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Sammelunterkunft im Seegatterl voll

Wie Reit im Winkl darum kämpft, alle Flüchtlinge unterzubringen

Kein Zimmer mehr frei: Die Asylunterkunft in Seegatterl ist bis unter das Dach belegt.
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Kein Zimmer mehr frei: Die Asylunterkunft in Seegatterl ist bis unter das Dach belegt.

Die Sammelunterkunft im Seegatterl ist dicht. Das berichtete die Vorsitzende des Sozial- und Kulturausschusses des Gemeinderats Reit im Winkl, Dr. Sabine Wörnle (CSU), in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Das macht die angespannte Wohnraumsituation in der Gemeinde nicht leichter.

Reit im Winkl – Derzeit sind in Reit im Winkl 23 Geflüchtete in dezentralen Einrichtungen registriert. So berichtete es Dr. Sabine Wörnle dem Sozialausschuss. Dazu kämen 18 Personen als sogenannte Fehlbeleger in zentralen und in dezentralen Einrichtungen. Mit diesem Begriff bezeichnet die Verwaltung all jene Ukrainer mit einer Aufenthaltserlaubnis für Deutschland wie auch jene, über deren Asylantrag positiv beschieden wurde.

Doch im Ergebnis: Die Unterkunft für Geflüchtete in Seegatterl sei derzeit voll belegt. Zusätzlich seien im Ort verteilt noch mindestens 45 ukrainische Bewohner gemeldet. Aktuell werde für eine vierköpfige Familie aus der Ukraine eine Wohnmöglichkeit gesucht, was sich als schwierig gestalte, sagte die Vorsitzende seinerzeit.

Staat verlässt sich auf Ehrenamtliche

Inzwischen hat sich für diese jedoch eine Bleibe gefunden, wie der Bürgermeister der Gemeinde, Matthias Schlechter (CSU) auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mitteilt. „Ein Glücksfall“, wie der Rathauschef findet. Denn die Situation für die Kommune gestaltet sich offenbar alles andere als einfach: „Wir haben neben den Geflüchteten in Seegatterl auch relativ viele Ukrainer, die viel Aufwand verursachen“, sagt Schlechter.

Dies sorge gerade in solch kleinen Gemeinden wie Reit in Winkl für „viel Aufwand“ in der Verwaltung. Und diese erhalten seitens Land und Bund keine überschwänglich große Unterstützung, wie der Christsoziale findet.

„Der Staat verlässt sich auf die Ehrenamtlichen. Gott sei Dank haben wir die“, lobt er die Arbeit der freiwilligen Helfer und schiebt ein „noch“ hinterher.

Kommunen am Limit

Auch der Bayerische Gemeindetag sieht die Kommunen derzeit am Limit. Dessen Vorsitzender Uwe Brandl, Bürgermeister der Stadt Abensberg, berichtete zur jüngsten Tagung des Gremiums, die Unterbringung von Flüchtlingen bringe die Kommunen an ihre Kapazitätsgrenzen. Dies könne zu weiteren Belastungen und Engpässen führen. Unisono mit Ministerpräsident Markus Söder forderte er mehr Geld vom Bund, um die Städte und Gemeinden in ihrem Bemühen, Geflüchtete unterzubringen und zu integrieren, zu unterstützen.

Zu wenig bezahlbarer Wohnraum

Die Geflüchteten in Privatunterkünften unterzubringen, sei für die Gemeinde ein schweres Unterfangen. Es gebe ohnehin schon zu wenig bezahlbaren Wohnraum. Da macht Reit im Winkl auch keinen Unterschied zu anderen Gemeinden im Chiemgau.

Ohnehin wünscht sich der Bürgermeister eine Alternative zur Sammelunterkunft im Seegatterl: „Sie liegt viel zu abgeschieden, ohne Infrastruktur und mit dem ÖPNV schlecht erreichbar.“ Um die Integration zu erleichtern, sollten die Geflüchteten zentraler untergebracht werden, meint er. Und das nicht nur, um besser am Gemeinschaftsleben der Kommune teilnehmen zu können. Auch Arbeitsstellen könnten vom Seegatterl aus nur schwer erreicht werden, wenn dort nur alle naselang ein Bus halte.

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