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Ehemalige Rosenheimer Stadträtin

„Superhirn“ der Bibliothek und „Miss Fischerei“: Eleonore Dambach erhält Verdienstorden der Bundesrepublik

Sichtlich gut gelaunt waren Oberbürgermeister Andreas März, Eleonore Dambach-Trapp und ihr Gatte Dietmar Dambach bei der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 
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Sichtlich gut gelaunt waren Oberbürgermeister Andreas März, Eleonore Dambach-Trapp und ihr Gatte Dietmar Dambach bei der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 

Für ihr großes Engagement in Politik und Zivilgesellschaft wurde Eleonore Dambach geehrt. Oberbürgermeister Andreas März würdigte insbesondere ihren Einsatz für die Stadtbibliothek.

Rosenheim – „Habe ich das wirklich alles geleistet? Habe ich das wirklich verdient?“, habe sie sich gefragt, erzählt Eleonore Dambach nach der Laudatio von Oberbürgermeister Andreas März. Aber dann erklärt sie nicht ohne Augenzwinkern, dass desto älter man werde, man Lob besser vertrage, und sagt schmunzelnd: „Dann habe ich mir das gerne angehört.“

Sagenhafte 18 Jahre im Stadtrat

Und Lob gab es viel. Eleonore Dambach bekam am Mittwoch den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Und das nicht ohne Grund: Laudator Oberbürgermeister März erklärte gleich zu Beginn, es sei unmöglich, alle Verdienste der ehemaligen Stadträtin aufzuzählen. Allein ihr politisches Wirken, das aus „sagenhaften 18 Jahren im Stadtrat“, zehn Jahre im Bezirkstag und zwölf als Kreisvorsitzende der Frauen-Union Rosenheim Stadt besteht, lässt sich nicht so leicht zusammenfassen. Dass Dambach ihre Aufgaben ernst nahm und mit viel Engagement verfolgte, zeige allein der vom damaligen Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer verliehene Titel „Miss Fischerei“. Denn zu ihren Ämtern gehörte auch das der Berichterstatterin für Imkerei und Fischerei.

„Woher Du die Kraft und die Zeit hattest“, fragte März rhetorisch, „bleibt mir ein Rätsel.“ Gemeint ist Dambachs großes ehrenamtliches Engagement. Besonders betonte der Oberbürgermeister Dambachs Rolle als Frau der ersten Stunde beim Förderverein der Stadtbibliothek. Dambach habe es geschafft, eine „etwas verschlafene Institution mit Ideen, Initiativen und natürlich finanziellen Zuwendungen, Beine zu machen.“ Heute sei die Stadtbibliothek Rosenheim ein Leuchtturm der mittelstädtischen Bibliotheken. Dambach ist bis heute die erste Vorsitzende des Vereins. Dambach gewann Experten aus Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft, Schulen, Kultur und Bildung für die Mitarbeit im Vorstand, sie sammelte Spendengelder, kümmerte sich sogar um technische Details. Und vor allem förderte sie das Lesen: Mit dem Anschaffen fremdsprachiger Bücher, dem Schaffen einer „Asylothek“ und einem Medienleseservice. Sie kümmerte sich um die Förderung von Lesefähigkeiten und Medienkompetenz bei Kindern.

Eine ganz große Portion Heimatliebe

März würdigte auch Dambachs Arbeitsweise: Fokussiert und themenorientiert sei sie gewesen und sei sie immer noch. Über Parteigrenzen Hinweg habe sie die außerordentliche Fähigkeit gehabt, auf andere zuzugehen und sie mitzureißen: „Da gibt es kein zögerliches Vielleicht oder eine Schau ma mal, sondern ein kraftvolles Packmas.“ Für diese großen Verdienste um Rosenheim sei, erklärte März, „eine ganz große Portion Heimatliebe“ notwendig.

Viele alte (und junge) Weggefährten waren zu Ehren Dambachs gekommen und so kam die Stadträtin a. D. aus dem Begrüßen kaum heraus. Besonders freute sie sich über das Streichquartett des Ignaz-Günther-Gymnasiums, das die Verleihung musikalisch begleitete.

Mit Mut und Leidenschaft

Dambach vergaß nicht Ihren Mitstreitern zu danken und erklärte, dass die Ehrung zeige, dass man „mit Mut und Leidenschaft einiges erreichen kann.“ Ihre eigene Freude am Lesen und ihre literarische Kennerschaft bewies sie dann prompt mit einer leicht umgedichteten Version eines Fontane Gedichts: „Aber nehm‘ ich so die Summe / Alles Grade, alles Krumme,/ Alles Falsche, alles Rechte / Alles Gute, alles Schlechte / Rechnet sich aus all dem Braus / Doch ein richtig Leben raus. / Und dies können ist das Beste / Wohl bei diesem Feste.“

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wurde 1951 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftet. Seit dem wurde er rund 261.000 Mal verliehen. Die Verdienstmedaille kam 1955 dazu. Es ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik Deutschland um das Gemeinwohl ausspricht.