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„Problemwolf“ darf doch nicht entnommen werden

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Das ist der aktuelle Stand

Schäden, Statik, Neubau: So geht es nach dem Brand in der Traunsteiner Berufsschule weiter

Schauplatz der Verwüstung: Einsatzkräfte nach dem gelöschten Brand im Parkdeck.
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Schauplatz der Verwüstung: Einsatzkräfte nach dem gelöschten Brand im Parkdeck.

Kurz vor den Weihnachtsferien brannte ein Mülllager im Bereich des Parkdecks im nördlichen Gebäudetrakt der Berufsschule I an der Wasserburger Straße in Traunstein, ein mehrstündiger Feuerwehr-Einsatz war die Folge. Die Schadensuntersuchung läuft weiter auf Hochtouren.

Update, 14. Januar, 17.05 Uhr - Schadensuntersuchung läuft auf Hochtouren

Nach dem Brand an der Berufsschule I in Traunstein läuft die Schadensuntersuchung in Abstimmung mit der Versicherung auf Hochtouren. Dies teilte Pressesprecherin Laura Lockfisch vom Landratsamt Traunstein auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mit.

Aufgrund der andauernden Untersuchungen seien Aussagen über das Ausmaß und die Behebung der Schäden noch nicht möglich. „Der Schaden ist nach derzeitigen Erkenntnissen jedoch erheblich“, so Lockfisch und ergänzt: „Unter anderem ist die Stromversorgung des Gebäudes betroffen, da der Stromtrafo vom Brand beeinträchtigt wurde.“

Offen sei, ob die Statik des Gebäudes betroffen sei: „Auch hier dauert die Begutachtung an.“ Gleiches gelte für den Schadstoffeintrag durch Ruß und Rauch. Vom Ergebnis abhängig sei zum Beispiel auch die Reinigung des Gebäudes. „Eine Aussage zur weiteren Unterrichtsgestaltung kann erst nach dem Vorliegen der weiteren Erkenntnisse durch die Begutachtungen in Abstimmung mit der Schule getroffen werden“, erklärt Lockfisch.

Der sowieso schon vor dem Brand geplante Neubau der Berufsschule solle so schnell wie möglich realisiert werden. Allerdings gebe es aktuell dazu nur eine Machbarkeitsstudie. Das vor kurzem über eine europaweite Ausschreibung gefundene Planer-Team beginnt derzeit gerade mit den Arbeiten. Eine wesentliche Beschleunigung der Planungs- und anschließenden Bauarbeiten wird laut Lockfisch angesichts der Größe und Dimension der Maßnahme kaum möglich sein. „Sobald die Planung für den Neubau steht, was jedoch noch eine längere Zeit beanspruchen wird, wird diese natürlich auch in den Kreisgremien behandelt werden.“

Erstmeldung:

Traunstein – Kurz vor den Weihnachtsferien brannte ein Mülllager im Bereich des Parkdecks im nördlichen Gebäudetrakt der Berufsschule I an der Wasserburger Straße. Das löste einen mehrstündigen Großeinsatz mit 150 Einsatzkräften aus. Der Schaden war am Tag danach mit 100.000 Euro beziffert worden, mindestens bis Ende Januar kann kein Präsenzunterricht stattfinden, möglicherweise gibt es sogar Schäden an der Statik des Hauses.

Auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen erklärte Landratsamts-Pressesprecher Michael Reithmeier, dass das gesamte Ausmaß der Schäden noch nicht absehbar ist. „Die Schadensermittlung zusammen mit Vertretern der Versicherung und externen Gutachtern dauert momentan an und wird noch einige Zeit beanspruchen“, so die Auskunft. Eine Aussage zur Sanierung kann deshalb laut Landratsamt noch nicht getroffen werden.

Möglicherweise ist die Statik betroffen

Teile des Gebäudes seien möglicherweise statisch in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Gebäude sei verraucht und verrußt. Davon könnten auch Maschinen, die in den Werkstätten der Berufsschule untergebracht sind, betroffen sein. Das Landratsamt dazu: „Aber auch hierzu können gegenwärtig keine definitiven Aussagen getroffen werden.“

Schulleiter Oberstudiendirektor Wolfgang Kurfer erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass vorerst bis Ende Januar alle Klassen im Distanzunterricht bleiben müssen. Der Distanzunterricht sei gewährleistet, die Lehrer seien in den vergangenen Jahren entsprechend technisch ausgerüstet worden. Kurfer fährt fort: „Alle Schüler haben einen eigenen Teams-Account, die Nutzung und die Arbeit damit wird eingeübt, sodass alle damit umgehen können.“

Für jene Schüler, die keinen eigenen Rechner zur Verfügung hätten, stellten der Landkreis und der Förderverein der Berufsschule ein Leihgerät zur Verfügung: „Damit sind die Voraussetzungen für einen schnellen Umstieg auf Distanzunterricht gegeben.“

Unterstützung von außen bei Praxis-Unterricht

Schwieriger wird es mit den praktischen Ausbildungsinhalten, aber auch hier arbeitet die Berufsschule gemäß den Ausführungen Kurfers an einer Lösung, wie er erklärt: „Wir haben bereits bei der Privaten Berufsschule der Jugendsiedlung und dem Bildungszentrum der Handwerkskammer angefragt und gebeten, die vorhandenen Werkstätten nutzen zu können, falls diese frei wären.“ Corina Sperr-Baumgärtner, die Leiterin der Privaten Berufsschule, und Franz Ertl, der Leiter des Bildungszentrums, hätten sofort ihre Unterstützung zugesagt, „wofür ich mich ganz herzlich bedanken möchte“. Auch Oberstudiendirektor Hermann Kunkel, Schulleiter der Berufsschule Berchtesgadener Land in Freilassing, habe sofort seine Unterstützung angeboten.

„Außerdem sind wir noch auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten, praktischen Unterricht zu erteilen“, so Kurfer und schildert: „Im letzten Schuljahr konnten wir einen Teil der praktischen Inhalte auf die Ausbildungsbetriebe verlegen: Meine Kollegen stellten den Schülern praktische Aufgaben, die sie dann in ihrem Ausbildungsbetrieb ausführten und das Ergebnis dokumentierten. Auch hier haben wir großzügige Unterstützung und Verständnis seitens der Ausbilder erfahren.“

Ausbildungsbetriebe zeigen „großes Verständnis“

Von den Ausbildungsbetrieben habe die vom Brand geschädigte Berufsschule I in Traunstein „großes Verständnis für unsere Schwierigkeiten und Akzeptanz unserer Lösungen“ erfahren. Wichtig sei vor allem, dass so schnell als möglich der Unterrichtsbetrieb wieder aufgenommen werde und ins Schulhaus zurückgekehrt werden kann. „Unsere Schüler brauchen den Präsenzunterricht, um die bestmöglichen Ausbildungsergebnisse zu erzielen. Sie dürfen durch die Brandfolgen nicht benachteiligt werden“, betont der Oberstudiendirektor.

Distanzlernen nur eine Notlösung

Unterricht auf Distanz und Distanzlernen sei eine Möglichkeit, um einen größeren Unterrichtsausfall – wie in der jetzigen Notsituation – zu vermeiden. Er könne aber den Präsenzunterricht im Schulhaus nicht ersetzen. Kurfer: „Diese Meinung wird auch von fast allen Ausbildungsbetrieben vertreten.“

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern noch an:

Die Polizei hat gleich nach dem Feuer mit den Brandfahndern der Kriminalpolizei die Spurensicherung aufgenommen. Martin Emig von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd erklärt auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen, dass die Ermittlungen noch einige Zeit andauern werden, das sie sehr aufwändig seien. Schutt und Asche müssten analysiert und eingeschickt werden. Einen technischen Defekt habe die Kripo von vornherein ausgeschlossen, die Ermittlungen gingen in Richtung Brandstiftung. Bei Brandstiftung müsse man allerdings unterscheiden, ob es sich um Fahrlässigkeit oder Vorsatz gehandelt habe. Das heißt, entweder hat absichtlich ein Unbekannter ein Feuer gelegt, oder aus anderen Gründen hat sich durch Fehlverhalten ein Feuer entzündet. „So etwas kennt man von daheim, wenn zum Beispiel jemand heiße Asche in die Mülltonne wirft und sich dies entzündet“, verdeutlicht Emig an einem Beispiel.

Neubau geplant:

Erst im Oktober gab das Traunsteiner Landratsamt bekannt, dass die in die Jahre gekommene Berufsschule I in Traunstein komplett abgerissen und neu gebaut werden soll. Der Neubau, so die damalige Auskunft von Pressesprecher Michael Reithmeier, solle auf dem bisherigen Parkplatz entstehen, bis Ende 2023 sollten die Planungen beendet sein. Von mindestens 100 Millionen Euro Kosten war die Rede. Der Neubau dauert vermutlich mehrere Jahre, der Unterricht sollte derweil laut Reithmeier parallel in den alten Räumen weiterlaufen. Die Untersuchungen zu den jetzigen Brandschäden sind noch nicht abgeschlossen, deshalb kann das Landratsamt noch keine Aussage zu einer Sanierung treffen.

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