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Brauchtum oder Tierquälerei? Viehscheide noch immer Thema

Leserbriefe zur Kritik an Almabtrieben: „Wem unsere Kultur nicht passt, sollte einfach gehen“

Die Kranzkuh wird beim Viehscheid in Oberstaufen ins Tal gebracht.
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Die Kranzkuh wird beim Viehscheid in Oberstaufen ins Tal gebracht.

Sie waren das Streitthema des Sommers und werden auch jetzt noch hitzig debattiert: die Viehscheide oder Almabtriebe. Nach heftigen Verbal-Attacken von Tierschützern haben einige Orte im Allgäu ihren Viehscheid ruhiger gestaltet oder gar ganz ausfallen lassen. Für unsere Leser ein echtes No-Go.

Allgäu/Oberbayern - Sie sind im Herbst fester Programmpunkt vieler Gemeinden: die Viehscheide oder Almabtriebe. Wenn ein Almsommer ohne Unglück zu Ende geht, werden die Kühle von ihren Hirten festlich geschmückt ins Tal geführt. So will es die Tradition, die in Bayern schon viele Jahrzehnte zurückreicht. Doch genau das hat eine hitzige Debatte ausgelöst: Für die Tiere sei das Touristenspektakel Stress, der Lärm und die vielen Leute ängstigen die Kühe, die Glocken seien zu schwer. Die Diskussion ging sogar so weit, dass die Allgäuer Gemeinde Maierhöfen z.B. den Viehscheid für dieses Jahr ganz abgeblasen hat. Die rund 250 Alp-Kühe der Weidgenossenschaft werden in Tiertransportern zurück auf die Höfe gebracht.
Auch Obermaiselstein im Oberallgäu verzichtet beim diesjährigen Viehscheid am kommenden Samstag (24. September) auf große Feste. Die rund 1400 Tiere werden zudem nicht an einen einzigen Platz im Ort getrieben, sondern an mehrere dezentrale Plätze, von denen es zurück in die Herbst- und Winterquartiere geht. Damit wird das ganze entzerrt und insgesamt ruhiger.

„Leute mischen sich in Dinge ein, von denen sie keine Ahnung haben“

Ein Vorgehen, dass man in Oberbayern nicht möchte. Kaspar Stanggassinger vom Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern, Bezirk Berchtesgaden versteht den Wirbel um die Viehscheide nicht: „Zunächst waren die Kuhglocken das Problem, jetzt ist es gleich der ganze Almabtrieb. Die Tiere sind den ganzen Sommer über bei Wind und Wetter auf der Alm, sind in dem unwegsamen Gelände trainiert. Die haben eine unglaubliche Kondition, sind fit. Der Weg hinab ist bei uns im Gau überdies eine Strecke von zwei, maximal drei Stunden, ehe die Kühe ihre Stallungen erreichen.“

Lesermeinung ist selten so einstimmig

Selten kamen zu einem Thema so viele Leserbriefe und Reaktionen wie zu den kritisierten Viehscheide bzw. Almabtrieben. Viele Leser sehen unsere bayerische Tradition gefährdet und können der Argumentation der Tierschützer nicht folgen. Auch in der vergangenen Woche erreichten uns wieder viele Stimmen, vor allem über Facebook, die alle klar fordern: Finger weg von den bayerischen Almabtrieben und Viehscheiden. Hier ein Auszug:

Heidi Holzmayr (chiemgau24.de)

Die Tierschützer machen es mittlerweile wie andere Obrigkeiten auch, man fängt am besten bei denen an wo der geringste Widerstand ist. Die Almabtriebs Tiere brauchen keine Tierschützer, da es ihnen bestens geht. Trotz Kostümierung. Bei den Tieren wo Tierschutz angebracht ist, ist mit Wiederstand oder unangenehmen Situationen zu rechnen. Da drangsaliert man lieber die, wo es überhaupt nicht nötig ist. Vor allem haben die meisten von denen, Ahnung von Tieren aus den Büchern.

Maria aus Bayern

Ja Pseudo-Tierschützer ist wohl der richtige Ausdruck. Show und Party so ein Schmarrn! Die Generation die so was dummes von sich gibt, hat keine Ahnung von Tradition und Brauchtum. Wenn‘s nach denen geht dürfen dann demnächst die Kühe nicht mal mehr auf die Alm, weils auch noch gefährlich sein könnte. Es gibt nichts besseres für die Tiere als ein Leben auf der Alm und die Wanderung ins Tal in Begleitung ihrer Menschen macht ihnen nichts aus, denn sie sind trainiert.

Angelika Strasser (bgland24.de)

Es gibt Traditionen die schon hunderte Jahre alt sind, die uns als Volk ausmachen, die in unsere Kultur gehören. Seit ein paar Jahren arbeitet man fleißig daran diese Kultur zu brechen unter dem Deckmäntelchen von Tierschutz oder Kinderschutz. Große Konzerne machen da mit und erfinden schnell neue Namen für ihre Produkte, in Restaurants bekommt man keinen Russ oder Neger mehr, der Negerkuss und Zigeunerschnitzel sind auch tabu. Winnetou ist schädlich, man macht noch nicht mal vor den Heidi Filmen halt . Ich weiß das ich jetzt dem einen oder anderen auf den Schlips trete. Aber wem unsere Kultur oder Sprache nicht passt, sollte sich eine andere Kultur suchen und einfach gehen.

Nikolaus Pinnel (wasserburg24.de) 

Wer es nicht mag braucht ja nicht hingehen der almabtrieb mit geschmückten Tieren ist für den Senner und die Tiere ein Zeichen der Freude das sie die Saison gesund überstanden haben ich finde das darf man schon feiern man muss nicht alles abschaffen was so ein paar verrückten nicht passt diese gehören abgeschaft

Alois (wasserburg24.de)

... diejenigen Personen die auf Tierquälerei setzen, vergessen dass gerade in der Almwirtschaft Tier und Mensch das ganze Jahr über symbiotisch zusammen arbeiten und erstklassige Lebensmittel erzeugen... der Almabtrieb und Auftrieb mag für die Tiere eine Strapaze sein jedoch gibt es schlichtweg keine andere Möglichkeit, auf der Alm würden die Tiere im Winter erbärmlich verenden und das ganze Jahr im Winterquartier zu verbleiben würde den Tieren die freie Lebensart im natürlichen Lebensraum, nämlich in der Natur, rauben... zudem ist die Almwirtschaft ein wertvoller Betrag zum Naturschutz auf den Almen und in den Bergen... den Tieren und den Menschen die in der Almwirtschaft arbeiten ist der höchste. Respekt zu zollen, ein unerdenklich wichtiger Beitrag zum Naturschutz...

Veronika Hauser (rosenheim24.de)

Es dauert manchmreal lange bis eine Kuh auf den Hänger ist. Und das ist dann Stress pur für die Tiere. Beim Auftrieb ,wenn man dann der Alm näher kommt, dann laufen die Kühe und Kälber schon der Alm entgegen. Weil sie wissen, dass jetzt eine schöne Zeit für sie kommt.

Tina (innsalzach24.de)

Des kimmt davon wenn die vielen „Urlauber“ sich dazu entscheiden dort hinzuziehen, weil sie sich das Leben in Minga oder sonst wo nimma leisten können. Dann wird de Glocke zu laut, der Bauernhof ums Eck stinkt zu sehr, da Giggal schreit zu laut usw usw. Warum geht man darauf überhaupt ein, da feits ja schon am Bürgermeister oder is des a ein sogenannter „Urlauber“. Lassen wie es is und fertig!

Siegfried Mattern aus Rosenheim

Wenn ich die „Argumente“ dieser „Tierschützer“ lese, kommt es mir hoch. Wissen diese Gscheidhaferl eigentlich was eine Viehscheid bzw Almabtrieb ist? Ich bin mir sicher, dass von denen noch nie jemand oben auf den Almwiesen war, wo die Kühe den Sommer über verbringen. Für die Kühe ist es wie bei uns, sie fühlen sich wohl dort oben und haben viel gutes Gras zu fressen, was sich auf die Qualität der Milch auswirkt. Kühe sind sehr gute Kletterer, ich hab sie schon in Osttirol auf 2.500 m Höhe an steilen Almwiesen absolut sicher laufen sehen. Von zentnerschweren Glocken, die die Kühe beim Almabtrieb tragen, kann überhaupt nicht die Rede sein. Erst kürzlich war eine Kamera des BR bei einem Schmied zu Gast, der solche Glocken herstellt, das Gewicht wird dabei auf ein Minimum reduziert, eine große Glocke bringt es dabei auf ein paar 100 Gramm und nicht auf viele Kilos. Stress wäre es für Kühe und Almbauern, wenn sie die Tiere zum Ende des
Sommers in LKWs verladen würden, wie von diesen „Tierschützern“ gefordert, ganz abgesehen davon, dass diese LKW viele Abgase in den Bergen abgeben würden. Hirneinschalten vor Inbetriebnahme des Mundwerks, kann ich nur
weitergeben an diese Typen.

Eure Meinung ist gefragt

Aufgrund vehementer Proteste von Tierschützern, die die Almbauern als Tierquäler beschimpfen und sogar Morddrohungen schicken, wurde in einigen Bergregionen jetzt die Tradition gekippt und Viehscheide abgesagt.

Schreibt uns Eure Meinung zum Thema per E-Mail an leserbriefe@ovb24.de (Kennwort: „Almabtrieb“ im Betreff). Bitte sendet uns neben Euren Zeilen auch unbedingt Euren Namen und Euren Wohnort – und am besten auch ein Foto von Euch. Die Redaktion veröffentlicht Eure Leserbriefe samt Namen und Wohnort anschließend in einem entsprechenden Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

si

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