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Aus für Wunsch aus Goldenem Tal

„Sollen sich Menschen nicht im Wald bewegen?“ Warum der Ausbau eines Forstwegs am Goldenen Tal scheitert

Auf diesen Weg, der parallel zur Autobahn (links) zur Brücke bei Seiding und weiter nach Weyarn führt, mündet der Forstweg, der von Holzolling kommt.
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Auf diesen Weg, der parallel zur Autobahn (links) zur Brücke bei Seiding und weiter nach Weyarn führt, mündet der Forstweg, der von Holzolling kommt.

Viele Menschen aus dem Goldenen Tal und aus Holzolling würden gerne mal auf einem sicheren und möglichst kurzen Weg nach Weyarn radeln oder spazieren können. Die UWG Goldenes Tal hat sich dafür eingesetzt – und dank eines bestehenden Forstwegs hätte sich auch eine realisierbare Möglichkeit aufgetan. Warum das Projekt trotzdem gescheitert ist.

Weyarn – Von Holzolling aus gibt es einen Forstweg, der zur Brücke bei Seiding führt. Mit etwa 2,5 Kilometern eine sehr kurze Verbindung nach Weyarn. Die UWG Goldenes Tal hatte die Gemeinde gebeten, diesen Weg herzurichten. Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) sah eine Chance, dies über ein Forstwegeprogramm des Freistaats zumindest zum Teil zu finanzieren. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats berichtete er nun über die Ergebnisse seiner Bemühungen.

Im Besitz von 21 Eigentümern

Der Forstweg ist in privatem Besitz, 21 Eigentümer sind betroffen. Sie alle waren eingeladen zu einem Treffen mit Vertretern des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen. Das Amt würde die Ertüchtigung des Wegs befürworten, weil das die Bewirtschaftung des Waldes erleichtern würde, berichtete Wöhr.

Das Projekt hätte also einen Zuschuss aus einem Forstwegeprogramm bekommen können – 90 Prozent der Kosten wären dadurch finanziert, die Gemeinde hätte den Rest übernommen. Die Grundeigentümer hätten demnach ohne eigenen Aufwand oder Kosten einen gut befahrbaren Weg bekommen. Auch hinsichtlich der Haftung hätte sich für sie nichts geändert.

Voraussetzung für eine Förderung ist aber ein bestimmter Standard, der zum Beispiel die Breite des Wegs vorschreibt. Ein zweites Treffen mit den Grundeigentümern folgte, bei einem Forstweg, der nach diesem Standard errichtet ist. Daraufhin lehnten die Grundeigentümer den Ausbau ab. Zu massiv und zu breit, gab Wöhr deren Stimmungsbild wider. Es habe wohl die Sorge bestanden, dass mehr Fußgänger und Radler den Weg künftig nutzen würden.

„Die Mehrheit sah darin für sich mehr Nachteile als Vorteile“, sagte Wöhr. „Ich sehe das Projekt als gescheitert an.“ Die Gemeinde habe das Menschenmögliche getan und „viele Ressourcen hineingebuttert“. Leider hätten die Eigentümer anders entschieden, bedauerte der Bürgermeister.

Viel Engagement und Enttäuschung

Enttäuscht zeigte sich auch Philipp Eikerling (Grüne). „Es ist unsäglich schade, dass aus dem Projekt nichts wird“, sagte er. Obwohl das Betretungsrecht von Wäldern in der bayerischen Verfassung verankert sein, sei es „wohl nicht erwünscht, das sich Menschen im Wald bewegen“. Dem Bürgermeister und der Verwaltung dankte er für das große Engagement, mit dem sich diese für das Projekt eingesetzt haben. Einstimmig entband das Gremium den Bürgermeister anschließend von weiteren Aktivitäten in dieser Angelegenheit.