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Am 19. Juni „Am Stoa“

Wasserburger Filmemacher Peter Ludwig hielt das erste Coronajahr in seiner Stadt in einem Dokumentarfilm fest

Radeln und Joggen in der gespenstisch ruhigen Stadt Wasserburg während des ersten Lockdowns 2020. Dieses Bild entstand an der Rampe. Ungewohnt: der fast leere Parkplatz rechts.
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Radeln und Joggen in der gespenstisch ruhigen Stadt Wasserburg während des ersten Lockdowns 2020. Dieses Bild entstand an der Rampe. Ungewohnt: der fast leere Parkplatz rechts.

Gespenstisch, bizarr, absurd – so erscheinen die Aufnahmen, die der Wasserburger Filmemacher über das erste Pandemiejahr in seiner Stadt gemacht hat. Seine Doku „Corona Wasserburg 2020“ wird am Samstag, 19. Juni, beim Open-Air-Kino Am Stoa in Edling gezeigt.

Wasserburg – Als man im März 2020 das Haus nicht mehr verlassen sollte, nimmt der Filmemacher Peter Ludwig seine Kamera und verlässt das Haus. Morgens. Mittags. Abends und auch in der Nacht. Dabei gelingen ihm verstörende Aufnahmen einer Stadt, die wie die Kulisse eines Science-Fiction-Films wirkt. Tauchen Menschen auf, so kann man den Eindruck gewinnen, sie bewegen sich in einer No-Go-Area.

70 Minuten

Peter Ludwigs 70-minütige Doku „Corona Wasserburg 2020“ wird am Samstag, 19. Juni, beim Open-Air-Kino Am Stoa in Edling gezeigt. Wenn es dunkel wird, zwischen 21 und 21.30 Uhr startet der Film, der in dokumentarischen Rückblenden sichtbar macht, was durch die Corona-Krise unwiederbringlich verloren gegangen ist, erläutert der Filmemacher aus Wasserburg. „Das ist natürlich meine subjektive Sicht.“

Kein Straßentheater, sondern eine Demo von Corona-Skeptikern.

Bilder, die man sonst nicht sieht

Zu sehen sei eine Totenfeier für einen Imam auf dem Platz vor der ehemaligen Gärtnerei. Oder eine ereignislose Demonstration von Menschen, die gegen die Corona-Maßnahmen aufbegehren mit Absperrgittern und massivem Polizeiaufgebot.

Die Demos kommentiert er nicht weiter, er dokumentiert nur. „Jeder kann sich einen Reim drauf machen und sich wundern, was mancher so von sich gab“, sagt er.

Silvester-Nacht ist stumm und grau

Sein Film zeigt auch einen Kameramann, der sein Stativ in aller Ruhe auf dem Mittelstreifen der Innbrücke aufbauen kann. Mit all diesen Szenen wird sichtbar, wie sehr sich die Stadt in kürzester Zeit verändert hat. Kann man anfangs noch Gesichter erkennen, so verschwinden diese mehr und mehr hinter Masken und die Menschen, die sie tragen, gehen sich weiträumig aus dem Weg.

Kein Auto, kein Stau, nur ein einzelner Mensch auf der Roten Brücke. Wann gibt es denn sowas?

Im Rückblick absurde Szenen

Die Bilder der Silvester-Nacht belegen am Ende des Films eindrucksvoll, dass nichts so geblieben ist, wie es einmal war. Silvester filmte Ludwig am Parkhaus an der Kellerstraße. Die sonst so eindrucksvoll beleuchtete Silhouette der Stadt ist stumm und grau, nur die Kirchenglocken sind zu hören und ein privates Feuerwerk. Auch die rote Brücke ist leer an Silvester 2020. „Ich habe viele Situationen eingefangen, die im Rückblick etwas Absurdes haben“, sagt der Filmemacher im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung.

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Bewogen, die gespenstischen und bizarren Momente festzuhalten, haben ihn die zunächst drohenden und dann die tatsächlichen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen im März 2020. „Ich musste mich damit auseinandersetzten - und das tat ich kreativ“, so Ludwig, der „tausend Sachen aufnahm – auch ganz viel Nichts“. Wie etwa den praktisch leeren Parkplatz Am Gries – an einem Samstagvormittag.

Susan Hecker als Erzählerin

Der erste Lockdown bleibe ihm als die Zeit der „bizarren zwei Monate“ in Erinnerung. Kaum Menschen wagten sich auf die Straßen, nicht wenige entdeckten bald das Joggen und Radeln für sich, Autos waren kaum zu sehen, die Stadt sei fast lautlos gewesen. „Das sind Bilder, die es sonst nicht gibt. Man müsste eine ganze Stadt anmieten und den Bewohnern sagen, dass sie nicht rausdürfen, um solche Aufnahmen zu machen“, sagt der Wasserburger Künstler.

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Wer ein Haustier hat, ist nicht einsam. Mit dem Hund Gassi zu gehen, war in den Lockdowns immer ein triftiger Grund, das Haus zu verlassen. Diese Szene entstand am Inn.

Er habe viel Arbeit in den Coronafilm gesteckt und ein Jahr in 70 Minuten gepackt. „Auch ein paar Frechheiten kommen vor, etwa Kulturrückblenden aus einer längst vergangenen Zeit, wo es noch Auftritte geben durfte, also um 2019 – wirkungsvoll in schwarz-weiß in Szene gesetzt.“

Schauspielerin Susan Hecker vom Theater Wasserburg spricht die erklärenden Textpassagen – aus dem Off.

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Das Opern-Air-Festival-Kino startet am Freitag, 17. Juni, mit dem oskarprämierten Film „Nomadland“.

Das Festival in Edling wird von einem Kulturprogramm mit Konzerten begleitet. Ein Biergarten öffnet um 20 Uhr, sonntags bereits um 16 Uhr. Reservierungen sind notwendig unter info@kino-utopia.de und an der Abendkasse am Spieltag bis 19 Uhr. Das Programm ist auf der Internetseite kino-utopia.de einzusehen. Vorverkauf für die Konzerte ist im Café Central in Wasserburg. Die Filme beginnen jeweils zwischen 21 und 21.30 Uhr.

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