe ich ihn auch genommen.“ Dazu postete Lauterbach zwei Fotos, auf einem davon ist er bei seiner eigenen Impfung zu sehen.

Bereits am Dienstag schrieb Lauterbach bei Twitter, dass er den ganzen Tag im Impfzentrum Leverkusen gearbeitet habe. Eine solche Hilfsaktion hatte Lauterbach Mitte Februar kurzfristig abgesagt - aus Sorge vor Protesten. „Polizei und Sicherheitsbehörden sahen Gefährdung“, twitterte Lauterbach damals. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte der SPD-Politiker angekündigt, sich das Astrazeneca-Präparat spritzen lassen zu wollen.

Update, 11.08 Uhr - Vorstoß aus Unionsfraktion für mehr Bundeskompetenzen in Pandemie

Angesichts des uneinheitlichen Vorgehens der Länder bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie kommt aus der Unionsfraktion im Bundestag ein Vorstoß für mehr Kompetenzen des Bundes. Ziel ist es, bundesweit gleiche Maßnahmen in der Krisenbewältigung zu ermöglichen. Die Initiative der Abgeordneten Norbert Röttgen, Johann Wadephul und Yvonne Magwas sieht vor, „dem Bund (zusätzlich) dieselben Handlungsmöglichkeiten zu geben wie den Ländern, nämlich durch Rechtsverordnung die Durchsetzung der nationalen Ziele des Infektionsschutzgesetzes zu gewährleisten“.

Die drei CDU-Parlamentarier machen diesen Vorschlag in einer Mail an andere Mitglieder der Unionsfraktion. Zunächst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Der Deutschen Pressse-Agentur in Berlin liegt die Mail vor.

Eine Einigung auf gemeinsames Handeln sei „zuletzt und andauernd“ nicht mehr möglich gewesen, schreiben die drei Abgeordneten. „Dadurch wurde die Schwäche des Infektionsschutzgesetzes sichtbar, die darin besteht, dass dieses Gesetz nur die Landesregierungen zum Erlass von Rechtsverordnungen ermächtigt, mit denen die Ziele des Gesetzes erfüllt werden sollen, nicht aber die Bundesregierung.“ Diese Lücke im Infektionsschutzgesetz müsse der Bundestag zügig schließen.

Röttgen, Wadepuhl und Magwas bitten die angeschriebenen Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion, sich ihrem Vorstoß anzuschließen. Da Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) in der Vergangenheit ebenfalls für bundesweit einheitliche Regelungen plädiert hatte, dürfte er der Initiative positiv gegenüber stehen.

Update, 10.42 Uhr - 54 Neuinfektionen und zwei weitere Todesfälle im Landkreis Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf am Inn sind zwei weitere Personen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, verstorben. Laut Information des InnKlinikums Altötting und Mühldorf handelt es sich dabei um eine 87-jährige Frau sowie um einen 91 Jahre alten Mann.

Seit der letzten Statusmeldung vom Mittwoch, den 7. April, gibt es 54 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 8. April, 0 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf am Inn 345 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt laut RKI (Stand: 8. April, 3.08 Uhr) bei 156,2.

Update, 9.38 Uhr - Inzidenz in Bayern sinkt erneut - RKI: Noch von Ostertagen beeinflusst

Die Corona-Inzidenz in Bayern ist erneut gesunken. Am frühen Donnerstag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) für den Freistaat eine Inzidenz von 119 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche. Am Mittwoch lag sie bei 121. Das RKI warnt allerdings nach wie vor, dass die aktuellen Zahlen wegen der Osterfeiertage verzerrt sein können, weil Menschen nicht zum Arzt gingen oder Ergebnisse verspätet gemeldet werden.

Die Zahlen weisen in Bayern mit der Stadt Aschaffenburg wieder einen Kreis mit einer Inzidenz unter 50 aus. 32 weitere liegen zwischen 50 und 100. Inzidenzen von mehr als 100 weisen 63 Landkreise und kreisfreie Städte auf. Am stärksten betroffen ist die Stadt Hof mit einer Inzidenz von 429,9. Das ist auch bundesweit der höchste Wert.

Update, 8.40 Uhr - UEFA-Präsident hält EM-Spiele in München mit Fans für möglich

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hält nach einem Treffen mit Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) EM-Spiele in München trotz Corona-Pandemie für möglich. Es sei ein gutes Treffen gewesen, sagte der Slowene am Mittwochabend am Rande des Champions-League-Spiels FC Bayern München gegen Paris Saint-Germain im Pay-TV-Sender Sky. „Und ich bin mir auch sicher, dass der Ministerpräsident bemüht ist, dass die EM hier stattfinden wird. (...) Wenn es die Situation erlaubt, erwarten wir Zuschauer“, betonte er. Zum Treffen mit Söder sagte Ceferin: „Da ist viel guter Wille und viel Optimismus.“

Zuletzt hatte es Diskussionen darüber gegeben, dass die Europäische Fußball-Union (UEFA) in den zwölf Spielorten auf EM-Spiele mit Zuschauern bestehen werde. Wegen der Infektionslage in Deutschland sind derzeit aber keine Sportveranstaltungen mit Zuschauern erlaubt. München hatte auf Anfrage mitgeteilt, „weiterhin mit verschiedenen Szenarien, was mögliche Zuschauer im Stadion betrifft“, zu planen. Im Stadion des FC Bayern sollen die drei deutschen Gruppenspiele gegen Frankreich (15. Juni), Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni) sowie ein Viertelfinale (2. Juli) ausgerichtet werden.

Update, 7.25 Uhr - BGL „kratzt“ wieder an kritischer 100er-Grenze

7-Tage-Inzidenzen in Südostbayern (Stand: 8. April 2021).

Die Corona-Fallzahlen bzw. 7-Tage-Inzidenzen in den Städten und Kreisen der Region sind im Vergleich zum Vortag größtenteils angestiegen. Laut den neuesten RKI-Daten meldete lediglich der Landkreis Rosenheim ein weiteres Absinken der Inzidenz - und zwar deutlich von 80,7 auf 68,9. Gestiegen sind die Werte dagegen in der Stadt Rosenheim (von 102,3 auf 113,3) sowie in den Kreisen Traunstein (von 157,3 auf 169,2), Berchtesgadener Land (von 92,5 auf 99,1), Mühldorf (von 138,9 auf 156,2) und Altötting (von 146,2 auf 152,4).

Das Berchtesgadener Land „kratzt“ übrigens mit einer Inzidenz von jetzt 99,1 (wieder) knapp an der kritischen 100er-Marke. Würde dieser Wert drei Tage in Folge überschritten werden, würde die „Corona-Notbremse“ im lockdown-geplagten Landkreis greifen. Zudem wurden in der Region zwei weitere Corona-Todesfälle aus dem Landkreis Mühldorf gemeldet.

RKI meldet über 20.000 neue Fälle und 306 Todesopfer

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages nun 20.407 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 306 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus den neuesten Zahlen des RKI hervor (Stand: 8. April, 0 Uhr). Das RKI geht jedoch davon aus, dass sich rund um die Osterfeiertage weniger Menschen testen ließen, was zu einer geringeren Meldezahl an die Gesundheitsämter führe. Zudem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter an allen Tagen Daten an das RKI übermittelten (News-Ticker Mittwoch, 7. April).

Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 24.300 Neuinfektionen und 201 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 105,7. Am Vortag gab das RKI diese mit 110,1 an.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.930.852 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.631.400 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 77.707. In Bayern kamen 31 neue Todesfälle hinzu (gesamt nun 13.413).

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht bei 0,76 (Stand: 7. April; Vortag: 0,81). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 76 weitere Menschen anstecken. Eine Absenkung des R-Werts könne auch mit den Osterfeiertagen zusammenhängen, schrieb das RKI: „Die Werte können erst in einigen Tagen bewertet werden.“

mw/aic/dpa

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