News-Ticker zur Corona-Pandemie

Polizei löst Treffen in Aschau a. Inn auf - Distanzunterricht bleibt in Bayern die Regel

Eine Schülerin sitzt in einem Arbeitszimmer und arbeitet für die Schule.
+
(Symbolbild)

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Sonntag, 2. Mai, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 151,1, Landkreis Rosenheim 104,5, Landkreis Traunstein 224,5, Landkreis Berchtesgadener Land 139,7, Landkreis Mühldorf 206,3, Landkreis Altötting 206,2 (Quelle/Stand: RKI, 2. Mai, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 3686, Landkreis Rosenheim 13.063, Traunstein 10.369, Berchtesgadener Land 5554, Mühldorf 6626, Altötting 5624 (Quelle/Stand: RKI, 2. Mai, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 58, Landkreis Rosenheim 448, Traunstein 205, Berchtesgadener Land 99, Mühldorf 142, Altötting 203 (Quelle/Stand: RKI, 2. Mai, 0 Uhr)
  • Mindestens 83.192 Todesfälle in Deutschland (14.180 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.deCorona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 18.13 Uhr - Distanzunterricht bleibt die Regel

Trotz leicht sinkender Coronazahlen bleibt es nahezu in ganz Bayern vorerst beim Distanzunterricht an den Schulen - Abschlussklassen und Viertklässler ausgenommen. Lediglich in etwa einer Handvoll Landkreise und kreisfreien Städte ist von Montag an Wechselunterricht in allen Klassenstufen möglich.

Im Laufe der Woche könnten bei stabilen oder sinkenden Sieben-Tage-Inzidenzen aber weitere Kommunen mit Wechselunterricht hinzukommen. Am Sonntag lag die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut in 18 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten unter 100.

Die Staatsregierung hat die Vorschriften für den Schulunterricht mittlerweile zum Teil der neuen bundesweiten Notbremse angepasst. Unterschreitet ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt den Sieben-Tage-Inzidenzwert 100 an fünf aufeinander folgenden Tagen, kann ab dem übernächsten Tag auf Wechselunterricht umgestellt werden.

Umgekehrt gilt: Überschreitet ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt den Wert 100 an drei aufeinander folgenden Tagen, gibt es ab dem übernächsten Tag wieder Distanzunterricht. Ausgenommen sind Abschlussklassen und Viertklässler an Grundschulen. In der Bundes-Notbremse ist allerdings der höhere Grenzwert 165 vorgesehen, in Bayern ist es bei 100 geblieben. Die Freien Wähler wollen das ändern.

Update, 15.53 Uhr - 7-Tage-Inzidenz im Kreis Mühldorf bei 206

Im Landkreis Altötting wurden am Samstag 44 neue PCR-bestätigte Fälle gemeldet (5622 insgesamt)

Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz laut RKI liegt bei 206,2.

Update, 14.24 Uhr - Missachtung der Coronaregeln in Aschau

Im Rahmen einer Streifenfahrt trafen Polizisten am Sonntag, den 2. Mai.2021, um 1 Uhr in der Früh, im Gemeindegebiet von Aschau a. Inn mehrere Personen in einem Hausverschlag an. Diese trugen laut Auskunft der Polizeiinspektion Waldkraiburg weder eine Mund-/Nasenbedeckung noch wurde auf den erforderlichen Abstand geachtet.

Den Einsatzkräften wurde erklärt, dass allen Beteiligten Corona egal sei und diese sich sowieso treffen würden. Es wurden die Personalien aufgenommen, ein Platzverweis an alle Beteiligten ausgesprochen und eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetztes erstellt.

Update, 12.44 Uhr - 14 Corona-Fälle am Waldkraiburger Schlachthof

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Samstag, 01. Mai 44 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 02. Mai 2021, 00 Uhr

Unter den neuen Fällen sind 14 Mitarbeiter vom Schlachthof Waldkraiburg. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.


Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 629 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt laut RKI (Stand: 02. Mai 2021, 03.10 Uhr) bei 206,3.

Update 12.41 Uhr - Herrmann ruft Einwanderer zu Corona-Impfung auf

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ruft Einwanderer und Asylbewerber zur Coronaimpfung auf. „Derzeit häufen sich die Meldungen, dass insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund einer Corona-Impfung immer noch skeptisch gegenüber stehen“, sagte Herrmann der Deutschen Presse-Agentur in München. Darüber habe man sich auch auf der jüngsten Integrationsministerkonferenz ausgetauscht. SPD-Landeschef Florian von Brunn forderte die Staatsregierung auf, dem Appell Taten Folgen zu lassen und die Test- und Impfangebote zu verbessern.

Nach Einschätzung Herrmanns beruhen Vorbehalte gegen das Impfen unter Einwanderern sowohl auf Sprachbarrieren als auch auch auf Gerüchten und Verschwörungstheorien. „Diese sind grober Unfug und schüren lediglich unberechtigt Ängste“, sagte Herrmann. „So gibt es weder Belege für die Behauptung, dass die Impfungen zur Unfruchtbarkeit führen, noch hat eine Impfung Auswirkungen auf den Aufenthaltsstatus.“

Herrmann betonte: „Ich appelliere daher nachdrücklich an alle unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund zum Schutz Ihrer Gesundheit und der Gesundheit von uns allen: Nehmen Sie das Impfangebot wahr und lassen Sie sich impfen.“ Und er rufe dazu auch ausdrücklich alle Asylbewerberinnen und Asylbewerber auf, fügte der Minister hinzu.

„Lassen Sie sich nicht von Fake-News verunsichern“, sagte Herrmann. „Die zugelassenen Impfstoffe sind sicher und wirksam.“ Ausländer-, Migrations- und Integrationsbeiräte sowie Migrantenorganisationen rief er auf, die Menschen weiter ausführlich zu beraten und zu informieren. „Wir können das Coronavirus nur gemeinsam besiegen.“

Dazu sagte SPD-Landeschef von Brunn: „Herrmann versucht jetzt die Verantwortung an die Betroffenen abzuschieben.“ Die Regierung Söder habe bisher nichts dagegen getan, dass Covid-19 ärmere Menschen und Geflüchtete besonders hart treffe. „Statt schlauer Ratschläge ist ein Programm für sozial Benachteiligte überfällig, egal ob Asylbewerber oder prekär Beschäftigte mit schlechten Arbeitsbedingungen.“

Der SPD-Politiker monierte unter anderem, dass die Webseiten des Impfzentrums Bayern nur auf Deutsch verfügbar seien. Notwendig sei viel mehr «niederschwellige zielgruppengerechte Aufklärung» in der Muttersprache, zum Beispiel über Social Media. «Außerdem muss es sehr schnell mehr Tests und Impfangebote in besonders betroffenen Betrieben und Gemeinschaftsunterkünften geben - für Geflüchtete genauso wie für Bau- und Saisonarbeiter.»

Update, 10.52 Uhr - Holetschek fordert: Mehr Augenmerk auf Long Covid

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat zu mehr Engagement im Kampf gegen die Langzeitfolgen von Covid-Erkrankungen aufgefordert. Die Behandlungen würden das Gesundheitssystem über die eigentliche Pandemie hinaus beschäftigen, sagte Holetschek am Sonntag. „Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um auch über die akute Pandemie hinaus gerüstet zu sein. Denn wir dürfen die Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung nicht unterschätzen“, betonte der Minister.

In einigen Monaten werde ein großer Teil der Bürgerinnen und Bürger geimpft sein und die Infektionszahlen dürften spürbar sinken. Dennoch müsse Patienten mit dem Post-Covid-Syndrom eine adäquate Behandlung angeboten werden. Bund und Länder seien gleichermaßen gefordert.

Als „Post-Covid-Syndrom“ oder „Long Covid“ werden langanhaltende Krankheitssymptome bezeichnet, die nach einer akuten Covid-19-Erkrankung auftreten. Experten berichten zunehmend von Betroffenen, die oft zuvor nur einen milden Krankheitsverlauf hatten.
Zu den möglichen Spätfolgen einer Covid-19-Infektion gehören Lungenfunktionsstörungen, Herzbeschwerden, geringere Leistungsfähigkeit, Schmerzen und Erschöpfungszustände sowie psychische Beschwerden wie Depressionen oder Angstzustände.

Fachleute schätzen, dass etwa zehn Prozent aller Infizierten mit Langzeitfolgen zu kämpfen haben dürften. Das entspräche in Bayern aktuell rund 60.000 Menschen. Die Dunkelziffer könnte noch höher liegen. „Wir haben es mit einem neuen Krankheitsbild zu tun, das sich in verschiedenen Formen zeigt und über das wir insgesamt noch zu wenig wissen“, sagte Holetschek.

Die bayerischen Universitätskliniken in München, Erlangen-Nürnberg, Würzburg und Regensburg hätten bereits Post-Covid-Ambulanzen eingerichtet. Die Uniklinik Augsburg baue eine solche gerade auf. Als nächsten Schritt müsse das System in der Fläche ausgeweitet werden. Auch die Reha-Einrichtungen in Bayern müssten einbezogen werden.

Update, 9.16 Uhr - Neueste RKI-Daten für die Region

Die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenzen in der Region (Stand 2. Mai).

Die Corona-Fallzahlen bzw. 7-Tage-Inzidenzen in den Städten und Kreisen der Region steigen mit einer Ausnahme an. Im Kreis Altötting stieg die Inzidenz erneut auf über 200 (von 196,4 auf 206,2). Im Kreis Rosenheim war ein leichter Anstieg zu verzeichnen (von 104,1 auf 104,5), im Kreis Traunstein (von 221,1 auf 224,5), im Kreis Berchtesgadener Land (von 134,1 auf 139,7) sowie der Stadt Rosenheim (von 146,3 auf 151,1) waren die Anstiege jeweils etwas deutlicher. Gesunken ist der Inzidenzwert erneut im Kreis Mühldorf (von 220,9 auf 206,3).

In der Region wurden laut RKI keine weiteren Todesfälle gemeldet. 

RKI registriert 16.290 Corona-Neuinfektionen und 110 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 16.290 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 110 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.58 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Sonntag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 18.773 Neuinfektionen und 120 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 146,5 - damit entwickelt sich die Sieben-Tage-Inzidenz am sechsten Tag in Folge rückläufig. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 148,6 angegeben, vor eine Woche mit 165,6.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.416.822 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.024.600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83.192.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 0,93 (Vortag: 0,94). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

dp/dpa

Kommentare