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„Wird uns alle massiv treffen und kaputt machen“

Skiverbände und Liftbetreiber aus der Region entsetzt über Söders Vorstoß zu Ski-Verbot

Ein Skifahrer, der einen Mund-Nasen-Schutz trägt, fährt am Eröffnungstag des Skigebiets „Glacier 3000“ in Les Diablerets mit einem Sessellift.
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Italien, Österreich und Deutschland planen offenbar Skigebiete aufgrund der Corona-Pandemie bis nach den Weihnachtsferien zu schließen.

Landkreis - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädiert wegen Corona für eine vorübergehende europaweite Schließung von Skigebieten und Skiliften. So reagieren unsere heimischen Skiverbände und Skigebiete auf diesen Vorstoß.

„Aus sportlicher Sicht ist das eine absolute Katastrophe“, sagt Bernhard Kübler, Erster Vorsitzender des Skiverband Chiemgau. „Wenn das bedeutet, dass auch die deutschen Skigebiete schließen müssen, dann werden unsere Kinder weder die Möglichkeit haben zu trainieren, noch Wettkämpfe zu absolvieren. Ob die Schließung der Skigebiete aus medizinischer Sicht hilft, ist schwer zu sagen.“

Heimische Skigebiete müssten wegen Corona schließen

Kübler berichtet, dass der Verband beispielsweise im Bereich Langlauf schon ein Konzept mit minimalster Teilnehmerzahl erstellt habe, das Ende Dezember losgehen würde. „Die Trainingsgruppen halten sich aber derzeit noch zurück, Jahreskarten in einem Skigebiet zu kaufen. Wir haben aktuelle Zahlen über Austritte und wenn das wirklich durchgesetzt wird, dann wird uns das alle massiv treffen und kaputt machen.

Auch Franz Moderegger, Vorstand der Berchtesgadener Bergbahn AG findet gegenüber BGLand24.de klare Worte: „Eine Seilbahn und ein Skigebiet lebt für und von Gästen. Ohne Gäste – und damit meine ich natürlich auch unsere Tagesausflügler und einheimischen Kunden – kann kein Betrieb überleben. Die deutschen Seilbahnen haben über ihren Verband, den VDS, ein stimmiges Hygienekonzept erarbeitet, das auf den umfangreichen Erfahrungen des Sommers beruht.“ Die Sommersaison habe laut Moderegger dadurch erfolgreich und ohne negative Infektionsereignisse absolviert werden können. Gleiches erwarten die Berchtesgadener Bergbahnen wir für den bevorstehenden Winterbetrieb.

„Die wirtschaftlichen Auswirkungen für die ganze Region wären katastrophal“

Die Betriebseinstellung zum 20.10.2020 zusammen mit den Umsatzausfällen aufgrund des Lock-downs im Frühjahr, habe sich zu einer erheblichen Belastung summiert. “Insbesondere vor dem Hintergrund der erheblichen Investitionen der letzten Jahre“, so Moderegger. Jeder Tag an dem sie nicht in Betrieb sind, bedeute für die Bergbahnen erhebliche finanzielle Einbußen. „Natürlich haben wir Verständnis dafür, dass die Verantwortlichen das Infektionsgeschehen im Blick haben und die notwendigen Schritte gehen müssen“, so Moderegger. „Für uns sind klare Entscheidungen mit verlässlichen Aussagen wichtig.“

Hannes Rechenauer, Geschäftsführer der Hocheck Bergbahnen in Oberaudorf bläst ins selbe Horn: „Sollte diese Idee von Söder umgesetzt werden, hätte dies enorme Auswirkungen auf die Tourismuswirtschaft im gesamten bayerischen Alpenraum. Der wichtigste und umsatzstärkste Buchungszeitraum wäre davon betroffen - die wirtschaftlichen Auswirkungen für ganze Regionen wären katastrophal. Wir haben im Sommer 2020 mit den unverzüglich umgesetzten Hygienekonzepten bewiesen, dass wir einen sicheren Betrieb gewährleisten können.“ Laut Rechenauer gebe es einerlei Erkenntnisse, dass von Bergbahnen ein erhöhtes Infektionsrisisko ausgeht. „Unsere Gäste halten sich sowohl beim Wandern als auch beim Skifahren im Freien auf“, sagt der Geschäftsführer.

Söder will Skigebiete in ganz Europa schließen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will Skigebiete europaweit bis in den Januar schließen. „Wenn wir Grenzen offen halten wollen, brauchen wir auch eine klare Übereinkunft, was das Skifahren betrifft. Ansonsten wird es eine schwierige Entwicklung„, sagte er am Dienstag am Rande einer Landtagssitzung in München. Er verwies darauf, dass jemand, der in Risikogebieten Skifahren gehe, zehn Tage in Quarantäne müsse. Söder betonte dann aber: „Mir wäre lieber, wir würden ein einheitliches Übereinkommen auf europäischer Ebene haben: keine Skilifte offen überall beziehungsweise kein Urlaub überall.“

jb

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