Bahnbrücke bei Burghartsöd soll möglichst erneuert werden

Brückenbauten kosten der Gemeinde Surberg in den kommenden Jahren viel Geld

Die Bahnbrücke bei Burghartsöd soll vorbehaltlich der Gewährung einer Zuwendung erneuert werden. Diesen einstimmigen Beschluss fasste der Surberger Gemeinderat in seiner Sitzung.

Surberg – Laut großer Brückenprüfung 2019 wurden an der Bahnbrücke so große Mängel festgestellt, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr voll gegeben ist. Laut Kreisbrandinspektion Traunstein ist die Löschwasserversorgung und die Einhaltung der Hilfsfrist im Brandfall ausschließlich über die Brücke Burghartsöd sichergestellt. Diese muss deshalb jederzeit auch von schweren Fahrzeugen ohne Einschränkung befahrbar sein.

Bürgermeister Michael Wimmer erklärte, die reinen Baukosten für eine Sanierung der Brücke würden laut überschlägiger Kostenschätzung des Ingenieurbüros Haumann & Fuchs in Traunstein rund 655.000 Euro betragen. Für diese Maßnahme seien jedoch keine Zuschüsse zu erwarten. Die reinen Baukosten für eine Erneuerung der Brücke lägen bei etwa 950.000 Euro. Dafür würden jedoch vom Amt für ländliche Entwicklung Zuwendungen in Aussicht gestellt. Die Förderhöhe liege voraussichtlich bei 65 Prozent der Bau- und Planungskosten. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen Zuwendungsantrag zu stellen.

Die kleineren gemeindlichen Brücken wurden 2019 und 2020 ebenfalls vom Ingenieurbüro Haumann & Fuchs aufgenommen. Der Gemeinderat hatte im vergangenen Oktober die Planung der Schadensbeseitigung an das Ingenieurbüro vergeben. Laut Sanierungskonzept ergeben sich Bruttobaukosten von rund 123.000 Euro. Laut einhelligem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats soll in diesem Jahr für rund 62.000 Euro die Brücke über die Sur bei Buchmühl saniert und die Brücke über den Degenbach bei Fuchsreut erneuert werden. Für das kommende Jahr ist dann die Erneuerung der Brücke über die Sur in Surtal und die Sanierung der Brücke über den Degenbach bei Burghartsöd vorgesehen.

Saniert werden soll ebenfalls die Gemeindeverbindungsstraße von der B 304 bis Gottenbach, die durch das Augusthochwasser 2020 stark beschädigt wurde. Mit der Sanierung soll auch das Wasser, das ständig aus dem Berg und über die Straße läuft, gefasst und geregelt abgeleitet werden. Die Baukosten werden laut Kostenschätzung ungefähr 86.000 Euro betragen. Ein entsprechender Beschluss wurde ohne Gegenstimme gefasst.

Nach den Worten des Bürgermeisters sind Kanäle mit einem Alter von 40 Jahren laut Eigenüberwachungsverordnung (EÜV) erstmals durch Druckprüfung auf Wasserdichtheit zu überprüfen. Die Kanäle des Altbestands in Hufschlag, Hallabruck und Thannreit wurden zwischen 1981 und 1984 errichtet. Deshalb muss der Zustand der Kanäle überprüft und soweit notwendig, eine Sanierung erfolgen. Als erster Schritt ist eine Zustandserfassung und -beurteilung durchzuführen, auf deren Grundlage ein Sanierungskonzept erstellt und umgesetzt wird. Der Gemeinderat war mit der Aufstellung des Kanalsanierungskonzepts einverstanden.

Ferner beschlossen wurde die Nachrüstung der Entlastungsbauwerke im Kanalnetz mit Messanlagen. Der Bürgermeister führte dazu aus, dass aus den Entlastungsbauwerken in Thalmühle, Hallabruck, Ettendorf und Surtal bei starken Regenfällen in die Sur, den Veitsgraben und den Grundbach abgeleitet werde. Laut Auflage des Wasserwirtschaftsamts Traunstein müssten diese Bauwerke mit Messeinrichtungen nachgerüstet werden, die die Entlastungsdauer sowie das Entlastungsvolumen dokumentieren.

Die Grundschule Surberg soll um Räume für die Mittagsbetreuung erweitert werden. Die Verwaltung wurde vom Gemeinderat beauftragt, mögliche Lösungen für diese Erweiterung zu untersuchen. Wimmer betonte, Handlungsbedarf sei gegeben. Entweder man erweitere das Schulgebäude oder widme Räume um. Man wolle noch in diesem Jahr mit der Planung relativ weit kommen, damit im Herbst die Kosten ermittelt werden können. Zugleich sollte man das Energiekonzept der Grundschule überarbeiten.

Weiterhin beschloss das Gremium, an der Bündelausschreibung für die kommunale Strombeschaffung in Bayern für die Lieferjahre 2023 bis 2025 teilzunehmen. Laut Beschluss soll wie bisher „100 Prozent Ökostrom ohne Neuanlagenquote“ beschafft werden.

Die 28 Jahre alten Küchenmöbel und Küchengeräte im Rathaus sollen erneuert werden. Der Bürgermeister rechnet mit Gesamtkosten von etwa 16.000 Euro.

Ohne Beschlussfassung wurde die Stellungnahme des Gutachters Dr. Thomas Gritsch zu den eingereichten Fragen im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau eines Stahlgitterfunkmastes vorgestellt. Der Bürgermeister sagte dazu, im Amtsblatt sei darauf hingewiesen worden, dass das Immissionsschutzgutachten Mobilfunk auf der Homepage der Gemeinde eingesehen werden konnte und Surberger Bürger hierzu ihre Anregungen und Fragen vorbringen konnten. Insgesamt seien neun Schreiben bei der Gemeinde eingegangen, die an den Gutachter mit der Bitte um Stellungnahme weitergeleitet worden sein. Die Fragen und Antworten werden in das Internet der Gemeinde gestellt und können eingesehen werden. Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen sah einige der Antworten des Gutachters äußerst kritisch. Elke Scheil forderte zudem, den Telekommunikationsunternehmen nicht immer gleich nachzugeben. Der Bürgermeister verwies auf die Unabhängigkeit des Gutachters. Es sei ein schwieriges Thema. Deshalb werde man oft keine befriedigenden Antworten erhalten.

Wimmer gab bekannt, dass für die Grundschule Surberg zehn Luftreinigungsgeräte bei der Firma Kreiller in Traunstein für 33.700 Euro bestellt worden seien. Die Arbeiten für die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan seien an die Planungsgruppe Strasser in Traunstein zum Angebotspreis von rund 164.000 Euro vergeben worden. Das Bauvorhaben „Aufstockung einer Garage um drei Wohneinheiten“ in Kohlstatt sei von der Verwaltung gemäß Bayerischer Bauordnung (BayBO) von der Genehmigung freigestellt worden.

Bjr

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