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Kommunales Energieeffizienz-Netzwerk Südostbayern

Energieeffizienz in Kläranlagen

Die offenen Becken in einer Kläranlage werden mit Sauerstoff angereichert.
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Beim 10. Treffen des Energieeffizienz Netzwerks Südostbayern haben sich die Kommunenvertreterüber das Thema „Energieeffiziente Kläranlagen und Klärschlammverwertung“ informiert. (Symbolbild)

Landkreis - Wie inzwischen gewohnt virtuell informierten sich die Kommunenvertreter beim 10. Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerktreffen diesmal zum Thema „Energieeffizienz in Kläranlagen und Klärschlammverwertung“ am Beispiel der Kläranlage in Piding.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Energieagentur Südostbayern Geschäftsführerin Bettina Mühlbauer begrüßte als Netzwerkmoderatorin die Vertreter der teilnehmenden Kommunen, freute sich wieder über die rege Teilnahme und durfte von Bürgermeister Hannes Holzner viele Grüße ausrichten, der sehr erfreut ist, dass die Kläranlage Piding für das Gast-Netzwerk Südostbayern beispielgebend sein darf.

Nach der Einführung gab Peter Pospischil von der Energieagentur Südostbayern GmbH einen kurzen Rückblick zum vergangenen Netzwerktreffen im Januar mit dem Thema „Wasserstoff-Technologie“ und Herr Prof. Dr. Markus Brautsch als Netzwerkträger vom Institut für Energietechnik (IfE) stellte dann die verschiedenen Projekte der Netzwerk-Kommunen vor. So konnten die Projekte der Stadt Deggendorf zur Heizungsversorgung des Rathauses oder dem Wärmenetz bereits abgeschlossen werden. Im Landkreis Traunstein sind neue Themen aufgenommen worden, wie die Photovoltaik-Speicherlösungen, Anlagenvermarktung oder Hochlastmanagement, die gerade bearbeitet werden, nachdem die Machbarkeitsprüfung für ein Biogas-BHKW abgeschlossen werden konnte. Auch in Sauerlach ist eine Hälfte der Projekte bereits abgeschlossen worden, die andere Hälfte mit Solarstromeigennutzung in den Liegenschaften oder dem Fernwärmenetz warten auf den Bearbeitungsstart. Herr Prof. Dr. Brautsch betonte hierbei, dass auch Projekte, die jetzt im letzten Netzwerkjahr begonnen wurden, natürlich vom IfE entsprechend fertig bearbeitet werden - auch über die Netzwerklaufzeit hinaus.

Prof. Dr. Markus Brautsch und Peter Pospischil informierten zum Abschluss des Sachstandsberichts im Netzwerk die Teilnehmer über aktuelle Themen und Förderungen wie der zukünftigen Herausforderung der Wasserversorgung auch in Bayern, das Bayerische Förderprogramm „KommKlimaFÖR“ für Energieeffizienz in Kommunen oder die Bundesförderung für effiziente Gebäude, die auch im Nicht-Wohngebäude-Bereich attraktive Förderungen von bis zu 45 % bietet.

Zum Einstieg in den fachlichen Teil des Netzwerktreffens referierte das IfE in der Theorie zu den Themen „Energieeffizienz in Kläranlagen“ und zur „Klärschlammverwertung“. Prof. Brautsch betonte, dass Kläranlagen zu den größten kommunalen Stromverbrauchern gehören, aber auch hier der sogenannte „Energie-Drei-Sprung“ angewendet werden kann. Mit der Betrachtung der Prozesse und dem Einsatz effizienter Anlagen kann Energie gespart (1. Sprung) und die Effizienz gesteigert (2. Sprung) werden. Durch die Nutzung des Klärgases zur Strom- und Wärmeerzeugung ist auch der 3. Sprung, die Nutzung erneuerbarer Energien, getan. Mit der Ist-Analyse vor Ort kann eine Vorgehensweise erarbeitet werden, um die Energieeffizienz an Hebeln wie Einlaufhebewerk, Rührwerk, Belüftung oder dem Pumpwerk strukturiert zu steigern. Auch der Einsatz einer Photovoltaikanlage oder eines BHKWs zur Eigenstromnutzung dient der Energiebilanz einer Kläranlage. Vor große Herausforderung werden Kläranlagenbetreiber in Zukunft gestellt, wenn es um das Thema Klärschlammverwertung geht. Hier müssen von der Faulung über die Entwässerung zur Trocknung und Verwertung alle Schritte in die Betrachtung einbezogen werden.

Zum Abschluss des Netzwerktreffens stellte Arne Nath, Leiter der Kläranlage in Piding, das Praxisbeispiel vor. Als Betreuer und Berater vieler Kläranlagen in Bayern wusste Herr Nath über die Feinheiten und Schwierigkeiten beim Betrieb von Kläranlagen zu berichten und hat damit einen guten Vergleich, wie die Anlage in Piding zu beurteile ist. Er berichtete darüber, wie die Effizienz in der Anlage in Piding über die letzten Jahre durch den Einsatz eines effizienteren Rührwerks (-75 % Stromverbrauch), den Umbau des Schneckenhebewerks (-29 % Stromverbrauch) und durch die Mikrogasturbinen (Stromerzeugung von zweimal 65kW), betrieben mit dem Klärgas vor Ort, gesteigert werden konnte. Da der Bedarf inzwischen entsprechend hoch ist, soll die Kapazität des Klärwerks in Piding ab 2021 um mehr als das doppelte erhöht werden, auch wenn die benachbarten Milchwerke Piding aktuell eine Vorbehandlung der Flotation errichtet.

Für das nächste kommunale Energieeffizienz-Netzwerktreffen Südostbayern, das im Juli stattfindet, geplant als Präsenzveranstaltung, wurde das Thema „Energie-Autarkes Quartier“ bestimmt.

Pressemitteilung Energieagentur Südostbayern GmbH

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