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Österreich nur mit Booster oder PCR

1450 Euro Strafe bei Einreise – Teurer Schwung auf die Steinplatte?

Diese Abfahrt auf der Tiroler Seite des Skigebiets - unser Bild zeigt den Blick auf Kammerkör - kann teuer werden, falls die Skifahrer weder Booster noch PCR-Test nachweisen können.
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Diese Abfahrt auf der Tiroler Seite des Skigebiets - unser Bild zeigt den Blick auf Kammerkör - kann teuer werden, falls die Skifahrer weder Booster noch PCR-Test nachweisen können.

Eben mal ins Heutal zum Langlaufen, mit den Ski rüber auf die Steinplatte oder eine Skitour aufs Dürnbachhorn nach Österreich? Obacht, das kann schnell teuer werden, wenn man einen Schritt auf das Gelände des Nachbarn macht...

Reit im Winkl – Ein paar Schwünge mit den Ski, schon ist man in Tirol. Was harmlos klingt, hat in Corona-Zeiten schnell ganz andere Auswirkungen. Dabei ist vielen Skifahrern gar nicht so klar, dass man im Skigebiet Winklmoosalm-Steinplatt schnell mal eine Landesgrenze überschreitet. Wer sich nicht an die Einreisebedingungen nach Österreich hält, muss Strafen fürchten.

Denn aktuell gilt, dass nur Menschen nach Österreich einreisen dürfen, die einen negativen PCR-Test vorweisen können, der nicht älter als 72 Stunden ab Probenentnahme sein darf. Einzig Menschen, die bereits die Booster-Impfung erhalten haben und dies nachweisen können, sind davon befreit.

„Sehr kompliziert für einen Gast“

Wie so oft bei den Corona-Regeln, fühlen sich viele Menschen überfordert. „Das ist teilweise sehr kompliziert für einen Gast“, sagt Susanne Meier, stellvertretende Leiterin der Tourist Info in Reit im Winkl. Entsprechend viele Anfragen erhalten Meier und ihre Kollegen. Schließlich führen auch Loipen aus Reit im Winkl ins Heutal im österreichischen Bundesland Salzburg und betreffen nicht nur die Skifahrer auf der Steinplatte.

„Viele meinen, der Tagestourismus sei von der Regelung nicht betroffen“, erzählt Meier im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Dabei gilt die Regel für jede Einreise, egal ob einwöchiger Urlaub oder zehnminütiger Tankstopp. Lediglich Berufspendler sind laut dem österreichischen Gesundheitsministerium davon befreit.

Immerhin: „Wir haben viele Gäste, die geboostert sind.“ Und auch die Irritationen, wie Kinder legal nach Österreich einreisen dürfen seien inzwischen geklärt. „Hier gibt es den sogenannten Holiday-Ninja-Pass für Kinder bis 15 Jahre, über den wir auch auf unserer Homepage informieren“, sagt Meier.

Insgesamt sei man aber zufrieden, der Ort sei derzeit sehr voll. Zum Teil liege das auch an Gästen, die wegen der restriktiven Regelung ihren Urlaub in Österreich abgesagt haben und stattdessen nach Reit im Winkl gefahren sind. „Das Geschäft mit den Urlaubern und Tagestouristen läuft inzwischen gut“, sagt Meier.

Hans Höflinger, Betreiber der Lifte auf der Winklmoosalm, ist nach einem langem Bangen über die Corona-Regelung für Seilbahnen auch sehr zufrieden: „Es ist sehr viel los, gerade wenn das Wetter schön ist.“ Zwar seien die Schlangen länger, weil es einfach dauere, den 2G-Nachweis an den Kassen zu kontrollieren, aber die Besucher seien insgesamt sehr diszipliniert und nehmen die Warteschlangen in Kauf. Aber irgendwann sind die Formalia dann auch mal genug, zumal es auch nicht Aufgabe der Liftbetreiber ist: „Auf die Einreiseregelung für Österreich weisen wir an den Kassen in Seegatterl nicht explizit hin“, sagt Höflinger. Er wisse aber auch nicht von Kontrollen im Skigebiet.

Nach Auskunft des österreichischen Sozialministeriums drohen ohne Booster oder negativen PCR-Nachweis Strafen von bis zu 1450 Euro, außerdem müsse sofort Quarantäne angetreten werden. Name des Delikts: eine „Verwaltungsübertretung“. Bisher haben nach Information der Gemeinde Reit im Winkl noch keine Kontrollen stattgefunden. Bevor Strafen verhängt werden, werde zudem ein in Österreich kostenloser PCR-Test verlangt oder es gebe die Aufforderung, das Land wieder zu verlassen.

Keine Sorge, erwischt zu werden

Manchen Skifahrern ist die Einreiseregelung dennoch inzwischen egal. Eine Traunsteinerin, die anonym bleiben möchte, räumt im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen ein, dass die Regelung teilweise ignoriert. „Zum Tanken bin ich mal kurz rüber gefahren und eine Skitour auf den Scheibelberg habe ich auch gemacht“, sagt die junge Frau, die zwar doppelt geimpft, aber noch nicht geboostert ist.

Sorgen habe sie sich keine gemacht, dass sie dabei erwischt werde. „Ein Bereich am Scheibelberg liegt zwar knapp in Österreich, aber man hat den Eindruck, das sei noch ok und wird toleriert“, erzählt sie. Selbst im deutlich strengeren Lockdown vor einem Jahr sei man noch bis dorthin gekommen, dahinter sei dann aber klar sichtbar der Zugang nach Tirol abgeriegelt gewesen. Die österreichischen Behörden haben aber angekündigt, stichprobenartig zu kontrollieren.

Immerhin ist die Rückreise kein Problem mehr, seit Österreich nicht mehr zu den Hochrisikogebieten zählt: Nach Deutschland kommt man daher ohne Test und ohne Impfung.

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