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Leser schildern ihre persönliche Situation

Verzweiflung über steigende Kosten: „Man weiß nicht mehr, wie man das stemmen soll“

Collage: Leser Chris Bräu/ Ein Kunde bezahlt seinen Einkauf mit einem Fünf-Euro-Schein
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Leser Chris Bräu schildert uns seine Lage, bei den derzeit hohen Preisen für Lebensmittel.

Steigende Kosten wohin man sieht: Hohe Spritpreise, Sorge vor der nächsten Nebenkostenabrechnung, ungläubige Blicke auf den Kassenzettel im Supermarkt. Die Inflationsrate in Deutschland belastet vor allem Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen. Viele Leser haben uns ihre Situation geschildert, die Lage ist für viele existenzbedrohend.

Wut, Ärger, Verzweiflung - die Emotionen sind unterschiedlich, alle haben aber eines gemeinsam: die Sorge vor der Zukunft, viele Leser fragen in ihren Zuschriften: Wo soll das noch hinführen? Die Frage ist durchaus berechtigt, so sind die Energiepreise schon im letzten Jahr gestiegen, haben sich nach Beginn des Krieges noch mal drastisch erhöht. Ebenso betroffen sind die Lebensmittelpreise: Waren sind teilweise ganz ausverkauft (z.B. Sonnenblumenöl) oder viel teurer als noch im Vorjahr (u.a. Mehl).

Warum sind Lebensmittel so teuer geworden?

Die großen Lebensmittel-Riesen wie Aldi, Rewe oder Edeka haben bereits vergangene Woche einen deutlichen Preisanstieg angekündigt, vor allem für Wurst- und Fleischprodukte, aber auch Butter. Die Ursachen hierfür sind unterschiedlich: Zum einen sind auch die Händler von den hohen Energiepreisen betroffen. Lagerung und vor allem Transport werden teurer. Aber es fängt teilweise schon früher an: die Landwirte ächzen unter den hohen Düngerpreisen, die sich stellenweise verfünffacht haben. Und auch hier schlagen sich wieder die Transportkosten vom Feld bis an die Ladentheke nieder.

Ebenfalls ein Faktor: Fachkräftemangel und Personalnot lassen die Kosten für die Löhne steigen. Schlechte Ernten verschärfen das Problem. Die Verbraucherzentrale Bayern sieht durch steigende Preise beim Futtergetreide auch höhere Kosten für tierische Produkte. Eine Entwicklung, die besorgniserregend ist und eine Lage, die sich auch in absehbarer Zeit nicht entspannen wird.

Die Verbraucherzentralen fordern deshalb:

  • eine deutliche Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze, so dass auch bei hohen Lebensmittelpreisen eine gesunde Ernährung möglich ist
  • Sonderzahlungen für Personen mit niedriger Rente und Beziehern von Grundsicherung
  • eine Beitragsreduzierung für die Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen, Hochschulen oder für Geringverdiener in Unternehmen, öffentlichem Dienst und sozialen Einrichtungen
  • eine Senkung der Mehrwertsteuer bei Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten
  • eine Unterstützung der Einrichtungen, die Mahlzeiten für Obdachlose anbieten

Quelle: Verbraucherzentrale Bayern

Wie geht es unseren Lesern in dieser Situation? Hier einige Auszüge aus Zuschriften:

Chris Bräu (über innsalzach24.de):

Ich bin 40 Jahre alt, arbeite als Gießerei-Arbeiter und habe noch eine Tochter mit 11 Jahren, Lea. Aber mittlerweile sind die Kosten einfach der Wahnsinn: Benzin, Lebensmittel, Gas, Wohnungspreise. Zum Glück habe ich noch eine relativ günstige Wohnung. Aber wenn ich die nicht hätte, dann hätte ich echt ein Problem. Die laufenden Kosten sind halt brutal. Unterhalt noch paar Schulden abzahlen. Am schlimmsten sind die Spritpreise und Lebensmittelpreise, deshalb fahre ich weniger weg. Habe daher auch noch einen zweiten Job im Fitnessstudio, das ich wirklich alles stemmen kann. Aber selbst das reicht nicht um jedes Monat große Sprünge oder Ausgaben zu tätigen. Alles in allem ist es einfach nur brutal, und da muss unbedingt was passieren.

Leser Chris Bräu

Robin aus Bayern:

Gerade Leute die jetzt schon kaum was haben und jeden Cent 10 mal umdrehen müssen oder von Tafeln abhängig sind, sind jetzt am schlechtesten dran. Tafeln bekommen nämlich dadurch kaum mehr genug Spenden. Auch für die zusätzlichen Flüchtlinge nicht.... Sollen gesunde Lebensmittel nur noch für Reiche sein? Da brauchen Familien bei den Zulagen pro Kind nicht zu jammern, die bekommen zusätzlich das Kindergeld.... Bei Armen werden Kindergeld und jeder Mist auch noch angerechnet. Wer Rente kassiert, der hat durchaus Recht auf Aufstockung. Zusätzlich werden gerade billige Sachen weggekauft, die dann in ebay oder hier im marketplace landen und teuer weiter verkauft werden, (Öl, 10 Liter, 40 Euro). Ganz ehrlich, die Politik interessiert das doch gar nicht, die haben genug Geld und kriegen nicht genug, aber verschenken unser Geld..... Sorry Leute... Aber solche Politiker gehören ohne Ausnahme zum Teufel gejagt.

Andrea Kober (über ovb-online):

Wie soll das noch weiter gehen? Der gute, fleißige Mittelstand wird immer ärmer. Ich gehe nur noch 1-mal die Woche einkaufen und nur das nötigste und dafür brauche ich 200 Euro mehr, die ich nicht habe. Der Staat nimmt von den Bürgern immer mehr die eh schon knabbern müssen. Wir gehen arbeiten, dafür das es nicht mehr reicht zum leben!

Jannik Pascal Müller (über rosenheim24.de):

Langsam wird es echt eng. Ich bin Azubi im ersten Lehrjahr, gehe nebenbei noch einen 459 Euro Job nach und erhalte Kindergeld. Allein für die Fahrkarte, die ich benötige, geht schon 1/6 drauf. Zur Arbeit hin und zurück komme ich mit einem E-Scooter. Beim Einkaufen jedoch wird es richtig hart. 500g Paprika vor einem Jahr bei 1,39 Euro, inzwischen bei 2,79 Euro. Wohin soll das noch führen? Ich versuche täglich frisch und gesund zu kochen, muss jetzt leider aber komplett immer auf die billigste Ware zurückgreifen und akribisch nach Angebot einkaufen. Schön ist das nicht. An meine nächsten Nebenkosten-Abrechnung für meine eigene Wohnung will ich gar nicht denken.

Eure Meinung ist gefragt:

Sei es beim Einkaufen, an der Zapfsäule, beim Heizen, aber auch in der Freizeit: essen gehen, reisen - alles wird nachweisbar teurer. Nicht wenige haben das Gefühl, sich das Leben trotz Vollzeitjob nicht mehr leisten zu können. Wie schätzt Ihr die Lage ein? Wie sehr spürt Ihr die Inflation im Berufs- und Privatleben? Schildert uns Eure persönliche Situation und schickt einen Leserbrief an leserbriefe@ovb24.de (Kennwort: „Inflation“ im Betreff). Neben dem Text, brauchen wir unbedingt auch Namen und Wohnort – und am besten auch ein Foto. Die Redaktion veröffentlicht die Leserbriefe samt Namen und Wohnort anschließend in einem entsprechenden Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

si