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Eineinhalbjähriges Bauvorhaben

Für den bezahlbaren Wohnraum: Siegsdorf steigt in den Mietwohnungsbau ein

Wolfgang Geistanger, Anita Guthy, die Architekten Ulrich Farthofer und Christoph Scheithauer, sowie zweiter Bürgermeister Manfred Guggelberger freuen sich mit Bürgermeister Thomas Kamm über die „geistreiche Überraschung“ aus der freigelegten „Schatzkiste“.
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Wolfgang Geistanger, Anita Guthy, die Architekten Ulrich Farthofer und Christoph Scheithauer, sowie zweiter Bürgermeister Manfred Guggelberger freuen sich mit Bürgermeister Thomas Kamm über die „geistreiche Überraschung“ aus der freigelegten „Schatzkiste“.

Mit einem symbolischen Spatenstich startete der Bau für 23 Mietwohnungen im Wohngebiet Augraben in Eisenärzt.

Siegsdorf – Erstmals in ihrer Geschichte tritt die Gemeinde Siegsdorf als Bauherr im Mietwohnungsbau auf und baut im Wohngebiet Augraben in Eisenärzt für ihre Bürger ein Objekt mit 23 Wohneinheiten. Beim symbolischen ersten Spatenstich am Baugrundstück für das Objekt erinnerte Bürgermeister Thomas Kamm vor Planern, Vertretern der Regierung, der ausführenden Baufirmen und verantwortlichen Mitarbeitern aus dem gemeindlichen Bauamt an den „Werdegang“ des Projektes.

Zügigere Umsetzung des Projekts erhofft

Erste Überlegungen zur Realisierung von „bezahlbarem Mietwohnungsbau“ gab es in der Gemeinde bereits im Frühjahr 2018 – damalsaufgrund fehlender Kapazitäten in der Verwaltung – durch den Zweckverband „Heimat Chiemgau“ des Landkreises Traunstein. Man erhoffte sich dadurch eine zügigere Umsetzung des Vorhabens.

Als sich jedoch herauskristallisierte, dass auf diesem Weg ein Projektstart nicht vor 2022 möglich sei, entschied sich der Gemeinderat nach kontroverser und ausgiebiger Abwägung für einen eigenen Weg. Über die Arbeitsgemeinschaft Scheithauer-Farthofer wurden erfahrene Projektplaner gefunden, sodass in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachplanern bereits im Frühjahr 2022 der Bauantrag gestellt werden konnte.

Im Nordwesten des Baugebietes Augraben in Hörgering entsteht nun am Waldrand ein in zwei Baukörper gegliedertes, dreigeschossiges Wohngebäude für 23 Wohneinheiten, die sich in acht Zwei-Zimmer, zwölf Drei-Zimmer und drei Vier-Zimmerwohnungen aufteilen. 31 der erforderlichen Stellplätze finden im Kellergeschoss Platz, 15 oberirdisch im Außenbereich. Das gesamte Areal umfasst knapp 2600 Quadratmeter, die nutzbare Wohnfläche knapp 1600 Quadratmeter.

Bauleiter Manuel Siglreitmaier von der Röde Recycling GmbH, Michael Schreiner (Bereichsleiter Hochbau Swietelsky Bau GmbH), Wolfgang Geistanger aus dem Bauamt der Gemeinde, Architekt Ulrich Farthofer, Bürgermeister Thomas Kamm, Frau Anita Guthy von der Reg. v. Obb., Architekt Christoph Scheithauer, sowie 2. Bürgermeister Manfred Guggelberger.

In enger Zusammenarbeit der Gemeinde, der Planer und der Regierung von Oberbayern, die über die „bayerische Wohnraumförderung“ maßgeblich an der Finanzierung beteiligt ist, entschied man sich für eine Konstruktion in „Hybrid-Bauweise“ und einen Energiestandard KfW EE 40.

Dezentrale Lüftungen in den Wohnungen

Das heißt, der Keller mit der Tiefgarage und die Geschossdecken entstehen in Betonbauweise, die Außenwände und der Innenausbau in massivem Holzbau. Die Haustechnik basiert auf der Kombination einer Wärmepumpe mit einem „Eisspeicher“, sowie einer PV-Anlage mit Speicherkapazität, Thermo-Solar-Elementen für die Heizungsunterstützung und dezentralen Lüftungen in den Wohnungen.

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Eine Herausforderung für die Planer war aber auch die unwägbaren Kostensteigerungen im Baugewerbe. War man im März bei der Kostenaufstellung noch bei einem Gesamtbetrag von 8,8 Millionen Euro gelandet, liegt die Prognose derzeit bei etwa 9,7 Millionen Euro brutto. Bürgermeister Kamm lobte dabei die konstruktive Unterstützung von Anita Guthy und ihren Mitarbeitern von der Regierung von Oberbayern, die das Projekt aus dem „Kommunalen Wohnbau-Förderprogramm“ (KommWfP) mit 30 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten unterstützt.

Planer lobt Gemeinde für den Mut

Etwa 400 000 Euro kommen aus den sogenannten „KfW 40+“ -Programmen und eine weitere Förderung konnte über eine neue „Holzbau-Förderung“ des Freistaates gewonnen werden. Förderungsmöglichkeiten für Beleuchtung, Haustechnik und so weiter sind noch im Antragsstadium.

Planer Ulrich Scheithofer lobte die Gemeinde für den Mut und die Weitsicht, mit der zwar aufwändigen und teuren Bauweise, die späteren Energiekosten für die Mieter deutlich zu reduzieren und freute sich auf eine spannende Aufgabe in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den ausführenden Gewerken.

Anita Guthy von der Regierung von Oberbayern sah sich und ihr Ressort als „Anwalt der künftigen Mieter“ und freute sich über die zukunftsweisende Gestaltung und Ausführung des Objektes, „die wir natürlich fördern und unterstützen können“.

Hoffen auf Geduld und Verständnis

Bürgermeister Kamm lobte die Nachbarn in den neu gebauten Häusern auf den „Einheimischen-Grundstücken“, die im Rahmen einer Anliegerversammlung vor Ort umfassend über den Bau informiert worden waren. Er hoffte auf ihr Verständnis und die erforderliche Geduld während der eineinhalbjährigen Bauzeit sowie eine unfallfreie Baustelle.

Gemeinsam mit den Vertretern der Baufirmen, den Architekten, Mitarbeitern und Förderern gab‘s in der Baugrube den „offiziellen Spatenstich“, bei dem eine kleine Kiste mit „geistreichen Inhalt“ zutage kam.

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