"Lasst mich zurück ins Leben"

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Pfaffing - Christine D. ist Messie. Von der Kabel 1-Sendung "Raus aus dem Messie-Chaos" hat sie sich helfen lassen - als ihr Chef das erfuhr, hat er ihr gekündigt.

"Das war schon ein Schock, ich hab mich ja auf den neuen Job gefreut!", erinnert sich Christine D. "Aber als ich Anfang Dezember meine Arbeit antreten wollte, konnte ich postwendend wieder heim gehen."

Was war geschehen? Christine D.s Chef hatte erfahren, dass seine Mitarbeiterin am Messie-Syndrom leidet - und dass es über die Kabel.1-Sendung "Raus aus dem Messie-Chaos" bekannt werden wird. "Er meinte eben, das könne er nicht verantworten und den Kollegen auch nicht zumuten", so die 47-Jährige. Sie hätte in einem Lebensmittelmarkt an der Fleischtheke gearbeitet.

So sah's bei Christine D. früher aus

So sah's bei Christine D. früher aus

So sieht's bei Christine D. heute aus

So sieht's bei Christine D. heute aus

"Klar kann ich ihn auch verstehen - vor allem, weil die meisten Menschen gar nicht wissen, was Messie überhaupt bedeutet," erklärt die Gekündigte. "Aber gerade vor Weihnachten war es ein besonders schwerer Rückschlag".

Ein Pressesprecher der Lebensmittel-Kette bestätigte auf Nachfrage von rosenheim24.de, dass die Entlassung von Christine D. an ihrem ersten Arbeitstag erfolgt war: "Die Kündigung hat innerhalb der Probezeit stattgefunden. Die Sache ist inzwischen entsprechend den juristischen Vorgaben geklärt." Zu den Umständen, die zur Entlassung geführt hatten, wollte er sich nicht äußern.

Auf dem Wege der Besserung

Auch betroffen?

Die Diakonie Rosenheim vermittelt eine Selbsthilfegruppe für Messies.

Christine D. will den Weg zurück ins Leben schaffen. Die Dreharbeiten von Kabel.1 haben ihr Mut gemacht und den nötigen Anstoß gegeben, etwas zu ändern. "Ich bemühe mich sehr. Momentan bin ich bei der Suchtberatung. Aber ich habe gute Chancen auf einen ambulanten Therapie-Platz. Ich wusste, dass es jetzt aufhören muss - sonst wär's mit mir bald den Berg herab gegangen", so Christine D. nachdenklich. Deshalb hat sie sich auch für den recht drastischen Schritt entschieden, ins Fernsehen zu gehen.

Mehr Infos:

Was ist das Messie-Syndrom eigentlich?

"Jahrelang habe ich meine Verwandten mit Füßen getreten. Keiner durfte mich mehr besuchen, meine Töchter nicht, niemand," erzählt sie. "Das schlimmste war, dass ich so mein Enkelkind nicht sehen konnte. Ich war unendlich einsam."

Warum Christine D. zum Messie wurde, weiß sie nicht genau. "Ich habe schlimme Erfahrungen mit Männern gemacht," erzählt sie. Der Vater ihrer ersten Tochter kam ins Gefängnis. Der Vater ihrer zweiten Tochter hatte sich nach Spanien abgesetzt, als sie im dritten Monat schwanger war. "Aber wenn ich zurückdenke, kann ich mich auch nicht erinnern, dass ich jemals ordentlich gewesen wäre."

Ein Job würde viel bewirken

"Und deshalb will ich arbeiten. Ich mache alles, hier um Umkreis von 20 Kilometer. Ich putze auch - ich bin mir für nichts zu schade." Toll wäre für die 47-Jährige natürlich ein Vollzeitjob. "Aber wenn es was anderes ist, kann man auch drüber nachdenken. Ich bin flexibel", verspricht sie.

Haben Sie einen Job für Christine D.? Oder kennen Sie jemanden, der helfen kann, der kämpferischen Frau zurück ins Leben zu helfen?

Dann machen Sie ihr ein schönes Weihnachtsgeschenk und melden sich bei uns in der Redaktion - per Email an die Adresse redaktion@ovb24.de.

ds

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © ds

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