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Präsenzunterricht für alle im Raum Rosenheim

Freude bei Neubeginn in vollen Schulen: „Ein Stück zurück zur Normalität“

In der Grund- und Mittelschule Fürstätt in Rosenheim herrscht am ersten Schultag nach den Pfingstferien wieder Vollbetrieb. Auf dem Foto unterrichtet Lehrerin Lora Nünke ihre neunte Klasse.
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In der Grund- und Mittelschule Fürstätt in Rosenheim herrscht am ersten Schultag nach den Pfingstferien wieder Vollbetrieb. Auf dem Foto unterrichtet Lehrerin Lora Nünke ihre neunte Klasse.
  • Alexandra Schöne
    VonAlexandra Schöne
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Volle Schulhäuser, Lärm auf den Gängen und Freude überall: Seit Montag, 7. Juni, dürfen die Schüler aller Jahrgangsstufen in Stadt und Landkreis wieder in die Klassenzimmer. Wie ist der erste Tag mit Vollbesetzung abgelaufen? Ein Blick in die Region.

Rosenheim – Endlich wieder Schule. Das hat sich Pauli Adlmaier (9) gestern Morgen gedacht, als er am ersten Schultag nach den Pfingstferien in das Klassenzimmer der 3d in der Grundschule Erlenau gegangen ist. Und was es für ein Tag war. „Schön“ und „spannend“, das sind die Begriffe, die fallen, wenn er darüber spricht. Es sei ungewohnt gewesen, die Klasse wiederzusehen. Und auch spannend, weil Ferien waren und davon natürlich erzählt wurde.

Vor den Ferien war er im Wechselunterricht, davor gab es lange Home-Schooling. Damit sei er gut klargekommen, aber im richtigen Klassenzimmer sei es trotzdem einfach schöner. Da lässt er auch die Corona-Tests über sich ergehen und trägt die Maske. „Hauptsacht, ich kann in die Schule gehen“, sagt er bestimmt.

Das Haus ist ungewohnt voll

Nicht nur Pauli Adlmaier freut sich. Auch der Rosenheimer Schulamtsleiter Edgar Müller ist zufrieden. Er spricht von einem ruhigen, reibungslosen ersten Tag. Auch in der Mittelschule in Wasserburg ist alles gut gelaufen. Rektorin Maria Albert und ihr Kollegium sind froh, dass alle Kinder zurück sind. „Es ist ganz ungewohnt, das Haus so voll zu haben“, sagt sie. „Es ist ein Stück zurück zur Normalität.“ Dass die Sehnsucht danach groß war, hat sie vor allem an ihren Schülern gemerkt. Diese hätten „großen Redebedarf“.

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Mit all seinen Freunden jeden Tag in der Schule sein, das ist neu. Aber auch ungewohnt, sagt Walter Baier, Schulleiter des Gymnasiums Bruckmühl und gleichzeitig Vorsitzender der Direktoren-Vereinigung der Bayerischen Gymnasium. Manche Schüler seien „die Masse“ an Menschen nicht mehr gewohnt. Und auch für ihn selbst ist es acht Monate her, dass sein Gymnasium voll besetzt war. Chaos habe es gestern aber trotzdem nicht gegeben.

Ein Neubeginn mitten im Schuljahr

Jetzt gilt es also, sich wieder an den Regelbetrieb zu gewöhnen. Eine Herausforderung, sagt Konrektorin Michaela Kaltner von der Grund- und Mittelschule Fürstätt in Rosenheim. Die Klassenstufen fünf bis acht seien seit Dezember nicht mehr in der Schule gewesen. „Es ist ein Neubeginn des Schuljahres im Schuljahr“, sagt sie.

Das Maskentragen im Unterricht, das ist allerdings nicht neu. Es gehört seit Anfang November 2020 längst zur Routine. Auch Corona-Tests sind seit 12. April Pflicht. Hier gebe es ein paar Schüler, die diesen verweigerten – laut Kaltner eher in der Grund- als in der Mittelschule. Das halte sich aber in Grenzen.

Ähnlich ist die Situation in der Mittelschule Wasserburg. Hier ließen sich rund drei Prozent der Schüler nicht testen, sagt Schulleiterin Maria Albert. Diese müssten daheim bleiben und bekämen ihre Hausaufgaben über ein Online-Portal.

„Unverschämte Elternbriefe“ bekommen

Und auch im Gymnasium Bruckmühl gibt es laut Schulleiter Walter Baier weniger als ein Dutzend Schüler, die keine Maske tragen oder keinen Test machen wollen. Anstrengend sei nur, dass immer wieder „unverschämte Elternbriefe“ im Sekretariat der Schule ankämen. Mütter und Väter beschwerten sich über die Regeln in der Schule – obwohl es nicht das Gymnasium sei, das diese vorgebe.

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Der Sprung zum Präsenzunterricht für alle Schüler ist geschafft. Doch was die Rektoren im Landkreis jetzt umtreibt, ist die Sorge vor den nächsten Wochen. Alle hoffen, dass die Corona-Inzidenzen weiterhin den Schulbetrieb in der jetzigen Form ermöglichen. Aber auch, wie viel Lernstoff bei den Schülern über die vergangenen Monate hinweg hängen geblieben ist, ist ein Thema.

Um das herauszufinden, plant beispielsweise Walter Baier unbenotete Tests in den Kernfächern. Die Ergebnisse will er als Grundlage für Gespräche mit den Eltern nehmen, ob das „Vorrücken Sinn macht oder nicht“. Aber jetzt gleich große Förderprojekte anzustoßen, hält er für nicht sinnvoll. „Das würde alle überfordern.“

Förderkurse für die Schüler

An der Kommunalen Realschule in Prien hingegen sind Förderkurse bereits organisiert. Die Lehrer müssten nun herausfinden, wer dafür infrage komme, sagt Schulleiterin Andrea Dorsch. Parameter seien die Mitarbeit im Unterricht sowie die Qualität der Hausaufgaben. Doch erst einmal geht es Andrea Dorsch darum, die Schüler ankommen zu lassen. Gestern seien sie „tendenziell fröhlich“ gewesen. So wie Pauli Adlmaier aus Rosenheim, für den der erste Schultag mit seinen Freunden ein Höhepunkt war.

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