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Umgehört im Rosenheimer Esbaum-Viertel: Einzelhandel leidet mit Gastro

„Bin aktuell schon froh, dass wir zahlreiche Stammkunden haben“

Wie geht es Rosenheimer Einzelhändlern im „Lockdown Light“? Wir haben uns im Esbaum-Viertel umgehört, bei (von links) Johann Struck von „Bücher Johann“,  Christine Stiglauer, Inhaberin des „Simon M. Fine Clothing“ und Peter Horner vom „Weinhaus am Esbaum“.
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Wie geht es Rosenheimer Einzelhändlern im „Lockdown Light“? Wir haben uns im Esbaum-Viertel umgehört, bei (von links) Johann Struck von „Bücher Johann“,  Christine Stiglauer, Inhaberin des „Simon M. Fine Clothing“ und Peter Horner vom „Weinhaus am Esbaum“.

Rosenheim - Die Gastro darf nur noch Angebote „to go“ bieten und zieht damit weniger Leute in die Innenstadt, die Corona-Regeln dämpfen auch sonst die Kauflaune. Wir haben uns im Esbaum-Viertel umgehört, wie sich das auswirkt.

„Ich bin aktuell schon froh, dass wir zahlreiche Stammkundinnen haben“, berichtet Christine Stiglauer, Inhaberin des „Simon M. Fine Clothing“ in der Herzog-Otto-Straße. „Die Frequenz der Laufkundschaft hat schon deutlich nachgelassen.“ Aktuell sei es für gehobene Damenmode ohnehin nicht einfach. Das berichten auch andere Vertreter der Branche: Keine Hochzeiten, Anlässe und für das Home Office braucht es auch meist keine passende Kleidung. „‚Sonst hat man hier in der Umgebung alles was man sich an kulinarischem Angebot nur wünschen kann, vom Café, über die Eisdiele bis hin zum Wirtshaus. Das die jetzt nur noch ‚to go‘ anbieten wirkt sich aus.“

Vermindertes Gastro-Angebot spielt vor allem für Kundschaft von Auswärts eine Rolle

Christine Stiglauer, Inhaberin des „Simon M. Fine Clothing“ im Esbaum-Viertel in Rosenheim

Vertreter von IHK, Handelsverband Bayern, Einzelhandelsverbänden und Stadtmarketing: Sie alle berichteten gegenüber rosenheim24.de, dass der Einzelhandel, auch wenn er weiter offen bleiben darf, mit der Gastro leidet. „Zwei Drittel der Kunden kommen aus dem Umland. Für die spielt es schon eine Rolle, ob sie ihre Shopping-Tour zwischendrin mit einer Runde Kaffee trinken oder einem Snack auflockern oder den Tag mit einem guten Essen im Gasthaus oder Restaurant abschließen können“, erklärte etwa Jürgen Pieperhoff vom Stadtmarketing Traunstein. Das sei ja gerade einer der Vorzüge gegenüber dem Online-Handel. „Sich mit einem Kaffee ‚to go‘ und einem Stück Kuchen irgendwo auf eine Bank in der Fußgängerzone zu setzen oder den Schweinsbraten ‚to go‘ mit nach Hause zu nehmen, ist da nicht dasselbe.“

Dazu komme noch eine grundsätzlich verminderte Konsumbereitschaft und dass das Einkaufen in der Stadt in Corona-Zeiten deutlich an Attraktivität verloren habe. „Ich kriege immer wieder von Leuten zu hören, dass es gerade hier in Rosenheim einfach schon kompliziert ist, sich an die Regeln zu halten“, bemerkt Christine Stiglauer. „Auf der Bank sitzend darf man seinen Kaffee ‚to go‘ dann trinken. Sobald man damit aber aufsteht und ihn im Gehen weiter trinkt, riskiert man eine Verwarnung.“

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Alle Geschäftsinhaber am Esbaum sind sich einig: Die Zahl an Laufkundschaft beziehungsweise Passanten habe wieder drastisch abgenommen. „Wenn ich mir vorstelle, wenn wir gerade erst aufgemacht hätten, noch keiner von uns wüsste, da brauchen wir gar nicht weiter drüber reden“, meint Christine Stiglauer weiter. Die Kundenfrequenz sei bayernweit um 50 bis 60 Prozent gesunken, hatte auch Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern gegenüber unserer Redaktion berichtet.

Immer was los im Buchladen - Dank großem Engagement online

Johann Struck von „Bücher Johann“ im Esbaum-Viertel in Rosenheim

„Die Sache ist halt: Darum sollte es ja eigentlich gehen, dass die Leute weniger Kontakte haben, um so die Ausbreitung des Virus einzudämmen“, bemerkt Johann Struck von „Bücher Johann“. Auch er hat einen deutlichen Rückgang an Laufkundschaft bemerkt. „Trotzdem ist hier im Laden den ganzen Tag über was los“, berichtet er. „Das kommt aber nicht von ungefähr. Da wir den Laden hier komplett neu aufgemacht hatten, waren wir von Anfang an dahinter uns, vor allem Online, bekannter zu machen. Beispielsweise bei Instagram und Facebook.“

Im Frühjahr hatte er es kurz geschafft, mittels einer alten Genehmigung für den Verkauf für Lebensmittel seinen Laden für die Laufkundschaft offen zu halten. Als dem dann aber von den Behörden rasch ein Ende gemacht wurde, hatte das keine merkliche Auswirkung auf seinen Umsatz. „Es bewährt sich auch jetzt wieder, dass wir von Anfang an schon einen Online-Shop und eigenen Lieferservice per Fahrrad-Kurier bieten“, schließt er.

Online-Angebote können eine Lösung sein - Aber nicht für jeden

Peter Horner vom „Weinhaus am Esbaum“ in Rosenheim.

Ähnlich ist die Lage bei Peter Horner vom „Weinhaus am Esbaum“. „Unser Kerngeschäft ist ja die Belieferung von Großkunden, vor allem der Gastro. Da wirkt sich der ‚Lockdown Light‘ schon aus“, räumt er ein. Das Ladengeschäft am Esbaum ist auch nur von Mittwoch bis Samstag geöffnet. „Wir haben da dann allerdings auch deutlich weniger Laufkundschaft.“ Auch in seinem Fall mache sich eine treue Stammkundschaft bezahlt. Aber es gäbe auch diverse Anpassungen.

„Wir bieten jetzt Online-Weinverkostungen an. Dabei kriegt man die zu verkostenden Weine zugeschickt und trifft sich dann per Video-Konferenz“, berichtet Horner. „Daneben haben wir auch einen E-Mail-Newsletter und eine ständig gepflegte Website mit Online-Shop.“ Online-Lösungen funktionieren aber nicht für jedermann, wie Christine Stiglauer, vom „Simon M. Fine Clothing“ anmerkt. „Das man hier die Stoffe selber anfassen, sich beraten lassen kann und so weiter, das ist ja eigentlich unser Alleinstellungsmerkmal gegenüber Amazon und Co.“, bemerkt sie.

hs

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