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Erst spucken, dann kicken

Sebastiani-Apotheke testet Heufelder Fußballer vor dem Training auf Corona

Das Test-Duo aus der Sebastiani Apotheke Michaela und Carmen-Patricia Scurtu-Raban (von links) erklärt Fabian Theissen (rechts) und Valentin Kaltner (Mitte) das Test-Prozedere.
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Das Test-Duo aus der Sebastiani Apotheke Michaela und Carmen-Patricia Scurtu-Raban (von links) erklärt Fabian Theissen (rechts) und Valentin Kaltner (Mitte) das Test-Prozedere.

Die Kicker des SV DJK Heufeld sind wieder auf dem Platz. Am Mittwoch, 26. Mai, haben sie das Training wieder aufgenommen. Dass das möglich wurde, ist der Sebastiani-Apotheke zu verdanken, die direkt am Spielfeldrand kostenlose Corona-Spucktests anbietet.

Bruckmühl – Erinnerin wir uns: 24. Juni 1990, Mailand: Fußball WM-Achtelfinale zwischen den beiden Erzrivalen Deutschland und Niederlande. In der 21. Minute foult Frank Rijkaard Rudi Völler. Schiedsrichter Juan Carlos Loustau zeigt dem Niederländer für das harte Einsteigen die Gelbe Karte. Daraufhin brennen Rijkaard in der aufgeheizten Atmosphäre die Sicherungen durch. Er spuckt Rudi Völler ins lockige Haar. Dafür gibt es „Rot“. Die Spuck-Attacke wurde zu dem Sport-Skandal schlechthin.

Fast auf den Monat genau 31 Jahre später ist für manchen Fußballer Spucken sogar Pflicht, um überhaupt das Spielfeld betreten zu dürfen – verkehrte Fußball-Welt 2021.

Seit Freitag ist Sport wieder erlaubt

Ausgangspunkt zu Letzterem war eine Pressemitteilung des Rosenheimer Landratsamtes vom Freitag, 21. Mai. Darin wurde mitgeteilt, dass aufgrund der niedrigen Sieben-Tage-Inzidenz nun auch Sport im Freien in Gruppen bis zu 25 Personen wieder möglich ist. Voraussetzung dafür: Ein negativer Corona-Test, der nicht älter als 24 Stunden sein darf.

„Dieser Meldung haben wir wochenlang sehnsüchtig entgegengefiebert“, blicktMarkus Nietmann vom SV DJK Heufeld auf den entscheidenden Moment zurück, als die Eilmeldung auf seinem PC aufploppte.

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Jetzt galt es für den Hygienebeauftragten der Heufelder Fußballer, schnell zu sein und nach kreativen Ideen zu suchen, um einen geordneten und sicheren Trainingsstart zu ermöglichen. „Recherchen bei verschiedenen Anbietern und Organisationen von Schnelltestverfahren brachten leider mehr Probleme als Lösungen zutage“, blickt Nietmann mit leichtem Kopfschütteln zurück.

Nach 27 Wochen Fußball-Abstinenz waren die Heufelder Fußball-Junioren heiß auf die ersten Ball-Dribblings.

Dann erinnerte er sich an Matthias Schmid. Der Eigentümer der Heufeldmühler Sebastian-Apotheke war in der zurückliegenden Zeit schon oft ein wichtiger Förderer der Heufelder Fußballer. „Das Ergebnis der persönlichen Kontaktaufnahme hat mich dann fast aus den Socken geholt und war einfach nur sensationell“, erzählt Nietmann und ballt dabei die rechte Faust.

Apotheker bietet kostenlose Soforthilfe an

Schmid bot spontan und ohne Zögern nicht nur Rat, sondern auch Tat an. Sein Angebot der „Soforthilfe“: Ein Zweier-Team seiner Apothekenmannschaft wird nun einmal wöchentlich die erforderlichen Antigen-Schnelltests als „Spucktests“ für die Aktiven der A-, B- und C-Junioren sowie der ersten Mannschaft durchführen – und zwar direkt vor Ort, auf dem Heufelder Fußball-Trainingsgelände.

Das Verfahren ist für die Fußballer des SV-DJK Heufeld im Rahmen der sogenannten Bürgertests kostenfrei. „Zu unserem Selbstverständnis gehört dann aber auch, dass mein Fachpersonal ebenfalls kostenfrei in Aktion treten wird, damit wollen wir den Sportstart einfach aktiv unterstützen“, beschreibt der Apotheker sein Engagement.

Training nach 27 Wochen Abstinenz

Am Mittwoch wurde der Startschuss zu dieser vorbildhaften „Teamplayer-Aktion“ gegeben. Punkt 17.30 Uhr standen knapp 20 junge Fußballer aufgereiht vor der professionell aufgebauten Teststation am Trainingsplatz. 27 Minuten später kam von dem Mutter-Tochter-Duo Michaela und Carmen-Patricia Scurtu-Raban das von den Kickern laut bejubelte Erlebnis: „Alle sind im grünen Bereich, viel Spaß beim Training!“

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Im Anschluss daran herrschten auf dem Fußballplatz 87 Minuten lang fast euphorischer Jubel und Trubel mit Heiterkeit. „Völlig losgelöst“ zeigte sich dann auch das Trainergespann Wolfgang Fischer und Franc Volpert nach der ersten Trainingseinheit. „Viel Ansagen brauchte es gar nicht, die Jungs waren nach über 27 Wochen Fußball-Abstinenz genauso heiß wie wir, die sind von ganz alleine gelaufen, wir hätten gut und gerne auch noch zwei Stunden auf dem Platz stehen können“, brachte Coach Volpert die Stimmung auf den Punkt.

Übrigens noch ein Blick zurück: Sechs Jahre nach der Spuck-Attacke folgte 1996 eine Versöhnung zwischen Völler und Rijkaard.

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