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Am Hilgerhof in Pittenhart

„Apfel-Birne-Berge-Streuobsttag am 29. April“

Von links nach rechts: Kreisfachberater Markus Breier, Pomologe Georg Loferer, Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber, Projektmanagerin Eva Bichler-Öttl) mit dem frisch aufgepfropften Paradies-Apfel.
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Von links nach rechts: Kreisfachberater Markus Breier, Pomologe Georg Loferer, Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber, Projektmanagerin Eva Bichler-Öttl) mit dem frisch aufgepfropften Paradies-Apfel.

Am Hilgerhof in Pittenhart (Landkreis Traunstein) fand der erste „Apfel-Birne-Berge-Streuobsttag“ statt. Anlass hierfür war einerseits der zweite „Internationale Tag der Streuobstwiese“ – einem europaweiten Mitmach- und Aktionstag rund um das „Immaterielle Kulturerbe Streuobstanbau“ und andererseits die durchweg guten Ergebnisse von Verwertungsversuchen mit sortenreinem Edelbrand. 

Die Mitteilung im Wortlaut:

Pittenhart - Dazu eingeladen hatten die Verantwortlichen des Projektes „Apfel-Birne-Berge“, das sich in den sechs Voralpenlandkreisen zwischen Berchtesgadener Land und Weilheim-Schongau um den Erhalt und die Wiederverbreitung von vergessenen Apfel- und Birnensorten kümmert. Wie Pomologe Georg Loferer in seinem Kurzvortrag berichtet, werden derzeit rund 260 Sorten in der Baumschule Schmitt in Poxdorf nachgezogen. Die meisten davon konnten selbst von namhaften deutschen Pomologen und auch anhand genetischer Untersuchungen nicht bestimmt werden. „In allen sechs Landkreisen werden Sortenerhaltungsgärten entstehen, in denen die vergessenen Sorten eine neue Heimat finden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“, sagt Projektmanagerin Eva Bichler-Öttl.

Auch am Kulturzentrum Hilgerhof wird ein derartiger Garten mit insgesamt 200 Hochstämmen und 260 Spindelbäumen entstehen. Wie die stellvertretende Landrätin, Frau Resi Schmidhuber in ihren Grußworten ausführt, wird dieser ein wertvoller Beitrag zum Naturschutz und zum Erhalt der Biodiversität sein - und ein weiteres Juwel für den Hilgerhof, der durch die vielseitigen Aktivitäten der Gemeinde Pittenhart und dem Kulturverein Hilgerhof e.V. zu neuem Leben erwacht ist. Der Landkreis übernähme an vielen Stellen im Naturschutz eine Vorreiterrolle, etwa im Rahmen der Aktion „Blühenden Landkreis“, der Moorrenaturierung oder der Förderung des Anbaus von mittlerweile rund 100 ha der bienenfreundlichen „Durchwachsenen Silphie“ anstelle von Mais. Schmidhuber spricht allen Projektbeteiligten und insbesondere den Brennern, die an den Verwertungsversuchen teilgenommen haben, einen besonderen Dank aus.

Andrea Westenthanner, Geschäftsführerin vom Südostbayerischen Verband der Ost- und Kleinbrenner, führt die Anwesenden in ihrem Kurzvortrag in die Welt der Brennerei ein. Die Schnapsbrennerei sei die Veredelung von Obst in höchster Form. Nicht jede Frucht sei hierfür geeignet. „Wichtig sind hohe Zuckergehalte und ein besonderes Aroma.“, sagt sie. Manche Brennsorten haben hohe Gerbstoffgehalte, so dass es nicht leicht ist, beim Verkosten der frischen Früchte hinter der starken Adstringenz die „inneren Werte“ zu erkennen. Für einen Brand wird eine große Menge, also mindestens 100 kg, vollreifer und einwandfreier Früchte benötigt und viel Zeit für den Gärprozess und das Reifen des fertigen Produktes im Lager.

Im Rahmen des Projektes „Apfel-Birne-Berge“ wurden in den vergangenen beiden Jahren sortenreine Edelbrände von insgesamt 21 Sorten hergestellt. Insgesamt haben 10 Brennereien aus allen sechs Landkreisen ehrenamtlich daran mitgewirkt.

  • Haus’s Brennerei, Holzkirchen
  • Edeldestillerie Hartmannsegger, Sachsenkam
  • Brennerei Stocker, Tattenhausen
  • Hofbrennerei beim Graz’n, Geiging
  • Obstverwertungsgenossenschaft Prien am Chiemsee
  • Bio-Brennerei Gramminger, Taching a. See
  • Brennerei Hafner, Frauenried
  • Bernhard Schmähl, Freilassing
  • Edeldestillerie Schneiderhauser, Huglfing
  • Hausbrennerei Listegg

Im Februar wurden die Brände von ausgebildeten Edelbrandsommeliers verkostet und bewertet. 8 Brände wurden dabei als sehr gut bewertet und zur „Bayernbrandprämierung“, einem bayernweiten Wettbewerb, weitergereicht. Am 23. Mai werden die Ergebnisse erwartet.

Als kleines Dankeschön für ihre Mitwirkung überreichte Projektmanagerin Eva Bichler-Öttl ein ganz besonderes Präsent: Pralinen, die speziell zu diesem Anlass aus „Kletzn“, also ganzfrüchtig gedörrten, sogenannten „kernweichen“ Birnen hergestellt wurden. Denn neben den Brennbirnen gehören auch die oft kleinfrüchtigen Dörrbirnen zu den Sorgenkindern des Projektes, denen mit weiteren Verwertungsversuchen nachgegangen werden soll.

Bei der anschließenden Verkostung konnten sich die Anwesenden unter Anleitung von Andrea Westenthanner durch die teils überraschende Vielfalt der Birnenbrände schmecken.

Zum Abschluss wurde demonstriert, wie Sortenerhalt im Kleinen aussehen kann: Kreisfachberater Markus Breier veredelte einen bereits in den Vorjahren gepflanzten Baum mit Reisern des „Paradiesapfels“, einer vielseitig verwendbaren Lokalsorte, die in den Gemeinden Rohrdorf und Samerberg gefunden wurde und dort durch gesundes Wachstum und hohe Erträge überzeugt. Um das Wichtigste jedoch kümmerten sich stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber und Bürgermeister Josef Reithmeier: Das Anbringen des Sortenschildes, damit die Sorte nicht wieder in Vergessenheit gerät und das Wissen darum weiterlebt.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

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