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32-Jähriger überfiel die Frau nachts auf offener Straße

„Ein entsetzliches, grusliges Verbrechen“: Urteil zur Vergewaltigung in Obing gesprochen

Der Angeklagte (32) im Gerichtssaal.
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Der Angeklagte (32) im Gerichtssaal.

Obing/Traunstein – Nachdem am heutigen Mittwoch im Prozess um die brutale Vergewaltigung in Obing im April 2022 zunächst die Plädoyers gehalten wurden, fiel bereits auch das Urteil gegen den 32-Jährigen.

Update, 12.18 Uhr - Urteil zur Vergewaltigung in Obing gesprochen

Ein „entsetzliches, grusliges Verbrechen“, auch in den Augen der Vorsitzenden Richterin Christina Braune – jetzt spricht sie das Urteil: Für acht Jahre muss der 32-jährige Rumäne ins Gefängnis, der in der Nacht auf 2. April 2022 eine Frau in Obing vergewaltigt hat. Verurteilt wurde er darüber hinaus wegen Raubes.

Es steht fest, dass Sie das waren“, so die Richterin zum Angeklagten. Sie fasst die Tat zusammen: „Es war wohl reiner Zufall, dass die Geschädigte des Weges kam.“ Dann seien der 55-Jährigen Mund und Nase zugehalten worden, ein erster Schrei konnte so unterbunden werden. „Die Geschädigte hatte überhaupt keine Chance“, so Richterin Braune.

Sie stellt heraus, dass der Angeklagte die Frau dann auch noch rund 250 Meter von der nahen Bebauung wegzerrte – und bei jeder Widerrede habe er ihr das Gesicht in die güllegetränkte Wiese gedrückt. „Dann verging sich der Angeklagte knapp eine Stunde in verschiedenster Weise an der Frau.“ Zusätzlich habe der 32-Jährige der Obingerin Geld gestohlen und sie zum Schluss in einen Bach gestoßen.

„Die Folgen für die Geschädigte sind verheerend. Sie hat ihr ganzes Leben, wie sie es bisher führte, verloren“, so die Vorsitzende Richterin. Noch immer sei die 55-Jährige arbeitsunfähig, werde therapiert und könne kaum allein sein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Binnen einer Woche kann noch Einspruch dagegen eingelegt werden.   

Update, Mittwoch (25. Januar), 11.22 Uhr - Plädoyers im Obinger Vergewaltigungsprozess

Genau vor solchen Taten hat jede Frau Angst“, bringt es Staatsanwältin Karin Hahn in ihrem Plädoyer jetzt auf den Punkt. Sie spricht davon, dass der 32-Jährige die Obingerin zu einem „Gegenstand degradiert“ hätte und die Frau bei der Vergewaltigung Todesangst durchlebte. Ihre Forderung: Acht Jahre und vier Monate Haft für den Angeklagten wegen Vergewaltigung und Raub.

Die Tat habe die Bevölkerung fassungslos gemacht und die Gemeinde im April 2022 in Aufregung gehalten. Über eine Stunde lang habe der Rumäne die 55-Jährige mehrmals vergewaltigt – und es bestehe „kein Zweifel, dass es sich hier um den richtigen Angeklagten handelt“, so Staatsanwältin Hahn.

Die Frau sei in einer hilflosen Lage gewesen: Das Handy verlor sie während der Auseinandersetzung, niemand hörte sie und in der Nacht auf den 2. April kamen keine Passanten an der Wiese nahe des Moosmühlbachs in Obing vorbei. Nebenklagevertreter Korbinian Ortner schließt sich dem Plädoyer an und fügt hinzu: „Ihr passierte das Schlimmste, was einer Frau passieren kann.“

So weit entfernt liegt auch Verteidiger Harald Baumgärtl mit seinem Plädoyer nicht. Vergewaltigung und Raub seien zweifellos passiert, er fordert sieben Jahre und zehn Monate Gefängnis für seinen 32-jährigen Mandanten. Baumgärtl betont aber sein Geständnis: „Es mag sein, dass es spät kam, aber nicht zu spät. Durch das Geständnis konnte der Geschädigten eine intensive und intime Befragung erspart werden.“

Gegen Mittag wird das Traunsteiner Landgericht das Urteil fällen.  

Vorbericht

Schon am heutigen Mittwoch (25. Januar) könnte die Vergewaltigung in Obing vom 2. April 2022 gerichtlich aufgearbeitet sein. Vor dem Traunsteiner Landgericht werden die Plädoyers gehalten, im Anschluss daran fällt womöglich auch schon am Mittwoch das Urteil. Der Angeklagte, ein 32 Jahre alter Mann mit rumänischer Staatsbürgerschaft, wollte zuerst überhaupt nichts sagen, war dann aber doch voll geständig. Damit dürfte der Täter, der eine 55-jährige Obingerin auf ihrem Heimweg eine knappe Stunde lang vergewaltigt hat, für das Gericht feststehen. Der Prozess beginnt um 9.15 Uhr.

Plädoyers und Urteil zu Vergewaltigung in Obing?

Die 55-Jährige war in der Nacht auf 2. April 2022 auf dem Heimweg von ihrer Arbeit. Nur noch rund 150 Meter hätte sie vor sich gehabt, als sie der Angeklagte von hinten packte, ihre Schreie mit der Hand unterdrückte und sie auf einer verschneiten Wiese zu Boden brachte. „Ich hatte im ersten Moment keine Ahnung, was da passiert, hatte tausend Dinge im Kopf” - dann sei sie sich ihrer Chancenlosigkeit bewusst geworden: “Wenn ich überleben will, muss ich ruhig bleiben”, habe sie laut ihrer Aussage vor Gericht gedacht.

No Police, sonst Familie tot”, habe ihr der 32-Jährige während der Vergewaltigung auch noch gedroht. Die Entschuldigung des Angeklagten vor Gericht schlug die Frau aus. Laut ihrem Lebensgefährten traue sich die Obingerin nicht mehr alleine vor die Tür und ist weiterhin in psychologischer Behandlung. „Völlig aufgelöst und verstört, dreckig und mit Blut im Gesicht”, sei die Frau heimgekommen, berichtete ihr Lebensgefährte vor Gericht. Heute sei eigentlich nichts mehr wie zuvor. Die Tat habe „mehrere Leben“ verändert.

Eine Woche lang blieb der 32-Jährige im vorigen April auf freiem Fuß, in Obing herrschte Unruhe. Dann konnte die Zivilpolizei den Mann zufällig aufgreifen. Er machte sich selbst verdächtig, als er in der Nacht einem Pärchen auflauerte, es verfolgte und sich dabei immer wieder hinter Autos versteckte. In der Nähe des Edekas in der Poststraße wurde der Angeklagte dann von den Beamten angesprochen und schließlich festgenommen. „Sie waren auf der Pirsch nach dem nächsten Opfer. Ich gehe davon aus, dass die Zivilpolizei das nächste Verbrechen verhindert hat“, kommentierte es die Vorsitzende Richterin Christina Braune.

chiemgau24.de wird aktuell vom heutigen Prozess berichten.

xe

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