Hochwasser: Lage noch entspannt

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Landkreis - Die Hochwassergefahr in der Region wird in den nächsten Tagen deutlich ansteigen. Im Bereich der Isen halten Experten Überschwemmungen für gewiss.

Eines steht bereits jetzt fest: In den nächsten Tagen regnet es erst mal weiter - und zwar sehr ergiebig. Bis zu 150 Liter pro Quadratmeter werden in der Region erwartet. Stellenweise kann es sogar noch mehr werden. Der absolute Regenschwerpunkt befindet sich den aktuellen Berechnungen zufolge in der Region Salzburg. Dort berechnen diverse Wettermodelle derzeit bis Sonntagmittag Regenmengen von bis zu 200 Liter pro Quadratmetern.

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Laut dem Hochwassernachrichtendienst im Wasserwirtschaftsamt Rosenheim sind die Pegel in Stadt und Landkreis Rosenheim durchgängig in den letzten 24 Stunden angestiegen. Wie Klaus Moritz sagt, sei aber bislang noch keine Meldestufe erreicht worden, weil die Niederschlagsmengen nicht in der Höhe gefallen seien wie zunächst vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach prognostiziert. Die Meldestufen würden von den einzelnen Gewässern abhängen, an der Mangfall sei zum Beispiel eine Meldestufe ab 2 Metern auszurufen, so Moritz weiter.

Wie die Lage derzeit ist:

Derzeit stehe der Pegel an der Mangfall 1,50 Meter hoch. Kritischer sehe es an der Prien aus, dort seien in den letzten 24 Stunden 70 Millimeter Regen gefallen, am Achensee seien es 50 Millimeter gewesen. Weniger kritisch dürfte es am Inn werden, sagt Moritz. „Der Inn ist tendenziell unproblematisch, weil es in der Schweiz und im hochalpinen Raum nicht so stark geregnet hat wie vorausgesagt wurde, beziehungsweise der Regen in Form von Schnee heruntergekommen ist!“

Ob es zu Überschwemmungen kommt:

Trotzdem ist Achtsamkeit gefragt, so der Hochwassernachrichtendienst: „Die Aufnahmekapazität der Gewässer in der Region ist bereits eingeschränkt“, erklärt Moritz. Da für Samstag, 01. Juni, „noch einmal sehr hohe Niederschläge prognostiziert“ worden seien, „gehen wir davon aus, dass wir Meldestufen von zwei bis vier haben werden“, so Moritz weiter.

Mühldorf: Überschwemmungen von landwirtschaftlichen Flächen "auf jeden Fall"

Obwohl vom Inn keine Gefahr ausgeht, bleibt der Landkreis Mühldorf wohl nicht von Hochwasser verschont. "Im Bereich von Isen und Rott kriegen wir auf jeden Fall Ausuferungen", erläutert Moritz. Vor allem die Isen sei kritisch. Dort liege der Pegel schon jetzt bei knapp 150 Zentimetern.

Lanwirtschaftliche Flächen würden auf jeden Fall betroffen sein. Doch auch bebaute Bereiche könnte das Hochwasser erreichen. "Das kann ich nicht ausschließen", so Moritz. Viel hängt davon ab, wie sich die Niederschläge in den nächsten beiden Tagen entwickeln. Die Prognosen für den Landkreis Mühldorf schwanken von 100 Milimeter bis hin zu 150 Milimetern.

Ein Hochwasser der Rott könnte für Neumarkt-St. Veit zur Gefahr werden. "Neumarkt-St. Veit ist ein bisschen ein Brennpunkt", erklärt Moritz. Wie sich die Lage dort genau entwickle, entscheide sich erst anhand der Niederschlagsmenge am Wochenende.

"Hochwasserschutzanlagen funktionieren"

Waiter Raith, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein, bezeichnet die gegenwärtige Lage in den Landkreisen Traunstein, Altötting und Berchtesgadener Land als völlig unkritisch. Sollten die vom Deutschen Wetterdienst prognostizierten erheblichen Niederschläge allerdings tatsächlich entreten, werde es "größere Hochwasser" geben, so Raith.

Von den größeren Gewässern geht jedoch wohl keine Gefahr aus. "Wir gehen davon aus, dass die Hochwasserschutzanlagen funktionieren." Die Entwicklung an den kleinen Gewässern könne man hingegen schwer vorhersagen. Innerhalb der Region rechnet Raith vor allem am Alpenrand mit erhöhter Hochwassergefahr. In Richtung Norden nehme die prognostizierte Niederschlagsmenge ab.

Wie es Anfang nächster Woche aussieht:

Das Wochenende über könnte demnach noch kritisch werden, allerdings ist für die nächste Woche eine Wetterentspannung angesagt. Ab Montag sollen die Pegel wieder langsam fallen.

In wie weit das BGL ebenfalls mit solchen Regenmengen zu rechnen hat, ist derzeit noch unklar. Der Regen ist vor allem deshalb gefährlich, weil die Böden bereits gesättigt sind. Das könnte zu Erdrutschen und Überschwemmungen führen. Hinzu kommt, dass die Schneefallgrenze steigt. Deshalb taut auch der in den vergangenen Tagen teilweise gefallene Schnee rasch ab.

Quelle: Katrin Marie Röber/Alexander Belyamna/Bayernwelle/redro24

Quelle: rosenheim24.de

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