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Krankenhausbesuchsdienst des Klinikums Traunstein feiert Jubiläum

Seit 40 Jahren ein offenes Ohr am Krankenbett

Sein 40. Jubiläum feiert der Krankenhaus-Besuchsdienst im Klinikum Traunstein in diesem Jahr. Unser Foto zeigt die Leiterin Maria Schmidbauer (links) und ihre Mitstreiterinnen bei der Verabschiedung von Ilse Albrecht (2. von rechts) 2020 in der Zeit zwischen den Corona-Lockdowns im Café Malerwinkl, die nach 32 Jahren wegen Wegzugs den Besuchsdienst schweren Herzens verlassen musste. (Foto: Schmidbauer)
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Sein 40. Jubiläum feiert der Krankenhaus-Besuchsdienst im Klinikum Traunstein in diesem Jahr. Unser Foto zeigt die Leiterin Maria Schmidbauer (links) und ihre Mitstreiterinnen bei der Verabschiedung von Ilse Albrecht (2. von rechts) 2020 in der Zeit zwischen den Corona-Lockdowns im Café Malerwinkl, die nach 32 Jahren wegen Wegzugs den Besuchsdienst schweren Herzens verlassen musste. (Foto: Schmidbauer)

Wer schon mal im Krankenhaus war, weiß, wie gut es tut, Besuch zu bekommen. Doch die Möglichkeit, Familie und Freunde zu empfangen, hat nicht jeder. In Traunstein gibt es daher ein ganz besonderes Angebot, das jetzt Jubiläum feiert.

Traunstein – Auf sein 40. Jubiläum blickt in diesem Jahr der ehrenamtliche Krankenhaus-Besuchsdienst am Klinikum Traunstein zurück. Unter dem Motto „Wir schenken Zeit statt Blumen“ kümmern sich seine Mitglieder seit April 1981 kostenlos um die Bedürfnisse der Patienten im persönlichen Bereich während ihres stationären Aufenthalts. Der Krankenhaus-Besuchsdienst versteht sich als ergänzendes Angebot zur pflegerischen und medizinischen Versorgung.

Intensive Vorbereitung

Die Idee dazu hatten seinerzeit Rosemarie Kotter, Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB), und Rosi Mengele, Vorsitzende des Kreises junger Frauen. Die Idee wurde an Maria Schmidbauer, ebenfalls Mitglied des KDFB, delegiert, die mit der Gründung und Leitung des Besuchsdienstes betraut wurde. Die angeworbenen Mitarbeiterinnen wurden durch intensive Seminare von Ärzten, Pflegenden, Psychologen und Seelsorgern auf das Gespräch am Krankenbett vorbereitet.

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Auf diese Weise gut gerüstet nahm der Krankenhaus-Besuchsdienst im April 1981 unter der Trägerschaft des Katholischen Frauenbunds sowie in Zusammenarbeit mit der Krankenhausleitung, dem Sozialdienst und der katholischen und evangelischen Seelsorge seine Tätigkeit im damals noch Städtischen Krankenhaus Traunstein auf. Der Nephrologie Dr. Martin Gottsmann war der „Türöffner“ für das Pilotprojekt.

Er war von der Sache überzeugt, sodass die Frauen auf seinen Stationen ihre Tätigkeit aufnehmen durften. „Inzwischen ist sie auf allen Stationen zu einer Festen und geschätzten Einrichtung im Klinikalltag geworden“, erinnert sich Schmidbauer.

Große Erleichterung

Jede Mitarbeiterin übt ihren Dienst regelmäßig mindestens einmal in der Woche an einem festgelegten Tag und je nach Bedarf auch an weiteren Tagen aus. Der Dienst kann von allen Patienten über die Station oder die Information angefordert werden. Die Tätigkeit des Besuchsdienstes richtet sich zunächst ganz an den persönlichen Bedürfnissen er Patienten aus. „Allein durch die menschliche Zuwendung und aufrichtige Anteilnahme an den Sorgen fühlen sich viele Patienten erleichtert, weil sie sich in ihrer Not verstanden fühlen“, so Elisabeth Ulmer, Vorstand der Kliniken Südostbayern AG.

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Besonders gefragt ist die unbürokratische Hilfe des Besuchsdienstes, wenn Urlauber auf Durchreise, nach einem Unfall überraschend ins Krankenhaus kommen. Maria Schmidbauer erinnert sich zum Beispiel an den Fall einer Familie aus Siegen, bei dem der Ehemann nach einem Bergunfall sechs Wochen auf der chirurgischen Intensivstation lag, oder an eine Familie aus Köln, bei der der Ehemann nach einem Verkehrsunfall verstarb und die Ehefrau mit einer Halswirbelfraktur eingeliefert wurde.

Hilfe für Angehörige

Oft sind auch begleitende Angehörige mitzubetreuen, sei es bei der Zimmersuche oder weil sie selbst seelische Stütze und Zuspruch benötigen. Es gibt auch immer wieder Fälle, bei denen der Krankenhausaufenthalt alleinstehender Patienten länger dauert, als zunächst geplant. Hier sind meist persönliche Dinge von zuhause zu holen, Fenster zu schließen oder Tiere zu versorgen.

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Bei schweren Verläufen der Erkrankung wurden von den Mitarbeiterinnen ihre Patienten auch während ihrer Sterbephase weiter sehr intensiv begleitet. Inzwischen benötigten auch erkrankte, meist jugendliche Flüchtlinge aufgrund großer Sprachbarrieren und bürokratischer Vorschriften eine umfangreiche und aufklärende Hilfe, zum Beispiel durch die Hinzuziehung eines Dolmetschers, betont Maria Schmidbauer.

Bereicherung für die Mitarbeiterinnen

„Ihre Motivation finden die Mitarbeiterinnen des Besuchsdienstes immer wieder darin, dass sie ihre Tätigkeit als menschliche Bereicherung empfinden, denn es ist immer ein Geben und Nehmen zugleich“, unterstreicht Maria Schmidbauer. Die Erfahrungen in diesem Dienst würden helfen, auch privat mit vielen Situationen souveräner umzugehen. Es seien vor allem die vielen positiven Rückmeldungen der Patienten, die ihnen das Gefühl vermittelten, etwas wirklich Sinnvolles zu tun.

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