Bis zu 1200 Teilnehmer am Sonntag an der Alkorstraße am Badria

Kritik an Corona-Maßnahmen und Buh-Rufe: So liefen die Kundgebungen in Wasserburg ab

 Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen in Wasserburg am Inn
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Am Sonntag, 21. Februar, fanden zwei Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen in der Alkorstraße in Wasserburg am Inn am Badria statt.

Die Innstadt wurde am Sonntagnachmittag, 21. Februar, Schauplatz von Groß-Demonstrationen. Zwei Veranstaltungen liefen parallel am Badria in Wasserburg. Erwartet wurden bis zu 1000 Teilnehmer je Demo. Letztendlich waren es insgesamt rund 1200. Die Kritik der Redner wand sich in erster Linie gegen die geltenden Corona-Maßnahmen der Regierung und das Impfen.

Update, 17.55 Uhr: Kundgebungen in Wasserburg beendet


Die Polizei zog ein überwiegend positives Fazit zu den beiden Versammlungen am Badria. Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilt, verliefen die Kundgebungen friedlich und ohne größere Vorkommnisse. Man sei „sehr zufrieden mit dem Verlauf“. Beide Versammlungen seien inzwischen beendet.

Zu den Teilnehmerzahlen konnte der Polizeisprecher bestätigen, dass sich zu Spitzenzeiten am Sonntagnachmittag (21. Februar) rund 1000 Leute auf dem Festplatz und rund 200 auf dem Badria-Parkplatz an der Alkorstraße eingefunden hätten.


Update, 16.16 Uhr: Versammlungen lösen sich langsam auf

Die Kundgebungen scheinen sich langsam dem Ende zuzuneigen, die Teilnehmer der Versammlung sowie die Musiker lösen sich peu à peu auf. Auch auf dem Festplatz wird zum Abschluss Musik gespielt.

Der Polizeipressesprecher vor Ort spricht nach rund dreieinhalb Stunden von einem „ruhigen Verlauf“ der Versammlungen. Es sei alles „in geregelten Bahnen“. In der Tat gebe es auch viele Diskussionen von Demonstranten mit den Polizeibeamten, die sich sehr viel Mühe geben, mit den Menschen zu sprechen und die Lage zu erklären. Die allermeisten Teilnehmer halten sich an die Vorgaben um Abstand und Maskenpflicht

Update, 16:08 Uhr: Corona-Skeptiker übt scharfe Kritik an Regierung

Der ehemalige Polizist und Corona-Skeptiker Karl Hilz aus München spricht als nächster Redner auf der Kundgebung auf dem Badria-Parkplatz von einem „Leben unter Kriegsrecht“ in Bezug auf die aktuelle Lage in der Corona-Pandemie. „Wir sind auf dem Weg in einen totalitären Staat.“ Hilz sprach bereits am vergangenen Samstag (13. Februar) auf einer von „Querdenker 8031“ veranstalteten Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen in Rosenheim.

Die zweite Kundgebung am Badria-Parkplatz in Wasserburg.

Update, 15.47 Uhr: Solidarität für Maskenverweigerer und „Söder weg“-Rufe

Der Arzt Rolf Kron aus Kaufering sorgt derweil für Aufsehen: Weil er keine Maske trägt, darf er die Versammlungsfläche nicht betreten. Der Homöopath geriet bereits in die Schlagzeilen, da er wohl gefälschte Attest ausgestellt haben soll. Obwohl ihm eine Welle der Solidarität von Seiten der Versammlungsteilnehmer entgegen schlägt und sich die Leute verstärkt zu einer Traube sammeln, hat er keinen Erfolg: Ohne Mund-Nasen-Bedeckung darf er weder den Versammlungsort auf dem Festplatz noch den auf dem Badria-Parkplatz betreten. Kritik am hohen Polizeiaufgebot in Wasserburg wird laut. Auf der Kundgebung am Parkplatz waren zuvor darüber hinaus „Söder weg“-Rufe wahrzunehmen.  

Update, 15.25 Uhr: Unterschriftensammlung und Antrag auf Volksbegehren

Auf der Demonstration des Haagers Franz Stemmer auf dem Festplatz wechseln die Redner. Der Tenor ihrer Aussagen aber ist ähnlich: Scharfe Kritik an der Impfstrategie gegen das Corona-Virus. Es wird eine Unterschriftensammlung für den Landtag abberufen sowie ein Antrag auf ein Volksbegehren.

Unterdessen spricht auf dem Parkplatz die 18-jährige Antonia aus Niederbayern. Sie fühle sich "diskriminiert", weil sie keine Maske tragen könne. Die Reden sind untermalt von Musik, manche Teilnehmer der Kundgebungen tanzen.

Die Demonstration am Festplatz in Wasserburg am Inn am Sonntag, 21. Februar. Circa 500 Teilnehmer haben sich in der Alkorstraße eingefunden.

Update, 14.50 Uhr: Rede von Corona-Kritiker Markus Haintz

Der nächste Redner auf dem Festplatz auf der Demo unter dem Titel „Kritik an der Verhältnismäßigkeit der Coronamaßnahmen“ ist der Anwalt Markus Haintz, eine bekannte Größe unter den Kritikern der Corona-Maßnahmen. Die Kerninhalte seiner Rede kritisieren die Polizei, die Gerichte, den Rechtsstaat sowie die Politik. Er wehre sich „gegen den Wahnsinn dieser Bande“. Seine Kernaussage: „Menschen werden zu Gefährdern gemacht.“

Inzwischen machen sich erste vereinzelte Teilnehmer auf den Heimweg, andere wechseln zur zweiten Demonstration am Parkplatz. Es folgt eine weitere musikalische Einlage mit dem Lied "Oh Happy Day". Nebenbei wird immer wieder aufgerufen, man möge sich doch mit Gleichgesinnten vernetzen.

Update, 14.26 Uhr: Viel Blaulicht in der Stadt

Die Polizei zeigt mit insgesamt 500 Einsatzkräften eine hohe Präsenz angesichts der beiden Kundgebungen am Badria. Bereits vor Beginn passierten am Sonntagmittag mehrere Polizeifahrzeuge in und um Wasserburg. Besonders hoch ist das Polizeiaufgebot rund um das Badria, wo die beiden Corona-Demos stattfinden. Bisher verläuft die Großdemo friedlich, es gab keinerlei größere Vorkommnisse zu beanstanden.

Wie unsere Reporterin vor Ort berichtet, befinden sich unter den Teilnehmer der Kundgebungen nur wenig ältere Menschen. Dafür haben an diesem sonnigen und frühlingshaften Sonntagnachmittag viele Familien mit ihren Kindern oder auch Buggys den Weg in die Alkorstraße gefunden.

Update, 14.14 Uhr: Zweite Kundgebung läuft parallel

Indes ist die zweite Demonstration am Badria-Parkplatz, ebenfalls am Laufen. Organisiert wurde sie von Helmut Bauer aus Eslarn in der Oberpfalz und läuft unter dem Titel „Wir unterstützen ‚Bayern steht zamm‘“. Auch hier wurde die Obergrenze an Teilnehmern auf 1000 festgelegt seitens des Rosenheimer Landratsamts, allerdings liegt die Zahl an Anwesenden weit darunter. Befinden sich auf dem Festplatz circa 500 Leute, so haben sich auf dem Parkplatz deutlich weniger, um die 150, versammelt.

Auch auf der zweiten Kundgebung gibt es Reden, deren Inhalt sich um diverse politische Themenfelder bis hin zur Corona-Politik dreht. Primär richtet sich die Kritik der Redner gegen die Regierung, auch das Impfen wird angeprangert.

Die zweite Demonstration auf dem Parkplatz an der Alkorstraße in Wasserburg.

Update 13.52 Uhr: Musikalische Umrahmung von „See Sound“

Die Band „See Sound“ vom Chiemsee spielt die Hymne der Friede- und Freiheitsorganisation Bayern „Wir stehen zam“. Um die 500 Teilnehmer haben sich auf dem Festplatz in Wasserburg versammelt, die Stimmung ist friedlich.

Die Band „See Sound“ auf der Großdemo in Wasserburg am Festplatz.

Update, 13.40 Uhr: Franz Stemmer aus Haag eröffnet Versammlung

Franz Stemmer hat die Demonstration mit dem Titel: „Kritik an der Verhältnismäßigkeit der Coronamaßnahmen“ organisiert und spricht auf einem 7,5-Tonnen-Lkw, der zu einer Bühne umfunktioniert wurde. Wie unsere Reporterin vor Ort berichtet, geht Stemmer in seiner Rede gleich zu Beginn auf die polizeiliche Hausdurchsuchung am 11. Februar bei ihm in Haag ein, bei der ein Computer und Datenträger wegen des Verdachts auf die Benutzung „unrichtiger Gesundheitszeugnisse“ sichergestellt wurden.

Zudem lässt Stemmer kein gutes Haar an der Stadt Wasserburg. Man habe ihm „für die Veranstaltung Steine in den Weg gelegt“. Harte Kritik hagelte es in Bezug auf die Stadträte sowie den Ersten Bürgermeister Michael Kölbl. Ebenso in der Kritik standen die Medien für ihre in Stemmers Augen „subjektive Einstellung“ zu dieser Veranstaltung am Festplatz. Seitens der Teilnehmer erhält Stemmer für diese Aussage sehr viel Applaus, für die Stadt hagelt es Buh-Rufe.

Stemmer betont in der Folge, er sei „kein Querdenker“, darauf lege er großen Wert. Er sei nur jemand, der die Corona-Politik kritisch hinterfrage und mit jedem gerne in Dialog trete. Er habe keine Berühungsängste zu niemanden, würde mit jedem reden, egal ob Angela Merkel oder Anhänger der Antifa. „Querdenker per se gibt es nicht“, unterstreicht der Organisator. Sie seien auch optisch „nicht erkennbar“. Es folgt eine musikalische Pause.

Veranstalter Franz Stemmer spricht auf einer Bühne auf dem Festplatz an der Alkorstraße in Wasserburg.

Update, 13.07 Uhr: Demo gestartet

Die Kundgebungen sind pünktlich um 13 Uhr angelaufen. Zuvor gab es noch letzte Hinweise auf die Hygiene- und Abstandregeln. Bisher sei alles ruhig, die Anreise der Teilnehmer problemlos verlaufen und es gebe keine Staus vor dem Festplatz, bestätigt ein Sprecher des Polizeipräsidiums vor Ort.

500 Polizisten aus ganz Bayern, darunter auch von der in Bamberg stationierten Bereitschaftspolizei, seien an der Alkorstraße im Einsatz. Derzeit konzentriere sich alles auf die Versammlung von Franz Stemmer am Festplatz, der die Versammlung mit einer Rede eröffnet.

Viele Demonstranten haben sich auf dem Festplatz an der Alkorstraße in Wasserburg versammelt.

Vorbericht, Sonntag, 21. Februar, 10 Uhr:

Wasserburg am Inn - Die erste Versammlung mit maximal 1000 Teilnehmern wurde von Franz Stemmer aus Haag organisiert und wird unter dem Titel: „Kritik an der Verhältnismäßigkeit der Coronamaßnahmen“ veranstaltet. Ein 7,5 Tonnen-Lkw dient als Bühne. Die Versammlung findet von 13 Uhr bis 18 Uhr auf dem Festplatz an der Alkorstraße statt.

Die zweite Versammlung, organisiert von Helmut Bauer aus Eslarn in der Oberpfalz, läuft unter dem Titel „Wir unterstützen ‚Bayern steht zamm‘“. Auch hier ist die Teilnehmerzahl auf 1000 begrenzt. Die Versammlung findet ebenfalls von 13 Uhr bis 18 Uhr statt, allerdings gegenüber auf dem Parkplatz am Badria an der Alkorstraße. Laut Versammlungsanmeldung wird eine Bühne verwendet.

Am Sonntag, 21. Februar 2021, geht auf dem Festplatz in Wasserburg (linkes Bild) eine Corona-Kundgebung unter dem Titel „Kritik an der Verhältnismäßigkeit der Coronamaßnahmen“ über die Bühne. Der Badriaparkplatz ist Versammlungsstelle für eine zweite Demonstration „Wir unterstützen ‚Bayern steht zamm‘“.

Polizei sichert Demonstrationen mit größerer Zahl an Einsatzkräften

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd wird mit einer größeren Anzahl an Einsatzkräften die Sicherheit der Versammlungsteilnehmer und der Wasserburger Bevölkerung gewährleisten. Wegen der Versammlung und dem Polizeieinsatz werden im Umfeld des Festplatzes an diesem Sonntag keine Parkplätze zur Verfügung stehen.

Die Alkorstraße wird ab Höhe der Schmerbeckstraße ab circa 10.30 Uhr bis zum Versammlungsende für den allgemeinen Fahrzeugverkehr komplett gesperrt. Der Stadtbus 9418 fährt am Versammlungstag nur bis zur Haltestelle Watzmannstraße. Die Haltestellen Priener Straße und Badria werden bis voraussichtlich 18 Uhr nicht bedient.

Strenge Hygieneregeln und Maskenpflicht

Bei beiden Veranstaltungen gelten strenge Hygienevorschriften: Zwischen den Teilnehmern muss ein Mindestabstand von zwei Metern gewahrt werden - ausgenommen Personen eines gemeinsamen Hausstands. Eine Stunde vor Versammlungsbeginn bis zum Ende der Versammlung gilt Maskenpflicht. Schreien und Singen sind während der Veranstaltung verboten. Für Personen, die von der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung befreit sind muss der Veranstalter einen Bereich in Bühnennähe ausweisen.

Die jeweiligen Veranstalter müssen 100 Ordner einsetzen, pro zehn Teilnehmer ist ein Ordner vorgeschrieben. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist während der gesamten Versammlung zu tragen.

Keine Gegen-Demo angemeldet

Eine Gegenveranstaltung wird es indes nicht geben. Das Bündnis „wasserburg.bunt“ verzichtet hat aus Gründen des Infektionsschutzes einmal mehr auf eine Gegendemo um unnötige Begegnungen in der Pandemiezeit zu vermeiden und hat vielmehr zu der Plakataktion unter dem Hashtag #Wasserburghältzam aufgerufen. So wollen sie auch ohne Präsenz vor Ort gemeinsam ein Zeichen setzen und zeigen, dass die Innstadt auch in schwierigen Zeiten zusammensteht.

mb

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