Diese Schlecker-Märkte sollen dicht machen!

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
In vielen Schlecker-Filialen in der Region geht bald das Licht aus.

Landkreis - Was für eine bittere Liste für alle Schlecker-Mitarbeiter in unserer Region: Am Mittwoch teilte die insolvente Drogeriekette mit, welche Filialen bald schließen:

Schlecker-Sprecher Dr. Alexander Güttler bei Radio Charivari

O-Ton

Für gut 2.000 Schlecker-Märkte kommt das Aus: Die insolvente Drogeriekette hat am Mittwoch auf einer firmeneigenen Internetseite eine Liste mit den Filialen veröffentlicht, die geschlossen werden sollen.

Diese Filialen stehen auf der Streichliste:

Landkreis Rosenheim

Aschau im Chiemgau: Kampenwandstraße

Amerang: Bahnhofsstraße

Bad Aibling: Marienplatz

Bad Endorf (2): Bahnhofstraße und Gewerbegebiet

Feldkirchen-Westerham: Ludwig-Erhard-Straße

Großkarolinenfeld: Karolinenplatz

Kiefersfelden: Kufsteiner Straße

Kolbermoor: Rosenheimer Straße

Rohrdorf am Inn: Rosenheimerstraße

Wasserburg: Ledererzeile

Landkreis Traunstein

Bergen (Chiemgau): Bahnhofsstraße

Grabenstätt: Marktstraße

Reit im Winkl: Dorfstraße

Tacherting: Wayonerstraße

Landkreis Mühldorf

Kraiburg: Bahnhofstraße

Mühldorf: Stadtplatz

Landkreis Altötting

Neuötting: Ludwigstraße

Töging: Wolfgang-Leeb-Straße

Landkreis Berchtesgadener Land

Bad Reichenhall: Reichenbachstraße

Bei den betroffenen Filialen, wie hier in Thansau, sind bereits die 30%-Rabatt-Schilder angebracht.

Hier finden Sie die ganze Liste:

Es handle sich um eine vorläufige Liste, bei der sich noch Änderungen ergeben könnten, teilte das Unternehmen mit. Die Schließung der Märkte auf der Liste gilt aber als sicher. Sie beginnen nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd ab sofort mit einem Räumungsverkauf mit 30 Prozent Rabatt auf alle Produkte, die keiner Preisbindung unterliegen.

Diese Schlecker-Märkte in der Region schließen

Die betroffenen Märkte wurden per Fax unterrichtet. “Wir müssen Ihnen heute leider mitteilen, dass Ihre Verkaufsstelle nach vorläufigem Stand zum 24. März 2012 geschlossen wird“, heißt es dort.

Victoria Sklomeit von der Gewerkschaft ver.di ist selbst genauso überrascht wie die Schlecker-Angestellten. Auf Anfrage von rosenheim24, sagte sie, eine Schließung bedeute nicht automatisch eine Kündigung - es besteht also noch Hoffnung für die Mitarbeiter, nicht einfach auf die Straße gesetzt zu werden. In einer sogenannten Sozialwahl werde nach Auskunft von Sklomeit abhängig von Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Kinder und Unterhaltspflichten entschieden, wer bleiben dürfe und wer nicht. "Auch die Gründung einer Transfergesellschaft zur Unterbringung der gekündigten Mitarbeiter ist denkbar, um diese dann in andere Jobs im Einzelhandel weiterzuvermitteln", so Sklomeit abschließend.

Wie sich das Jobcenter vorbereitet

Katarina Kristen vom Jobcenter allen Schlecker-Mitarbeitern dringend, sich nach Erhalt eines Kündigungsschreibens innerhalb von drei Tagen telefonisch arbeitslos zu melden.

Arbeitsagentur-Hotline: 0180 / 555 111

Auf Anfrage von rosenheim24, bestätigte uns Katharina Kristen von der Agentur für Arbeit Rosenheim, dass sie hinsichtlich der Vermittlung der meisten Schlecker-Mitarbeiter aufgrund der positiven Arbeitsmarktlage zuversichtlich ist. "Gerade im Handel ist es immer eine Frage der Arbeitszeiten, aber wenn man flexibel ist und nicht nur an eine bestimmte Tageszeit gebunden, ist auch eine schnelle Vermittlung als Teilzeitkraft gut möglich", so die Agentur-Sprecherin. Wichtig sei auch die Ausbildung der Schlecker-Mitarbeiter: "Die Frage ist, ob sie lediglich geschulte Kräfte sind, angelernt bei Schlecker, oder eine Ausbildung im Einzelhandel haben." Gegebenfalls erhalten die ehemaligen Schlecker-Mitarbeiter dann eine Qualifizierungsmaßnahme.

Aktuelle Stellenangebote im Bereich Einzelhandel finden Sie auch auf unserem Portal rosenheimjobs.de

Ein spezielles Vermittlungsteam für Schlecker werde nicht eingerichtet, so Kristen. Angesichts der Größenverhältnisse sei dies nicht notwendig.

Maulkorb für die Mitarbeiter

Diese Schlecker-Filiale in Kolbermoor steht auch auf der "Streichliste"

Auf Anfrage bei mehreren betroffenen Filialen in unserer Region, erhielten wir von den Schlecker-Mitarbeitern keine Auskunft. Sie hätten die Weisung erhalten, keine Kommentare zu den Schließungen abgeben zu dürfen. Unter der Hand war jedoch zu erfahren, dass sie ihre Informationen ebenfalls über die Medien entnehmen. Von Seiten der Unternehmensleitung fühlen sie sich schlecht informiert.  

Das bundesweite Ausmaß

Von derzeit etwa 5.400 Schlecker-Filialen sollen nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz 3.120 Märkte erhalten bleiben. 282 Verkaufsstellen würden noch einmal überprüft. Ursprünglich war von 2.400 Filialen die Rede, die geschlossen werden sollten. Etwa 12.000 Mitarbeitern soll die Kündigung ausgesprochen werden.

Schlecker-Mitarbeiter kämpfen um ihr Recht

Schlecker-Mitarbeiter kämpfen um ihr Recht

Die Schließung der Märkte bedeutet jedoch nicht gleichzeitig die Kündigung der dort beschäftigten Mitarbeiter. “Die wirtschaftlich unvermeidlichen Entlassungen werden einem Sozialplan folgen, dessen Ausgestaltung noch Teil der aktuell laufenden Gespräche zwischen dem vorläufigen Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und dem Schlecker-Gesamtbetriebsrat sowie der Gewerkschaft ver.di ist“, teilte das Unternehmen weiter mit.

Lesen Sie mehr zur Schlecker Insolvenz

Die Parteien waren am Dienstag zu mehrtägigen Gesprächen im thüringischen Oberhof zusammengekommen. Sowohl Geiwitz als auch der ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Franke bezeichneten die Gespräche als schwierig, aber konstruktiv. “Wir sind auf einem gutem Weg“, sagte Geiwitz. Beide Seiten müssten sich noch bewegen, aber er glaube, “dass am Ende des Tages eine Lösung möglich ist“.

Neben dem Sozialplan ist die Finanzierung einer Transfergesellschaft eines der Themen. Am Wochenende hatte das Bundeswirtschaftsministerium es abgelehnt, die Gesellschaft mit Mitteln der staatlichen Förderbank KfW auszustatten.

Parallel dazu ist Geiwitz auf der Suche nach Investoren für Schlecker. “Ich habe eine zweistellige Zahl von Interessenten, die auch schon umfangreiche Unterlagen bekommen haben“, sagte Geiwitz der Zeitung “Die Welt“.

Matthias Jekosch/red/mg/jre/mb/s-ah

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser