Verlieren die Leute in Corona-Zeiten weniger?

Im Wasserburger Fundbüro warten haufenweise Autoschlüssel

Wasserburger Fundamt, Erwin Hollinger
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Erstaunlich, wie viele Autoschlüssel im Wasserburger Fundamt liegen. „Das Nachmachen lassen ist sehr teuer“, sagt Erwin Hollinger. Da komme es billiger, einfach mal bei ihm nachzufragen.

Geht den Menschen in Corona-Zeiten weniger verloren? Nicht in Wasserburg, sagt Erwin Hollinger vom Fundamt der Stadt. Er hütet vor allem viele Autoschlüssel, die nur darauf warten, von ihren Besitzern abgeholt zu werden.

Wasserburg – Geht den Menschen in Corona-Zeiten weniger verloren? In manchen Fundämtern leeren sich nach Medienberichten die Regale. Als Grund wird unter anderem genannt, dass es eben kaum mehr Veranstaltungen gibt und dementsprechend weniger Gelegenheiten, das Portemonnaie aus Unachtsamkeit irgendwo liegenzulassen.


In Wasserburg sei ein solcher Trend nicht zu beobachten, sagt Erwin Hollinger vom Fundamt der Stadt.

Man braucht Termin für‘s Rathaus


„Ich kann nicht feststellen, dass bei uns jetzt weniger Fundsachen eingegangen sind als vor Corona.“ Er beobachte lediglich Verzögerungen: „Finder und Leute, die etwas verloren haben, kommen ja nicht mehr so einfach ins Rathaus rein, man braucht einen Termin.“ Manche Fundstücke, so seine Vermutung, würden deshalb einfach weggeworfen.

Schlüssel, Schlüssel, Schlüssel

Was wird denn in der Regel ins Fundamt gebracht? „Schlüssel, und die werden häufig wieder abgeholt“, so Hollingers Erfahrung.

Seit Januar seien vier Schlüsselbunde und zwei Autoschlüssel abgegeben worden. Auch allerlei Handys, Fahrräder und Stirnlampen sammeln sich im Fundbüro. „Was man halt so verliert“, sagt Hollinger.

Erstaunlicherweise passen die Menschen in letzter Zeit offenbar verstärkt auf ihre Brillen auf. „Seit November ist keine mehr abgegeben worden. Das wird wohl erst wieder geschehen, wenn mehr Sonnenbrillen getragen werden.“

Gar nicht so selten kommt es vor, dass verlorenes Bargeld abgegeben wird.

Finder gab 1.200 Euro ab

Hollinger erinnert sich an einen Fall, als ein Finder bei ihm 1.200 Euro in 100-Euro-Scheinen auf den Tisch legte – Geld eines Rentners, das, wie sich herausstellte, durch ein Loch in der Tüte den Weg ins Freie fand.

„Manche Menschen sind halt schusselig“, konstatiert der Mann vom Fundbüro. Aber auch den sorgsamen passiere es hin und wieder, dass sie ihren Schlüssel an undenkbaren Orten liegen lassen. „Auch schon mal im eigenen Kühlschrank“, sagt Hollinger und lacht.

Sechs Monate Aufbewahrungsfrist

Nur für eine begrenzte Zeit - in der Regel sechs Monate - bewahrt die Stadt die verlorenen Gegenstände auf. Handys, USB-Sticks und andere Datenträger werden nach dieser Frist entsorgt, Fahrräder für karitative Zwecke verschenkt.

Verlorener Schmuck wird von einem Juwelier geschätzt und gegebenenfalls von ihm übernommen.

Hollinger würde sich wünschen, dass sich mehr Leute, die etwas verloren haben, ans Fundbüro wenden. „Viele wissen gar nicht, dass sie bei uns eine echte Chance haben, ihren Schlüssel zurückzubekommen.“ Und so viel Geld sparen. Ein nach gefertigter Autoschlüssel könne schon mal 160 Euro kosten.

Ab ins Fundamt:

Sollten Sie einen Gegenstand im Stadtgebiet finden und diesen an sich nehmen, müssen Sie es dem Fundbüro melden. Wenn Sie einen Wertgegenstand verloren haben, können Sie im Fundbüro Ihren Verlust anzeigen. Auch online kann man nach verlorenen Gegenständen suchen.

Die Aufbewahrungsfrist für Fundsachen beträgt sechs Monate ab Anzeige des Fundes. Wird die Fundsache vom Verlierer nicht abgeholt, hat der Finder darauf Anspruch.

Telefon: 08071/105-88

Mail: Fundamt@Wasserburg.de

www.wasserburg.de/de/stadt-buerger/stadtverwaltung/aemter-mit-leistungen/fundamt-und-information

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