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Engmaschige Kontrollen

Nach Unglück mit 14 Toten in Italien: So sicher sind die Seilbahnen im Raum Rosenheim

Auch die Hochfellnbahn wird regelmäßig kontrolliert.
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Auch die Hochfellnbahn wird regelmäßig kontrolliert.

Muss nach dem tödlichen Seilbahndrama in Italien, bei dem 14 Menschen ihr Leben verloren haben, bei Fahrten mit einer Seilbahn im Raum Rosenheim die Angst mitfahren? Nein. Da sind sich die Betreiber einig. Sie verweisen auf die engmaschigen Kontrollen und effektive Sicherheitsvorkehrungen.

Rosenheim – „Es ist das Schlimmste, was einem Seilbahnbetreiber passieren kann“, äußert sich Andreas Müllinger von der Hochriesbahn am Samerberg schockiert über das Seilbahnunglück in Norditalien in Stresa am Lago Maggiore.

Was genau dort am Sonntag (23. Mai) passiert war, ist bislang noch unklar. Laut Augenzeugen sei die Seilbahn eigentlich schon an der Bergbahn angekommen, als sie sich wieder rückwärts Richtung See bewegte. Die Kabine streifte einen Stützpfeiler und stürzte dann 20 Meter in die Tiefe. 14 Menschen verloren ihr Leben, ein fünfjähriger Junge liegt derzeit auf der Intensivstation. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Zugseil gerissen ist. Die Halteseile sind noch intakt. Warum das Sicherheitssystem nicht gegriffen hat, ist derzeit noch unklar.

Wie sicher sind unsere Seilbahnen?

Ein Unglück, dass so auch in der Region passieren könnte? Seilbahnen unterliegen laut einer Pressemitteilung des Verbandes Deutscher Seilbahnen strengen Sicherheits- und Kontrollvorschriften. Was Wolfgang Helldobler von der Seilbahn Hochfelln bestätigen kann. „Es ist sehr, sehr tragisch“, sagt Helldobler, als Betreiber einer Seilbahn sei man Tag und Nacht unterwegs, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Die Seilbahnen in der Region haben nach dem mehrmonatigen coronabedingten Stillstand erst in der vergangenen Woche ihren Betrieb wieder aufgenommen. „In den vergangenen sieben Monaten haben wir unsere Technik auf Herz und Nieren überprüft“, so Helldobler.

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Die Hochfellnbahn wird, wie alle andere Seilbahnen in der Region, engmaschig kontrolliert. „Unsere Seilbahn durchläuft eine halbjährliche Inspektion“, erklärt Gunther Brandies, Betriebsleiter der Seilbahn. Im November werde die Anlage vom TÜV abgenommen, im Frühjahr werde die gleiche Inspektion noch einmal eigenständig vom Betreiber durchgeführt, so Brandies.

Ein Prozedere, dass auf jede Seilbahn zutrifft wie es seitens des Verbands Deutscher Seilbahnen heißt. Der TÜV führe zusätzlich noch stichpunktartige Kontrollen durch, so Brandies. Bei den halbjährlichen Hauptuntersuchungen werde die Bausubstanz der Gebäude überprüft, die Seile durchleuchtet und Bremsproben durchgeführt. „Alleine die Bremsproben nehmen immer einen Tag in Anspruch. Die Bremsen werden akribisch getestet“, sagt Brandies.

Halbjährliche Inspektion

Die halbjährlichen Inspektionen sind aber nicht die einzigen Sicherheitsvorkehrungen, die getroffen werden. „Wir führen jeden Tag eine Probefahrt durch. Es gibt weitere tägliche, wöchentliche und monatliche Kontrollen.“

Der Geschäftsführer der Wendelsteinseilbahn Florian Vogt zeigt sich von dem Unglück ebenfalls betroffen. „Das so etwas passieren kann, das kann sich keiner vorstellen. Wir sind immer um die bestmögliche Sicherheit bemüht“, sagt Vogt. Genauso wie bei der Hochfellnbahn gäbe es bei seiner Anlage engmaschige Kontrollen.

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Doch was passiert, wenn doch einmal ein Seil reißt? „Wenn ein Zugseil reißt, dann wird automatisch die Tragseilbremse aktiviert“, erklärt der Betriebsleiter. „Das ganze System wird so häufig überwacht, mehr Sicherheit geht nicht“, resümiert Brandies. Wenn etwas passieren würde, dann müsse schon alles zusammenkommen.

Wie es zu dem Umfall in Norditalien gekommen sein könnte, dazu wollte sich keiner der Seilbahnbetreiber äußern. Helldobler von der Hochfellnseilbahn warnt davor, Spekulationen anzustellen. Ebenso Vogt von der Wendelsteinbahn: „Die Ergebnisse der Untersuchung müssen erst abgewartet werden.“

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