A8-Ausbau: Letztes Wort noch nicht gesprochen

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Aufham - Rund 600 Plätze waren in der Aufhamer Turnhalle für eine A8-Diskussionsveranstaltung vorgesehen und mehr als belegt. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer stellte sich den Fragen der Bürger.

Zu Beginn der Diskussionsveranstaltung um den geplanten Ausbau der Autobahn 8 vom Inntaldreieck bis zum Walserberg stellte Peter Ramsauer (CSU) klar, dass das Thema für ihn eine schwierige Gratwanderung sei. Einerseits wolle er als Wahlkreisabgeordneter die beste Lösung für das Berchtesgadener Land und den Chiemgau erreichen, andererseits werde er als Bundesverkehrsminister genau beobachtet. Er versprach aber: "Wünsche, die irgendwie vertretbar sind, möchte ich umsetzen."

Eine Einladung für die Anwesenden, ihre Wünsche zu äußern. Es waren die bekannten Wünsche. Doch einer davon wurde sofort abgeschmettert. "Der Högl-Tunnel ist aus Kostengründen nicht möglich", sagt der Bundesverkehrsminister. Auch der oft geforderte bedarfsgerechte 4+2-Ausbau reiche nicht aus, erklärt Paul Lichtenwald von der Autobahndirektion Südbayern. Über einen Vollanschluss der Stadt Bad Reichenhall auf Höhe Schwarzbach müsse gesondert diskutiert werden. Er sei in den Planungsvarianten drin, werde aber gesondert gesehen.

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Hilde Hinterstoißer aus Jechling bilanzierte nach der Veranstaltung: "Ich war schon bei einigen Veranstaltungen und viel Neues hat es hier nicht gegegeben." Der Abend sei aber gut abgelaufen, ohne große Knackpunkte. Die Diskussion sei relativ sachlich gewesen, für sie aber nicht alles beantwortet worden. "Ich hoffe, dass gegen eine Nordumfahrung bei Piding jetzt mehr spricht als vorher, habe aber wenig Hoffnung. Die billigste Variante wird gebaut", ist sich die Landwirtin sicher.

Die Nordumfahrung Piding schien allen Anwesenden am meisten unter den Nägeln zu brennen. Die einen sind dafür, die anderen dagegen. Selbst in Piding gehen die Meinungen auseinander. Und auch vom Podium kamen keine konkreten Äußerungen. "Piding ist die am meisten betroffene Gemeinde", sagt Paul Lichtenwald. "Der Gemeinderat hat sich für die Nordumfahrung ausgesprochen. Das ist mal die wichtigste Entscheidung, denn niemand will sich über die Wünsche der Gemeinde hinwegsetzen." Das Thema sei aber zu heiß und müsse auf anderer Ebene entschieden werden. Denn ein Teil der Nordumfahrung liege auf Angerer und Bad Reichenhaller Grund. Die zuständigen Gemeinde- beziehungsweise Stadträte dort haben sich gegen eine Nordumfahrung ausgesprochen.

Die bayerische Straßenbauverwaltung wird sämtliche mögliche Varianten jetzt in Vorentwürfe packen und mit dem Bundesverkehrsministerium diskutieren. Dann sollen die Planfeststellungsunterlagen erstellt werden. "Dem schließen sich möglicherweise gerichtliche Verfahren an", erklärt Peter Ramsauer. Eine zeitliche Einschätzung der weiteren Planung bis zum Baubeginn gibt es also nicht. "Vor vier oder fünf Jahren werden wir sicher nicht bauen", mutmaßte Paul Lichtenwald. "Und das ist optimistisch gesehen." Dem stimmte Peter Ramsauer zu: "Man kann nicht sagen, wann das Ganze fertig ist."

Eine positive Sache gab der Bundesverkehrsminister den Anwesenden dann nach fast vierstündiger Diskussion noch mit auf den Heimweg: "Vom Angerer Berg bis zum Walserberg in Richtung Salzburg gibt es variable Geschwindigkeitsregelungen, die in der Regel auf 120 Kilometer pro Stunde beschränken. Die bayerische Straßenbauverwaltung soll sich eine solche Temporegelung in Richtung München genau ansehen." Und: "Selbstverständlich wird mit Flüsterasphalt gearbeitet, wenn vor dem eigentlichen Ausbau Deckenbauarbeiten notwendig sind. Aber die Lärmsituation der Anwohner wird nur bei einem Ausbau wirklich besser."

Christine Zigon

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © cz

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