Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Biologisch-dynamische Landwirtschaft

Hoher Besuch im Stall: Bio-Königin in Bergen

Die Bayerische Bio-Königin Annalena I. Brams zu Besuch auf dem Aubauer-Hof in Bergen. Die männlichen Kälber werden gemästet und ihr Fleisch direkt vermarktet.
+
Die Bayerische Bio-Königin Annalena I. Brams zu Besuch auf dem Aubauer-Hof in Bergen. Die männlichen Kälber werden gemästet und ihr Fleisch direkt vermarktet.

Familie Wimmer hat es geschafft, auf ihrem Bergener Hof Tierwohl und Direktvermarkung zu vereinen. Bei ihnen haben auch die männlichen Kälber eine Chance: Sie werden in der Region gemästet und dürfen dann zurück auf die Weide in Bergen.

Bergen – Die noch bis Sonntag, 10. Oktober, laufenden Bio-Erlebnistage in Bayern zeigen es: Wenn es um die Erzeugung von Fleisch und Milchprodukten in der Landwirtschaft geht, steht bei vielen Konsumenten die Forderung nach mehr Tierwohl ganz oben. Wie sich dies mit einem innovativen Modell für regionale Direktvermarktung verbinden lässt, davon überzeugten sich die Bayerische Bio-Königin Annalena I. und Gisela Sengl, agrarpolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag, bei einem Besuch auf dem Bio-Betrieb der Familie Wimmer in Bergen.

Einer von 430 Demeter-Höfen in Bayern

Der „Aubauernhof“ wurde bereits im Jahr 1300 urkundlich bezeugt und ist heute einer von 430 bayerischen bio-dynamisch bewirtschafteten Betriebe.

Der 41-Jährige Andreas Wimmer ist selbstständiger Schreinermeister aus Erlstätt. Seine Liebe zur Bio-Landwirtschaft entdeckte er durch seine heutige Frau Katharina, deren Vorfahren den Hof bewirtschafteten. Inzwischen hat Wimmer sich zum Landwirtschaftsmeister weitergebildet.

Lesen Sie auch: Bio-Lebensmittel im Wandel zum Massenprodukt

Bereits Katharinas Eltern haben den Hof 1994 auf Bio-Betrieb nach Naturland-Prinzipien umgestellt. „Uns lagen vor allem Tiergesundheit, natürliche Haltungsbedingungen und die Hörnerthematik am Herzen, deshalb sind wir im September 2020 zum Demeter-Verband mit strengeren Richtlinien gewechselt“, ergänzt die 29-Jährige Tochter, die momentan noch halbtags als Steuerfachwirtin arbeitet. Der Bio-Verband verstehe die Hörner als wichtige Sinnesorgane der Tiere und ver-biete deshalb als einziger Verband das schmerzhafte Enthornen oder das Halten genetisch hornloser Tiere.

Kälber bleiben bei der Mutter

In dem 2006 gebauten Laufstall halten die Wimmers aktuell 20 Milchkühe, die auf der Weide rund um den Hof grasen können.

Die Bio-Milch wird an eine regionale Molkerei verkauft. 2017 folgte ein Erweiterungsbau für den Kälbernachwuchs. „Unser Ziel ist, dass die Kälber acht Wochen lang bei der eigenen Mutter bleiben können, anstatt wie sonst sofort getrennt zu werden“, erläutert Andreas Wimmer.

Im Zuge der Umstellung auf möglichst natürliche Haltungsmethoden hat sich das Paar auch Gedanken über die Stierkälber gemacht. „Sie werden für die Milchviehwirtschaft normalerweise nicht gebraucht und deshalb nach maximal sechs Wochen verkauft.“

Bald gibt es einen Hofladen

Stattdessen werden sie von den Wimmers im Alter von vier Monaten zu einem Demeter-Partnerbetrieb in Chieming gebracht und dort rund drei Jahre gemästet. Nach der Rückkehr auf den Bio-Hof der Wimmers können sie noch eine Weile auf der Weide grasen.

Im Anschluss werden sie ohne Transportstress von einem Metzger in der gewohnten Umgebung geschlachtet.

Lesen Sie auch: Bio-Boom 2020 - Profitieren auch regionale Erzeuger?

Durch die Hofschlachtung kam im vergangenen Jahr auch die Direktvermarktung ins Rollen. Einmal im Monat werden Fünf-Kilo-Pakete mit verschiedenen vakuumierten Einzelteilen verkauft. Neben Fleisch- und Wurstwaren gibt es auch Käse in der Selbstbedienungs-Kühltheke. Noch heuer soll der Verkauf im neu entstehenden Hofladen anlaufen. Beeindruckt von der Tatkraft und dem Ideenreichtum der Jungbauern zeigte sich auch Bio-Königin Annalena Brams: „Es ist erstaunlich, wie der Bio-Gedanke hier zur gelebten Philosophie wird, die sich in vielen Details niederschlägt“.

Auch MdB Sengl lobte den Bergener Hof als „Vorbild-Betrieb“.

Kommentare