Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bildungschancen sollen optimiert werden

Stadt und Landkreis Rosenheim wollen „Bildungsregion“ werden

Katrin Röber(rechts),, Projektleiterin für die „Bildungsregion Rosenheim“, spricht auf dem ersten Dialogforum zum Auftakt des Projektes im Landratsamt. An der Veranstaltung haben auch Landrat Otto Lederer und Oberbayerns Regierungspräsidentin Maria Els teilgenommen.
+
Katrin Röber(rechts), Projektleiterin für die „Bildungsregion Rosenheim“, spricht auf dem ersten Dialogforum zum Auftakt des Projektes im Landratsamt. An der Veranstaltung haben auch Landrat Otto Lederer und Oberbayerns Regierungspräsidentin Maria Els teilgenommen.
  • Alexandra Schöne
    VonAlexandra Schöne
    schließen

Die Region Rosenheim will die Bildungschancen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor Ort weiter optimieren. Deshalb haben Stadt und Landkreis vor, sich gemeinsam als „Bildungsregion“ sowie als „Digitale Bildungsregion“ zertifizieren zu lassen.

Rosenheim – In einem Jahr soll es so weit sein. Dann wollen Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März und Landrat Otto Lederer (beide CSU) die beiden Zertifikate in Händen halten, überreicht vom Bayerischen Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Dessen Haus hat das Projekt „Bayerische Bildungsregionen“ bereits im Jahr 2012 initiiert.

Insgesamt fünf Säulen

Ziel ist, die Zukunft hauptsächlich junger Menschen mit einem vielfältigen Bildungsangebot zu sichern. Daran sollen Schulen, Lehrer, Kindergärtner sowie Sozial- und Jugendarbeiter gemeinsam arbeiten und sich dafür systematisch vernetzen. Bei diesem Prozess gehe es um das „Suchen und Finden von Edelsteinen“ in Stadt und Landkreis Rosenheim, sagt Ernst Fischer, Sprecher der Konferenz der Schulaufsicht in Oberbayern. Er hat das Projekt während eines Dialogforums im Landratsamt vorgestellt.

Lesen Sie auch: Landkreis Mühldorf ist jetzt „Digitale Bildungsregion“ (Plus-Artikel OVB-Online)

Wer eine Bildungsregion sein möchte, muss Projekte zu insgesamt fünf Säulen bearbeiten. In der ersten geht es um die Übergänge zwischen den einzelnen Schularten, wie zum Beispiel vom Kindergarten zur Grundschule oder von der weiterführenden Schule in eine Berufsausbildung. Diese Phasen sollten organisiert, begleitet und besser gemacht werden, sagt Fischer.

Kooperation zwischen Schulen

Die zweite Säule steht dafür, schulische und außerschulische Bildungsangebote zu vernetzen. Dabei seien Kooperationen zwischen Schulen und Jugendhilfen denkbar, aber auch von Schulen untereinander. Laut Katrin Röber, Bildungskoordinatorin und Projektleiterin für die „Bildungsregion Rosenheim“, gibt es zum Beispiel zwischen der Mittelschule Prien und der Realschule Brannenburg bereits eine solche Kooperation.

In der dritten Säule soll sich die Region intensiv mit Kindern und Jugendlichen beschäftigen, die eine Behinderung haben, sozial benachteiligt oder besonders förderbedürftig sind. Das Motto laut Fischer: „Kein Talent darf verloren gehen.“ Die Stadtbibliothek Rosenheim bietet zum Beispiel jedes Jahr mehrere Lesungen in einfacher Sprache für Menschen mit geistigen Einschränkungen an, ergänzt Projektleiterin Katrin Röber.

Auch für Sie: Nach Corona-Lockdown: Wie Rosenheims Schulen Wissenslücken schließen wollen (Plus-Artikel)

Aktionen innerhalb der vierten Säule beschäftigen sich damit, die Bürgergesellschaft zu stärken und zu entwickeln. Junge Menschen sollen für ehrenamtliche Jugendarbeit in Vereinen, Verbänden oder Kirchen gewonnen werden.

In der letzten Säule einer „Bildungsregion“ sollen sich Experten mit den Herausforderungen des demographischen Wandels beschäftigen. Dabei geht es darum, die regionalen Schulen zu entwickeln und deren Gebäude nachhaltig zu verwalten. „Bildung ist immer Teil der Infrastruktur eines Landkreises“, sagt Ernst Fischer. „Man muss sie als Standortfaktor sehen.“ Neben diesen fünf Säulen sollen auch Projekte zum Thema Digitalisierung angestoßen werden.

Zweites Forum im Frühjahr geplant

Für jedes einzelne Thema sollen in den kommenden Wochen „Expertengruppen“ gebildet werden, berichtet Katrin Röber. Diese überlegten sich für ihren Bereich Ideen und Projekte. Im kommenden Frühjahr sollen die Gruppen ihre Arbeit während eines zweiten Dialogforums vorstellen. Die Schulaufsicht Oberbayerns wird die Ergebnisse nach bestimmten Kriterien prüfen – zum Beispiel auf Vielfalt, Originalität und Vernetzung, fügt Ernst Fischer hinzu.

Für Oberbayerns Regierungspräsidentin Maria Els, die auch an der Veranstaltung teilgenommen hat, steht außer Frage, dass die Region das Zertifikat bekommen wird. Man stehe nicht erst am Anfang des Prozesses, sondern stecke schon mittendrin. „Jetzt gilt es, am Ball zu bleiben.“

Für Landrat Otto Lederer sei das Projekt – als ehemaliger Lehrer – „eine Herzensangelegenheit“, sagt er. Bildung sei ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag. Und auch Oberbürgermeister Andreas März freut sich, dass das Projekt startet. „Pack mas o und leg ma los.“ Dass sich Stadt und Landkreis Rosenheim gemeinsam um das Zertifikat bewerben, sei für ihn nur sinnvoll. „Voneinander lernen, austauschen, kooperieren und neue Brücken bauen“, das sei das Ziel. Er betonte: „Bildung ist die Zukunft.“

Kontakt für Interessierte:

Wer in einer Expertengruppe mitarbeiten will, kann sich an Projektleiterin Katrin Röber unter der Telefonnummer 0 80 31/3 92 20 05 oder per E-Mail an katrin.roeber@lra-rosenheim.de wenden.

Kommentare