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Solidarität mit den Flüchtlingen

Wegen Ukraine-Krieg: Wasserburger Frühlingsfest verzichtet auf eine Tradition

2019 fand das letzte Frühlingsfest vor der Pandemie statt.
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2019 fand das letzte Frühlingsfest vor der Pandemie statt.

Endlich wieder Frühlingsfest: Doch auf ein traditionelles Element müssen die Besucher verzichten – aus gutem Grund. So beurteilen Verantwortliche die Entscheidung.

Wasserburg – „Wir waren uns beide sofort einig, dass es heuer kein Feuerwerk und kein Böllern am Inndamm geben kann“, berichtet Bürgermeister Michael Kölbl auf Anfrage zum Ergebnis eines Gespräches im Vorfeld des Frühlingsfestes mit dem WFV-Vorsitzenden Andreas Bonholzer. Die Gäste aus der Ukraine dürften nicht zusätzlich erschreckt werden, seien sie sich einig gewesen. Das Böllern sei zwar eine wichtige Tradition in Bayern und beim Frühlingsfest, doch den Flüchtlingen falle es sicherlich schwer, die Aktion richtig einzuordnen. Deshalb gebe es heuer nur einen einzigen Schuss am Festplatz selber, weit entfernt etwa von der Unterkunft in der Realschulturnhalle oder auf der Burg.

„Besser man lässt das Böllern, bevor es wirklich dazu kommt, dass sich unsere Gäste aus der Ukraine erschrecken“, findet auch Monika Rieger vom Patenprojekt, die gemeinsam mit Ethel D. Kafka vom Bürgerbahnhof die Hilfe für die Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet in Wasserburg koordiniert. Über eine Dolmetscherin wurde ihr übermittelt, dass sich die Gäste aus der Ukraine über die Geste des WFV gefreut haben. Einige wollen das Frühlingsfest besuchen.

Denn es kracht kräftig, wenn sich der Festzug – wie in den früheren Jahren üblich – am Altstadtbahnhof in Bewegung setzt. Wenig später gibt es minutenlang zahlreiche Salven aus 150 Waffen am Inndamm nahe der Innbrücke. Und schließlich wird nochmals am Festplatz geschossen. Der Auftakt zum Wasserburger Frühlingsfest ist gekennzeichnet durch den Festzug, bei dem auch bis zu 200 heimische Böllerschützen aus dem Schützengau Wasserburg-Haag und dem Chiemgau mitmarschieren.

Ludwig Bürger

„Heuer ist das allerdings anders. Wir verzichten auf das Schießen in der Altstadt und geben oben am Festplatz nur einen Schuss ab“, erklärt Ludwig Bürger in einer Pressemitteilung des WFV. Der Ramerberger ist Böllerreferent beim Schützengau und beim Festzug für die Böllerschützen verantwortlich.

„Natürlich hat das Böllerschießen nichts mit kriegerischen Handlungen zu tun, ist vielmehr eine alte Tradition. Aber auch wir können uns der weltpolitischen Lage nicht verschließen. Der Krieg in der Ukraine betrifft uns alle und macht uns alle betroffen. Auch wollen wir auf die Flüchtlinge aus der Ukraine Rücksicht nehmen, die sich bei uns in Stadt und Altlandkreis während ihres Aufenthaltes wohlfühlen und nicht an die schrecklichen Zustände in ihrem Land noch zusätzlich erinnert werden sollen“, so Bürger. Deshalb werde man heuer ein auf das Minimum reduziertes Programm absolvieren. „Ein Schuss am Festplatz, das war’s.“ Auf den eigentlichen Auftritt am Inndamm werde komplett verzichtet, so der Wirtschaftsförderungsverband in seiner Presseerklärung.

„Wir begrüßen das sehr“, sagt Christian Huber, Leiter des Festzuges beim Wirtschaftsförderungsverband. „Für unsere heimischen Böllerschützen waren die vergangenen beiden Jahre Pandemie-bedingt keine leichte, weil nahezu auftrittslose Zeit. Umso mehr freuten sie sich auf den Festzug in Wasserburg. Das haben wir im Vorfeld gespürt. Die Freude ist aber mittlerweile komplett überschattet vom Krieg in Europa. Deshalb halte ich die Entscheidung, den alle Jahre einzigartigen Auftritt am Inndamm heuer abzusagen, für absolut richtig und wir stehen als Veranstalter voll dahinter.“

Festleiter Moritz Hasselt hatte laut WFV bereits im Vorfeld das Feuerwerk abgesagt.