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Mit welch üblen Tricks gearbeitet wird

„Diese Gauner!“: Wie ein Rentner aus dem Rupertiwinkel 52.000 Euro an eine Fake-Bank verlor

foto geneva capital group
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Aus den Unterlagen von Günther Staller: Allein am 20. Juli überwies er 28.000 Euro auf ein tschechisches Konto der angeblichen „Geneva Capital Group“.

Rupertiwinkel - Es war die Altersrücklage, um später noch einmal groß zu verreisen - doch die über 50.000 Euro sind jetzt weg. Günther Staller fiel auf die miese Masche einer offensichtlichen Betrüger-Bank im Internet herein.

Als Anfang August das Telefon klingelte und sich die Münchner Polizei meldete, war es zu spät. „Bei dem Anruf dachte ich mir einfach nur ‚Scheiße‘“, erzählt Günther Staller (Name von der Redaktion geändert) im Gespräch mit chiemgau24.de. Ein Betrugsopfer sei er. Gegen die Anlagebetrüger laufe bereits ein Ermittlungsverfahren. Und Stallers 52.000 Euro? Die sind wahrscheinlich für immer weg.

Offensichtlicher Anlagebetrug durch „Geneva Capital Group“

„Es war im Juni, da wollte ich Geld anlegen“, so Staller. Im Internet habe er gelesen, dass auch in der Vox-Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ nur Positives über eine „Geneva Capital Group“ berichtet habe. Also googelte er. Doch Günther Staller landete nicht bei der echten Investmentbank „Geneva Capital Group SA Genf“, sondern auf der beinahe gleichnamigen Homepage der mutmaßlichen Anlagebetrüger. „genevacapitalgroup.com“ heißt deren Seite. Auch sie macht einen seriösen ersten Eindruck, doch dahinter verbirgt sich eine Briefkastenfirma im Karibik-Inselstaat St. Vincent und die Grenadinen.

Was der Rentner aus dem Rupertiwinkel im Kreis Traunstein auch nicht wusste: Schon die Jubelmeldung im Internet mit der Referenz auf die beliebte TV-Show war nur fingiert. „Mit 500 Euro bin ich dann eingestiegen. Es hieß, das Geld wird in Gold und Aktien angelegt“, erzählt Staller - und gibt zu, bisher eigentlich keine Erfahrungen damit gemacht zu haben. Kurz danach kam die Aufforderung von „genevacapitalgroup.com“, gleich noch 10.000 Euro hinterherzuschießen. Zwei Wochen später dann die Erfolgsmeldung seitens der „Bank“: Staller hätte schon 8000 Euro Gewinn erzielt.

Betrogener Rentner überwies Geld nach Tschechien, Australien und Ungarn

„Ein bisschen skeptisch war ich da schon. Drum hab‘ ich mir als Test, ob das wirklich funktioniert, 1100 Euro auszahlen lassen. Und die waren prompt auf meinem Konto.“ Ein kalkuliertes Mittel, um bei den Geschädigten Vertrauen aufzubauen. Doch die Retourkutsche ließ nicht lange auf sich warten: „Eine Woche später hieß es, ich müsste weitere 40.000 Euro überweisen, damit ein Puffer in meinen Anlagen ist.“ Staller überwies. Dass er das Geld mal nach Tschechien, mal nach Australien und mal nach Ungarn schickte, fiel ihm durchaus auf.

Günther Staller zeigt im Gespräch einen dicken Schnellhefter mit all dem Schriftverkehr zwischen ihm und den offensichtlichen Betrügern - ausschließlich per E-Mail. Gleich nach dem Anruf von der Münchner Polizei versuchte der Rentner, seine 52.000 Euro zurückzubekommen. Ohne Chance. „Die haben mir sogar gedroht, gerichtlich gegen mich vorzugehen. Das muss man sich mal vorstellen.“ Zuvor hatte Staller öfters auch telefonischen Kontakt zur „Geneva Capital Group“. Ein „Herr Adler“ mit österreichischer und Schweizer Vorwahl. Nun war er nicht mehr zu erreichen.

Falsche „Geneva Capital Group“ steht in keinem Handelsregister

„Diese Gauner haben mich sauber geprellt. Einen Anwalt werde ich mir jetzt sparen, das wäre hinausgeschmissenes Geld“, so der Rentner aus dem Landkreis Traunstein verzweifelt. „Und auch für die echte Geneva Capital Group SA Genf muss das ja eine riesen Geschäftsschädigung sein.“ Und im Gegensatz zur Briefkastenfirma aus der Karibik stehen die Schweizer auch im dortigen Handelsregister. Ein Ermittlungsverfahren bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, Zentralstelle Cybercrime, läuft. Die schweizerischen und italienischen Finanzaufsichtsbehörden haben bereits vor „Geneva Capital Group“ gewarnt.

Immer wieder kommt die Polizei an die Kontaktdaten von Betrogenen wie Günther Staller und kann sie warnen. Aber dingfest konnte man die Verantwortlichen noch nicht machen.

xe

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