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„Wir wollen Normalität im Umgang mit dem Wolf“

Wölfe in Bayern: Abgeordneter Steiner will Regulierung der Wolfspopulation erleichtern

Der strenge Schutz von Wölfen soll künftig gelockert werden. Damit soll die Weidehaltung und der Tourismus in den bayerischen Alpen erhalten und geschützt bleiben.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Traunstein - Der strenge Schutzstatus für Wölfe in Bayern soll künftig gelockert werden, um eine angepasste Regulierung der Bestände zu ermöglichen. Über einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag, den der Traunsteiner Abgeordnete Klaus Steiner und sein Kollege Eric Beisswenger aus Oberallgäu eingebracht haben, soll morgen im Umweltausschuss des Landtages entschieden werden.

Beide Abgeordnete, in deren Stimmkreisen die Almwirtschaft eine große Bedeutung hat, halten eine Regulierung des Wolfbestandes zum Schutz der Weidehaltung und der Almwirtschaft für dringend notwendig. Der Antrag hat zum Ziel, den strengen Schutzstatus für Wölfe in Bayern künftig weiter zu fassen, damit eine angepasste Reduzierung der Bestände möglich wird. Konkret soll dafür die sogenannte Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU (FFH) konsequent umgesetzt und vollumfassend angewendet werden.

Gesamtpopulation in Deutschland soll in Regelungen einbezogen werden

Vor allem soll nach den Vorstellungen der Abgeordneten, künftig die tatsächliche Gesamtpopulation der Wölfe in Deutschland in entsprechende Regelungen einbezogen und damit berücksichtigt werden, dass der Wolf nicht mehr gefährdet ist. Zudem sollen auch die vorgesehenen Ausnahmeregelungen zur Entnahme voll ausgeschöpft werden. Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass die Weidetierhaltung und insbesondere die Almwirtschaft weiter möglich bleiben.

Klaus Steiner: „Wir müssen auf die Praktiker; die Almbauern hören und dafür sorgen, dass Almen auch künftig weiter mit Weidetieren bewirtschaftet werden können ohne massive Konflikte durch die zunehmende Zahl von Wölfen. Der Wolfsbestand muss daher vernünftig und mit Augenmaß reduziert werden. Wir wollen Normalität im Umgang mit dem Wolf, wie in vielen anderen Ländern bereits üblich. Dazu gehört ein realistischer Blick auf die Bestände und Eingriffe, wenn nötig und geboten.“

Ruhpoldinger Bezirksalmbauer mit deutlicher Kritik

Deutliche Kritik übte der Ruhpoldinger Bezirksalmbauer Ludwig Bödecker, den Steiner über den Antrag aktuell informierte, an der Diskussion um Wölfe etwa in den Chiemgauer Bergen. „Wenn sich hier dauerhaft Wölfe ansiedeln, ist das das Ende der Almwirtschaft im Chiemgau oder anderen Regionen Bayerns.“

Die Errichtung von Schutzzäunen sei in den Bergen ist nur schwer möglich und der Einsatz von Schutzhunden bei Rindern oder Pferden völlig unrealistisch. Hunde auf den Almen würden zudem den Wanderbetreib auf den Almen unmöglich machen. Zudem werde nicht bedacht, dass Zäune auf unsrem Almen, die Lebensräume der Wildtiere zerschneiden“.

Er kritisierte die öffentliche Diskussion als zum Teil völlig sachfremd. Auf vielen Almen sei nicht durchgehend Personal zu Aufsicht. Schutzhunde auf sich allein gestellt seien ein hohes Risiko für Wanderer. Außerdem bekommen wir kein Personal mehr auf die Almen, wenn dort Bären oder Wölfe ihr Revier haben“, so Bödecker. Es müsse allen bewusst sein, dass damit die Bewirtschaftung der Almen und eine kleinteilige Produktion von hochwertiger Milch oder Fleisch sowie die Artenvielfalt auf den Almen ein Ende habe.

Lesen Sie auch: Vor neuer Almsaison: Ist unsere Region ausreichend auf den Wolf vorbereitet? (Plus-Artikel)

Steiner sprach von einem unlösbaren Konflikt: „Es geht nicht um die Frage, ob wir den Wolf oder Bär wollen oder nicht, sondern darum, ob dies Tierarten in den bayerischen Alpen, wo Almwirtschaft und intensiven Freizeitnutzung stattfinde, die von internationalen Verkehrsachsen, Siedlungsräumen durchzogen sei, einen artgerechten Lebensraum finden.

Für Rinder-, Schaf- und Pferdehalter sei es drüber hinaus nicht nachvollziehbar, dass zum Beispiel zum Schutz des Waldes, um den Verbiss zu reduzieren, ein verstärkter Abschuss Wild gefordert werde, der Schutz von Weidevieh aber negativ gesehen werde.

Pressemitteilung Klaus Steiner MdL

Rubriklistenbild: © Boris Roessler

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