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Wiederholt sich der Corona-Sommer?

150 Anfragen an einem Vormittag: So kommt der Tourismus am Chiemsee in Schwung

  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Was war das für ein Sommer 2020 in der Region. Nach Monaten der Schließung regt sich Hoffnung im Tourismus am Chiemsee, dass der Sommer 2021 wieder eine Bombensaison wird.

Chiemgau – Das Leben kehrt mit den Corona-Lockerungen zurück in den Chiemgau und damit auch der Tourismus. Monatelang war alles geschlossen, nun durften die Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten wieder öffnen. Die Chiemgau-Zeitung hat sich umgehört, wie der zweite Corona-Sommer anläuft.

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Bei der Chiemsee-Schifffahrt klingt das zunächst verhalten. „In erster Linie erleben wir eine Wetterabhängigkeit“, sagt Michael Feßler, Geschäftsführer der Chiemsee-Schifffahrt. Zwar haben die Pfingstferien einen Zuwachs gebracht, aber der Regen und kühle Temperaturen habe viele Ausflügler wohl noch zuhause bleiben lassen.

Schifffahrt gilt als öffentliches Verkehrsmittel

„Die Schiffe fahren ganz normal nach Sommerfahrplan und es gilt keine Beschränkung wegen Abstandsgeboten“, erklärt Feßler. Denn auch die Chiemsee-Schiffahrt gelte als öffentliches Verkehrsmittel. Wobei der eine oder andere Besucher das diskutieren wolle, sagt der Geschäftsführer.

Wandern auf der Herreninsel

Nicht nur auf die Fraueninsel zieht es die Menschen, sondern auch auf die Herreninsel – obwohl dort der Betrieb im Schloss nur eingeschränkt möglich ist, berichtet Konstantin Buchner, Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee. „Viele Besucher packen einfach den Rucksack und drehen eine Runde auf unseren Wanderwegen“, sagt der Verwalter. Die Führungen im Neuen Schloss seien immer noch in deutlich niedrigerer Zahl.

„Man muss sich online registrieren, wir haben aber auch ein kleines Kontingent für Spontanbesucher“, sagt Buchner. Ihn freue besonders, dass viele Gäste das Augustiner Chorherrenstift oder das Ludwig II.-Museum besuchen.

Erleichterung über Öffnung der Innenbereiche

„Jeder ist erleichtert, dass die Innenbereiche öffnen dürfen“, sagt Christina Pfaffinger, Leiterin des Chiemsee Alpenland Tourismus (CAT). Viele Bayern seien in der zweiten Pfingstwoche gekommen, das sei auch traditionell so. Camping, Urlaub auf dem Bauernhof und Ferienwohnungen seien bislang sehr gefragt.

Wer noch nicht da ist, sind die ausländischen Touristen. „Aber auch Tagungen und Gruppenreisen fehlen uns zurzeit noch“, sagt Pfaffinger. Daher sei die Situation bei den Hotels noch etwas verhalten.

Optimismus ist zurück

Doch sie klingt optimistisch, auch weil ihre Kollegin allein am Montagvormittag 150 Anfragen bekommen hat. „Wir rechnen wieder mit einem Sommer wie im vergangenen Jahr“, sagt die Touristikerin. Dem einen oder anderen Einheimischen war das ein bisschen zu viel im Sommer 2020. „Ein Lebensraum und ein Urlaubsraum, das muss irgendwie zusammengehen“, sagt Pfaffinger. Daher setze der CAT auf Information und Sensibilisierung. Sie sieht die Hauptursache für Probleme mit überfüllten Parkplätzen und Müll eher bei den Tagesausflüglern und weniger bei den Urlaubsgästen,

Die Nachsaison bewerbe der CAT bereits, richte sich aber auch darauf ein, dass es vielleicht wieder einen Anstieg der Infektionszahlen gibt: „Wir fahren lieber zweigleisig.“

Wenn das Personal fehlt...

Ausgebremst statt zweigleisig unterwegs ist zum Teil noch die Gastronomie. Im Traditionsgasthof „Zur Linde“ auf der Fraueninsel ist es Betreiber Florian Ebner leider nicht gelungen, über den Lockdown sein ganzes Personal zu halten. „Eine Konditorin ist zum Beispiel nach Spanien gegangen. Es wird dauern, bis wir wieder eine schlagkräftige Truppe aufstellen können“, sagt Ebner. Daher biete die Linde derzeit noch eine kleinere Speisekarte an.

Herrenchiemsee-Festspiele fehlen

Obwohl er sich im Lockdown um die Infrastruktur im Restaurant gekümmert habe, seien dennoch Maschinen ausgefallen: „Da ist dann halt doch durch die lange Standzeit mal ein Schlauch porös geworden“, sagt der Linden-Chef. Das sei halt alles eine schwer absehbare Folge des Stillstands.

Die Zimmervermietung laufe auch eher schleppend an, gerade weil die Herrenchiemsee-Festspiele abgesagt wurden. Noch blieben auch die internationalen Gäste aus, zwar habe er schon Italiener und auch Österreicher gesehen und selbst zwei Inder habe er auf der Fraueninsel entdeckt. Aber merklich weniger als in den Vorjahren. „Aus den USA haben wir schon wieder Anfragen, von China hört man derzeit noch nichts“, sagt Ebner.

Rubriklistenbild: © Pixabay (Symbolbild)

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