News-Ticker zur Corona-Pandemie

Laschet will „Brückenlockdown“: Hausärzte beginnen mit Impfungen - wenig Zuspruch für Demos in Bayern

Coronavirus - Landesregierung NRW
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Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Ostermontag, 5. April, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 102,3, Landkreis Rosenheim 80,7, Landkreis Traunstein 160,2, Landkreis Berchtesgadener Land 89,7, Landkreis Mühldorf 135,5, Landkreis Altötting 151,5 (Quelle/Stand: RKI, 5. April, 7 Uhr)
    Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 3307, Landkreis Rosenheim 11.880, Traunstein 8701, Berchtesgadener Land 4947, Mühldorf 5323, Altötting 4652 (Quelle/Stand: RKI, 5. April, 7 Uhr)
    Todesfälle: Stadt Rosenheim 55, Landkreis Rosenheim 434, Traunstein 197, Berchtesgadener Land 98, Mühldorf 134, Altötting 194 (Quelle/Stand: RKI, 5. April, 7 Uhr)
    Mindestens 77.013 Todesfälle in Deutschland (13.323 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 17.58 Uhr - Viele Hausärzte beginnen mit Corona-Impfungen

 In Deutschland beginnt die zweite Stufe der Impfkampagne gegen das Coronavirus. In vielen Regionen starten am Dienstag auch die Hausärzte mit Impfungen in ihren Praxen - oder bereiten sich darauf vor, in den nächsten Tagen loszulegen. Bislang wurden die Vakzine vor allem in den bundesweit 430 Impfzentren verabreicht.

Da zunächst nur wenig Dosen Impfstoff zur Verfügung stehen, wird es in den Praxen allerdings zunächst langsam losgehen. In der ersten Woche erhalten alle Praxen zusammen erst einmal 940 000 Impfdosen. Das macht rein rechnerisch nur gut 26 Dosen pro Praxis.

Insgesamt wollen in dieser Woche bundesweit 35 000 Hausarztpraxen loslegen. „Das wird noch kein großer Schritt sein, aber ein wichtiger“, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag erklärt.

Eine zentrale Einladung für die Patienten gibt es nicht, wie das Bundesgesundheitsministerium erläutert. Wie sie Impftermine vergeben, können die Hausarztpraxen selbst regeln - zum Beispiel per Telefon oder mit Online-Buchungen.

Update 17 Uhr - Wenig Zuspruch für Corona-Demos in Bayern

Die für Ostermontag angekündigten Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen sind auf wenig Zuspruch gestoßen. Drei von vier angemeldeten Veranstaltungen in München wurden kurzfristig abgesagt, wie die Polizei mitteilte. Zu einer weiteren kamen nur etwas mehr als 200 Personen. Angemeldet waren bei dieser Demonstration 1000 Menschen. Laut Polizei verlief die Veranstaltung ruhig. Rund 400 Beamte waren im Einsatz, der Großteil davon auf der Theresienwiese, wo die Demonstration stattfand. Für den Abend war eine weitere Demonstration in Nürnberg mit maximal 250 Personen angemeldet.

Update, 16 Uhr - Kommt bald der „Brückenlockdown“? Laschet will MPK vorziehen

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat sich angesichts der dritten Corona-Welle für einen harten und kurzen Lockdown im April ausgesprochen. Mit einem solchen „Brückenlockdown“ müsse die Zeit überbrückt werden, bis viele Menschen geimpft seien, sagte der CDU-Bundesvorsitzende am Montag nach einem Besuch des Impfzentrums der Städteregion Aachen gemeinsam mit dem Präsidenten der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx. Vor diesem Hintergrund sprach sich Laschet für ein Vorziehen der für den 12. April geplanten Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder auf die kommenden Tage aus.

Die Lage erfordere es, „dass wir nochmal in vielen Bereichen nachlegen und uns Richtung Lockdown bewegen“, sagte Laschet. Er sei sich bei seiner Einschätzung mit vielen Ministerpräsidenten, der Kanzlerin und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) einig. Es seien nun mehr Tempo und klare Entscheidungen notwendig. Die Runde der Ministerpräsidenten mit Merkel müsse in dieser Woche in Präsenz tagen. „Wir dürfen nicht wieder eine Ministerpräsidentenkonferenz erleben wie beim letzten Mal. Mit stundenlangen Diskussionen, mit stundenlangen Auszeiten.

Gebraucht würden weniger private Kontakte, sagte Laschet mit Blick auf seine Forderung nach einem „Brücken-Lockdown“. Das könnten auch Ausgangsbeschränkungen in den Abend- und Nachtstunden bedeuten. Diese seien ein effektives Mittel, um Kontakte im privaten Raum zu reduzieren. Zudem müsse man sich auf das Notwendige bei Kitas- und Schulen fokussieren - bei gleichzeitiger Absicherung durch flächendeckende und eng getaktete Tests.

Mehr müsse zudem im Bereich Homeoffice getan werden. „Es sind immer noch viel zu viele Menschen in Bewegung zum Arbeitsplatz“, sagte Laschet. In den zwei bis drei Wochen des Lockdowns müsse die Homeoffice-Offensive der Wirtschaft nochmals vorankommen. Dazu werde die Bundesregierung diese Woche nochmals mit den Wirtschaftsverbänden auch über Testungen sprechen. Es müsse zudem bei der Schließung der Gastronomie bleiben, außerdem müsse es im gesamten Freizeitbereich nochmals eine Reduzierung geben.

Update, 13.38 Uhr - Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz kritisiert Corona-Politik: „Das ist zum Weinen.“

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat wegen der Defizite der deutschen Politik und Gesellschaft im Umgang mit der Corona-Pandemie mehr Mut zu Veränderung gefordert. Den Bürgern sei in der Krise „brutal vor Augen geführt“ worden, „dass Deutschland sich überbürokratisiert und die Digitalisierung auf vielen Feldern komplett verschlafen hat“, sagte Ischinger dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel (Ausgabe vom Dienstag). Während andere Länder längst durchdigitalisiert seien, mache Deutschland sich „lächerlich“, meinte der frühere Spitzendiplomat und fügte hinzu: „Das ist zum Weinen.“

Ihn ärgere, „dass unsere Politiker nicht mehr Pragmatismus wagen“, sagte Ischinger. Die Schlussfolgerung könne nur lauten: „Wir müssen den Mut zu Veränderungen aufbringen.“ Wandel durchzusetzen, werde in Deutschland schwer werden, weil dort „Vollkaskomentalität weit verbreitet“ sei und viele „bloß kein Risiko eingehen“ wollten. „Diese Welt ist jedoch immer stärker von Risiken und rücksichtslos geführten Großmachtkonflikten geprägt“, warnte der frühere Botschafter und Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Die nächste und übernächste Pandemie warte schon. Deshalb gelte: „Besser, wir schlagen jetzt die Pflöcke ein, damit wir beim nächsten Mal früher, entschlossener und effizienter reagieren können.“

Update, 13.13 Uhr - Corona-Einsatz für die Polizei München am Osterwochenende

Am Samstag, 3. April, gegen 22 Uhr, meldete sich eine Mitteilerin bei der Einsatzzentrale der Polizei und gab an, dass in der Steinheilstraße in der Maxvorstadt eine große Anzahl an Menschen aus einem leerstehenden Gebäude kämen und sich dort mit großer Lautstärke aufhielten.

Aufgrund dessen wurden mehrere Streifen der Münchner Polizei zur Einsatzörtlichkeit geschickt und konnten sowohl vor dem Objekt als auch im Gebäude eine große Anzahl an Personen feststellen, wobei die Personen vor dem Gebäude am Gehen waren. Die vor Ort befindlichen Personen wurden daraufhin durch die Einsatzkräfte kontrolliert. Nach ersten Erkenntnissen fand vor eine Art Kunstveranstaltung unangemeldet statt. Es wurden 13 Personen im Alter von 20 bis 37 Jahren wegen der Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Ebenfalls am Samstag, 3. April, meldete sich gegen 18.20 Uhr, ein Mitteiler beim Polizeinotruf und gab an, dass in Untersendling eine Veranstaltung stattfinden solle. Vor Ort konnten die eingesetzten Streifen der Münchner Polizei in einem dort befindlichen Lokal elf Personen im Alter von 40 bis 85 Jahren unerlaubterweise antreffen. Alle elf wurden wegen der Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt und erhielten einen Platzverweis.

Update, 12.14 Uhr - Spahn: „Impfen verhindert nicht die dritte Welle“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor anhaltender Ansteckungsgefahr durch das Corona-Virus gewarnt. „Impfen verhindert nicht die dritte Welle, die dritte Welle wächst“, sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin während eines Besuches im Impfzentrum Messe. Länder mit bereits höherer Impfquote wie Chile, Großbritannien oder die USA zeigte, dass Kontaktbeschränkungen weiter notwendig seien.

Spahn nannte die Situation auf den Intensivstationen und in den Kliniken angesichts steigender Auslastungszahlen besorgniserregend. „Wir müssen diese dritte Welle miteinander brechen und Kontakte reduzieren“, sagte er. „Vor allem im privaten Bereich, in den Schulen, auf Arbeit, wo es eben geht.“

Der Minister appellierte an die Länder, „dort, wo eine Inzidenz von über 100 ist, die vereinbarte Notbremse konsequent umzusetzen, um die Zahlen runter zu bringen“.

Zu Forderungen aus der CSU nach bundeseinheitlichen Regeln sagte Spahn, Ziel müsse sein diese Welle zu brechen. „Idealerweise gibt es ein bundeseinheitliches Vorgehen.“ Der Mechanismus der Notbremse sei gemeinsam vereinbart. Danach müssten Landkreise, Regionen, Länder bei einer Inzidenz von mehr als 100 zusätzliche Beschränkungen regeln und Öffnung zurücknehmen.

„Deswegen ist nicht der Weg entscheidend, über den gerade so viel geredet wird. Ich finde viel entscheidender, dass es passiert, dass die Notbremse konsequent angewandt wird und dass wir diese Welle zügig besser früher als später brechen.“

Update, 11.08 Uhr - 17 neue Corona-Fälle im Landkreis Altötting

Das Landratsamt Altötting teilt mit, dass seit der letzten Meldung vom Ostersonntag (4. April) 17 neue PCR-bestätigte Corona-Fälle gemeldet wurden. Damit steigt die Gesamtzahl der bislang bestätigten Infektionen im Landkreis auf 4649 an.

Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz laut RKI liegt bei 151,5. Per Schnelltest wurden zwei positive Ergebnisse gemeldet, welche noch per PCR-Test abgeklärt werden müssen und in Folge noch nicht in die Statistik gerechnet wurden. Am Montag (5. April) wurden sechs Schnelltest via PCR-Test bestätigt und die Ergebnisse an das LGL übermittelt.

Update, 10.46 Uhr - Vier neue bestätigte Fälle im Landkreis Mühldorf a. Inn

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Sonntag, 4. April vier neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 5. April 0 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 326 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt laut RKI (Stand: 5. April, 3.09 Uhr) bei 135,5.

Update, 8.52 Uhr - Fast zwei Drittel der Deutschen für Verbot von Auslandsreisen

Fast zwei Drittel der Deutschen sind für ein Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 64 Prozent für einen solchen Schritt aus, nur 26 Prozent sind dagegen. 10 Prozent machten keine Angaben.

Angesichts der hitzigen Diskussion über Urlaub auf Mallorca hatte die Bundesregierung erwogen, Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland vorübergehend zu unterbinden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die zuständigen Fachressorts beauftragt, die rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen. Am vergangenen Montag hieß es dann, dass ein solcher Schritt „zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant“ sei.

Mallorca war am 14. März wegen sinkender Infektionszahlen von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen worden, was vorübergehend zu einem Buchungsboom für die Osterzeit geführt hatte. Urlauber, die von der beliebtesten Urlaubsinsel der Deutschen zurückkehren, müssen nun nicht mehr in Quarantäne. Bund und Länder raten aber weiterhin eindringlich von touristischen Reisen im In- und ins Ausland ab.

Der Wunsch nach einem Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland ist zwar bei den über 55-Jährigen mit 71 Prozent besonders groß. Aber auch in allen anderen Altersklassen ist eine Mehrheit dafür. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es immer noch 54 Prozent.

RKI registriert 8.497 Corona-Neuinfektionen und 50 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8497 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 50 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Montagmorgen hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9872 Neuinfektionen und 43 neue Todesfälle verzeichnet. Das RKI weist darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage vielerorts meist weniger Tests gemacht und gemeldet werden. Zudem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln. Die berichteten Fallzahlen dürften dadurch niedriger ausfallen und nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 128,0. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 127,0 an, vor drei Wochen mit 82,9.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.893.883 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.581.500 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 77.013.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Sonntagnachmittag bei 0,97 (Vortag: 1,02). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 97 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

mda/mz/dpa

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